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Brambrüesch geht aufs Ganze

Die Chur Bergbahnen AG auf Brambrüesch steht vor wichtigen Weichenstellungen. Um dafür gerüstet zu sein, muss sie ihre Umsätze steigern. Ihre neuste Strategie: Mehr Ganzjahresabos zu Tiefstpreisen verkaufen.

20.09.17 - 12:28 Uhr
Wirtschaft
Brambrüesch Bergbahnen
Die neue Strategie der Churer Bergbahnen AG: Tiefstpreise.
YANIK BÜRKLI

Bis am 30. November wollen die Bergbahnen Brambrüesch 1111 Ganzjahresabos verkaufen. Oder wie es der Verwaltungsrat ausdrückt: 1111 Brambrüesch-Fans finden, die rund 260 Betriebstage im Jahr von einer freien Fahrt auf den Hausberg profitieren wollen. «Mit der Abo-Aktion wollen wir bei den Churern auch den Puls für die Weichenstellungen der Zukunft fühlen», erklärte Verwaltungsratspräsident Tom Leibundgut am Mittwoch vor den Medien. Geld soll bei diesem Bekenntnis eine möglichst kleine Rolle spielen, deshalb wurden die Preise für ein Brambrüesch-Abo für Inhaber der Chur Card markant gesenkt: 249 Franken für Singles, 349 Franken für Partner, die in einem Haushalt leben und 399 Franken für Familien. Das entspricht rund der Hälfte der bisherigen Preise.

Neu ist auch, dass es kein Winter- oder Sommerabo mehr gibt, sondern nur noch ein Ganzjahresabo. Damit wird der Besonderheit von Brambrüesch Rechnung getragen, dass sich am Churer Hausberg die Umsätze im Sommer und im Winter seit letztem Geschäftsjahr etwa die Waage halten. Dies vor allem dank den immer zahlreicheren Downhillbikern.

Mit der Abo-Aktion wolle man die Umsätze der Bahn «um mindestens 20 bis 25 Prozent» steigern, sagte Manuela Seeli, Geschäftsführerin der Bergbahnen. Eine Steigerung, die bei den angesprochenen Weichenstellungen helfen würde. Drängend ist vor allem der Ersatz der bald 50-jährigen Gondelbahn vom Känzeli nach Brambrüesch und die Verlängerung des auf das Jahr 2019 befristeten jährlichen Investitionsbeitrags der Stadt Chur in der Höhe von 500 000 Franken. «Wir wollen auch zeigen, dass wir etwas unternehmen und nicht einfach nur die hohle Hand machen», sagte Leibundgut dazu.

Eine Abstimmung über eine Verlängerung des Investitionsbeitrags ist gemäss Leibundgut voraussichtlich im Frühjahr 2019 zu erwarten. «Wir hätten eine solche Abstimmung gerne schon diesen Herbst durchgeführt.» Der Grund für die Verzögerung liege beim Stadtrat, dem Leibundgut ja ebenfalls angehört. «Ich trage hier zwei Hüte», erklärte dieser. Der Stadtrat wolle unter anderem abwarten, wie erfolgreich die Bahn mit ihrer neuen Strategie ist, bevor sie sich im Hinblick auf eine Volksabstimmung für eine Fortsetzung des Investitionsbeitrags stark mache.

Einen ersten Gradmesser vor dieser Abstimmung werden die Verkaufszahlen für das neue Ganzjahresabo darstellen. Die Aktion wird nur ausgeführt, wenn die Zahl von 1111 verkauften Abos bis Ende November erreicht wird. Ansonsten haben die Interessenten die Möglichkeit, das Abo zu einem immer noch rund 20 Prozent günstigeren Preis zu kaufen oder ganz darauf zu verzichten. Zum Vergleich: In den zurückliegenden Wintern wurden lediglich rund 250 Abos verkauft.

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