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Deutliche Verluste bei den Seilbahnen

Deutliche Verluste bei den Seilbahnen

​​​​​​​Der Verband Seilbahnen Schweiz blickt auf eine herausfordernde Wintersaison zurück. Grund sind die fehlenden internationalen Gäste sowie die corona-bedingten Betriebseinschränkungen. 

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Tourismus
Luftseilbahn Seilbahn Rhäzüns Feldis Bahn
Seilbahnen haben stark unter den Coronamassnahmen gelitten: Hier die Luftseilbahn von Rhäzüns nach Feldis.
PRESSEBILD

Rückblickend sei die Branche «froh und dankbar», dass die meisten Ski-gebiete diesen Winter ihren Betrieb hätten aufnehmen können. Das schreibt der Branchenverband Seilbahnen Schweiz zu seinem am Dienstag veröffentlichten Saisonmonitoring. Die befürchtete Überbelegung der Spitäler aufgrund von Skiunfällen sei glücklicherweise nicht eingetreten: Die Zahl der Skiunfälle in der Schweiz ging gegenüber der Wintersaison 2018/19 um knapp einen Drittel zurück. 

Wie nicht anders zu erwarten war, hinterliess die Coronakrise in der Seilbahnbranche finanziell allerdings deutliche Spuren: unter anderem bei den Umsätzen und der Zahl der Gäste (den Ersteintritten). Gemäss dem Saisonmonitoring, das jeweils auf eine Stichprobe von rund 60 repräsentativ ausgewählten Seilbahnunternehmen zurückgeht, ging die Zahl der Ersteintritte von Saisonbeginn bis Ende April im Vergleich zur Wintersaison 2018/19 um 20,1 Prozent zurück. 2018/19 wurde von Seilbahnen Schweiz als Vergleichswert hinzugezogen, da in der Saison 2019/20 am 13. März vom Bundesrat der erste Lockdown beschlossen worden war, was damals die landesweite Schliessung der Skigebiete zur Folge hatte. Im Vergleich zum 5-Jahres-Durchschnitt lagen die Ersteintritte 13,5 Prozent tiefer. 

Noch stärker als die Zahl der Gäste gingen die Personentransportumsätze zurück: nämlich um knapp 24 Prozent gegenüber der Saison 2018/19 und um 17 Prozent gegenüber dem 5-Jahres-Durchschnitt. Diese Rückgänge würden die Unternehmen vor grosse Herausforderungen stellen, schreibt Seilbahnen Schweiz.

Bündner schneiden besser ab

Verluste gegenüber der Saison 2018/19 verzeichneten diesen Winter auch die Seilbahnen im Kanton Graubünden. Allerdings fielen diese sowohl bei den Ersteintritten (–16,9 Prozent) als auch den Umsätzen (–14,5 Prozent) weniger stark aus als im Schweizer Durchschnitt. Zum Vergleich: Im Wallis gingen die Ersteintritte diesen Winter um 24,5 Prozent zurück, in der Zentralschweiz sogar um 27,7 Prozent. «Wenig überraschend verzeichnen jene Destinationen, die traditionell stark auf internationale Kundschaft ausgerichtet sind, einen grösseren Einbruch als regional und national ausgerichtete Skigebiete», heisst es in der Mitteilung zur Begründung. 

Auch die Grösse des jeweiligen Skigebiets spielte im Coronawinter 2020/21 eine entscheidende Rolle für den Erfolg: Besonders stark betroffen von den Einschränkungen aufgrund der Pandemie waren die grösseren Gebiete. So erlitten laut dem Saisonmonitoring beispielsweise Unternehmen der Grössenkategorie von 5 bis 9,9 Millionen Franken Umsatz pro Jahr einen Rückgang der Ersteintritte von 26 Prozent gegenüber der Saison 2018/19. Auch hier liegt die Erklärung auf der Hand: Viele grosse Skidestinationen orientieren sich stärker am internationalen Markt als die kleineren, die auf einheimische Gäste ausgerichtet sind. Folglich bekamen die Grossen der Branche den Wegfall der internationalen Gäste viel stärker zu spüren.

Hilferuf der Branche

Die Veröffentlichung der Zahlen zum «durchzogenen» Coronawinter nahm Seilbahnen Schweiz zum Anlass, eine eindringliche Warnung an die Politik zu richten. Aktuell sei die Rentabilität der Bergbahnen nicht gegeben. Die Bahnen würden aber die Funktion des touristischen «Service public» erfüllen. Ohne den Betrieb der Bergbahnen würden die Bergregionen in diesem Jahr «vor einem grossen wirtschaftlichen Fiasko» stehen, schreibt der Branchenverband. Es brauche daher «die Unterstützung der öffentlichen Hand für diese systemrelevante Branche». (sid)

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