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Ein guter Winter allein reicht nicht im Rheinwald

Die Bergbahnen Splügen-Tambo sind zufrieden mit der jüngsten Saison, brauchen aber in absehbarer Zeit ein Warme-Betten-Investment.

Jano Felice
Pajarola
Samstag, 26. Oktober 2019, 04:30 Uhr Bergbahnen Splügen-Tambo
Bergbahnen Spluegen
Die Bergbahnen Splügen-Tambo sind gut dran, aber noch nicht über dem Berg.
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«Wir sind auf dem richtigen Weg. Das ist Fakt, das ist nicht etwa schöngeredet», sagt Franco Quinter, Verwaltungsrat der Bergbahnen Splügen-Tambo AG. Organisatorisch seien die Bahnen letztes Jahr mit Hacher Bernet als neuem operativem Chef «einen schönen Schritt weitergekommen», und auch mit der jüngsten Wintersaison sei man sehr zufrieden. Konkret haben die Ersteintritte im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 104 000 zugenommen, der Gesamtumsatz ohne die inzwischen verpachtete Gastronomie um zehn Prozent.

Trotzdem ein Minus

Allerdings: Zwar würden die hartnäckigen und anstrengenden Bestrebungen der letzten Jahre allmählich Früchte tragen, aber «ein guter Winter allein rettet noch kein Skigebiet», das hält Quinter auch im gestern von der Generalversammlung der AG genehmigten Geschäftsbericht 2018/19 fest. So führten denn auch Faktoren wie die nötigen Abschreibungen sowie unvorhergesehene Ersatzinvestitionen letztlich zu einem Minus von 890 000 Franken.

Noch zwei Jahre Zeit

Gespräche mit interessierten Investoren sind deshalb im Gange. Denn nach wie vor ist klar: Nach der erfolgten Sanierung von 2017 ist als nächster Schritt die Realisierung von warmen Betten bei der Talstation nötig. Ein Masterplan dazu und zur touristischen Entwicklung im Rheinwald allgemein ist derzeit in Arbeit, auch als Hilfsmittel bei der Investorensuche. Zwei Jahre geben sich die Bergbahnen nun Zeit für das Aufgleisen einer Entwicklung, «diesen Schnauf haben wir», betont Quinter gegenüber der Redaktion. Dann aber müsse ein Projekt umsetzbar sein, «sonst wird es schwierig». Seiner Meinung nach seien die Bahnen dann nicht mehr weiterbetreibbar. «Wir würden immer wieder Gelder von aussen brauchen.» Er sei aber zuversichtlich, dass es zu einem Investment komme. Dankbar sei man auch Verwaltungsrat Karl Liechti, der als Übergangsinvestor die AG über Wasser halte.

«Fifi» Frei steigt aus

Ab Ende Geschäftsjahr nicht mehr dabei sein wird hingegen Ivo «Fifi» Frei, im April 2017 in den Verwaltungsrat gewählt. Wie Quinter eine Ankündigung Freis bestätigt, wird dieser aus dem Gremium zurücktreten – notabene steigt er auch aus dem ebenfalls von Quinter geleiteten Projekt Innoqube Swiss aus. Allfällige Spekulationen, die beiden hätten sich verkracht, weist Quinter zurück. Sowohl Innoqube als auch die Splügner Bahnen seien sehr arbeitsintensive Engagements, und es habe sich gezeigt, dass Frei immer weniger Zeit zur Verfügung stellen könne. «Wir haben gemeinsam entschieden, dass er aussteigt.» Mit der Arbeitsbelastung begründet auch Frei die Änderung. Er wolle sich wieder verstärkt auf die Tätigkeit in der eigenen Agentur Skipp Communications konzentrieren.

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Diese Investoren in Splügen wollen wärmere Betten und kältere Winter?
Bekommen dürften sie wärmere Winter und kältere Betten.
Schade, dass die Fantasie nicht bis zu meinem Gesundheitstourismus reicht, da lägen die gesunden Wachstumsraten.
1)
Die Krankenwesen-Kosten der Jahrzehnte nach 2030 dürften noch mehr krankmachen.
2)
Das Schweizer Gesundheitswesen kostete anno 2017 bereits unglaubliche 816 Franken pro Einwohner pro Monat gemäss Bundesamt für Statistik (SO 23.10.2019), und ich ergänze: sind wir deswegen gesünder?
Aus meinem Comment:
Wolfgang Reuss
21.10.2019 - 22:26 Uhr
SO 12.2.2017 sieht mehr als Verdopplung der KK-Prämien bis 2030.
https://www.ey.com/ch/de/newsroom/news-releases/medienmitteilung-ey-kos…
Mich würde noch mehr interessieren, was die Jahrzehnte danach passiert. Es ist so ähnlich wie beim Klima und der Doomsday Clock: Wer das noch Hinbiegen will, muss früh genug bzw. alle Register ziehend starten.