Kleines Kästchen kommt gross raus
Elektroingenieur Enrico Feurer hat sich im Final durchgesetzt. Seine Firma wurde am 5. Jungunternehmerforum zum Start-up des Jahres gekürt.
Elektroingenieur Enrico Feurer hat sich im Final durchgesetzt. Seine Firma wurde am 5. Jungunternehmerforum zum Start-up des Jahres gekürt.
27.10.17 - 08:42 Uhr
Wirtschaft
Die kleine Snora-Box hat nicht nur viel Sparpotenzial – sie steuert nämlich die Heizung in den Beschneiungsschächten von Skigebieten. Das Snora-Kästchen hat auch die Fach-Jury und das Publikum überzeugt: Jungunternehmer Enrico Feurer aus Fläsch wurde am Donnerstagabend mit seiner energieingenieur.ch zum Start-up des Jahres gekürt. Neben der Siegertrophäe – einem Pfeil der nach oben weist – wurde er mit einem Preisgeld von 3000 Franken belohnt.
Drei junge Unternehmen haben in der Aula der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur mit einem Videoclip ihr Geschäftsmodell präsentiert: Neben Jungunternehmer Feurer hoffte die Eturnity AG aus Chur von Matthias Wiget mit ihrem Solarrechner LEA, das Start-up-Duell für sich zu entscheiden. Im Finale war zudem Marcel F. Komminoth aus Maienfeld mit der CB Financial Services AG, die ein digitales Onboarding für Banken entwickelt hat.
Die energieingenieur.ch ist das vierte Bündner Unternehmen, das mit dem Jungunternehmerpreis ausgezeichnet wird. Im vergangenen Jahr hat der Online-Shop Buyfresh in Maienfeld den Preis nach Hause getragen. Im 2015 wurde die Skinrock AG in Saas prämiert und 2014 die AlpenHirt GmbH in Tschiertschen. Der letztjährige Gewinner, Franco Jenal, hatte denn auch einen Ratschlag an die anwesenden Jungunternehmer und den diesjährigen Sieger: «Es braucht einen langen Atem», meine er, «und viel Durchhaltevermögen.» Das Start-up-Duell bildet jeweils den Abschluss und Höhepunkt des Jungunternehmerforums. Diese Plattform für junge Führungspersönlichkeiten bietet Praxiswissen aus erster Hand und will Mut zum Unternehmertum machen.
So betonte Justin Meyer, Leiter ibW-Seminare, in seinem Impulsreferat etwa, wie wichtig es heute sei, sich klarzumachen, welcher Generation die Kunden angehörten – und auch die Mitarbeitenden. Er charakterisierte die Generationen von den Babyboomern bis zur Generation Z. Denn, so sein Fazit, künftig würden bis zu sechs Generationen in einer Firma arbeiten.
Finanzielles Gewissen aufbauen
Barbara Laim, Geschäftsinhaberin von «La Palausa», wies derweil in ihrem Praxisreferat darauf hin, man solle sich als Jungunternehmen ein «finanzielles Gewissen» aufzubauen, also jemanden, der einen anderen Blickwinkel einbringe und einen eben auch berate. Im Übrigen solle man sich Hilfe holen und etwa Teilbereiche auslagern. Oder einen Grafiker einbindet für den professionellen Auftritt. «Denn: selber machen ist nicht immer günstiger.» Schliesslich lohne es sich, nach Sonderkonditionen für Start-ups zu fragen, und zu lernen, mit Kritik umzugehen.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Jungunternehmerforums während diversen Workshops von Fachleuten profitieren. So erfuhren sie etwa, wie sie ihr Geschäftsmodell prüfen, worauf bei der Unternehmensplanung und Finanzierung zu achten ist.
Ursina Straub schreibt als Redaktorin der «Südostschweiz» für den Regionalteil der Zeitung und für Online. Ihre Themenschwerpunkte sind Landwirtschaft, Alp, Jagd, Grossraubtiere, Natur; zudem berichtet sie regelmässig aus dem Grossen Rat. Die gelernte Journalistin, diplomierte Landwirtin und Korrektorin EFA ist auch Leiterin Qualität. Mehr Infos
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