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Freude schöner Bündnerdörfer

Wenn Bündner etwas mit Sicherheit wissen, dann, dass sie in einer der schönsten Regionen überhaupt leben. Nichtsdestotrotz kann man sich das gerne mal wieder in Erinnerung rufen. Noch schöner ist es, sich das auch vom Bundesamt für Kultur (BAK) und von Schweiz Tourismus nochmals bestätigen zu lassen.

David
Eichler
Dienstag, 15. Oktober 2019, 11:58 Uhr Verliebt in schöne Orte

Das Bundesamt für Kultur führt das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS). Darin werden die wertvollsten Siedlungen der Schweiz bezeichnet, wie Schweiz Tourismus heute in einer Mitteilung schreibt. Derzeit umfasst das ISOS rund 1200 Ortsbilder.

Unter dem Motto «Verliebt in schöne Orte» hebt Schweiz Tourismus zwanzig Schweizer Orte aus dem ISOS besonders hervor. Darunter auch vier Highlights aus Graubünden: Castesegna, Malans, Sent und Soazza. «Südostschweiz.ch» hat die schönsten Formulierungen zusammengetragen. Eine Ode an Graubünden:

Castasegna

  • Das Dorf überrascht mit seinem städtischen Ortskern
  • Entlang der Hauptgasse reihen sich neben einfachen Wohnhäusern mehrere Prestigebauten, darunter die Villa Garbald (der einzige Bau des international bekannten Architekten Gottfried Semper südlich der Alpen).
  • Oberhalb des Dorfes erstreckt sich einer der grössten Edelkastanienwälder Europas.
  • inmitten des lockeren Kastanienwaldes befindet sich eine Wohnsiedlung, die der Architekt Bruno Giacometti in den 1950er-Jahren für die Angestellten des örtlichen Kraftwerkes gebaut hatte.

Malans

  • Malans gehört zur Bündner Herrschaft, die durch ihren klimatischen Vorzug auch als «Garten Graubündens» bezeichnet wird.
  • Neben den Patrizierhäusern beeindruckt die Gemeinde durch die sternförmige Anordnung der dicht bebauten Gassen rund um das Zentrum und durch die grossen und bis ins Zentrum reichenden Weingärten.
  • Die Wein- und Obstgärten zwischen den bebauten Bereichen sowie eingezäunte Hausgärten sorgen für eine einzigartige ländliche Idylle im Ort.
  • Im oberen Bereich von Malans liegt die barocke Schlossanlage Bothmar mit einem grosszügigen mehrteiligen Garten.

Sent

  • Wie in vielen Bergregionen emigrierten zahlreiche Senter ab dem 17. Jahrhundert ins Ausland, vor allem ins nahe Italien. Als Söldner, Zuckerbäcker oder Geschäftsleute kamen einige von ihnen zu Vermögen und bauten in der Heimat stattliche Häuser, die heute noch das Dorfbild prägen.
  • Heute reihen sich im Ortskern Bauern- und Bürgerhäuser dicht entlang eines engen Wegnetzes mit mehreren Hauptgassen und um mehrere Plätze. Besonders eindrücklich ist der Dorfplatz mit prächtigem Brunnen in der Ortsmitte.
  • Schon von weitem sichtbar ist die spätgotische Dorfkirche San Lurench. Am westlichen Dorfende liegt die markante Kirchruine San Peder, die heute in privatem Besitz und das Wahrzeichen des Dorfes ist.
  • In Sur En, einem kleinen Weiler unterhalb von Sent, findet man eine 60.5 Meter lange, gedeckte Holzbrücke aus dem Jahre 1868, die heute noch als längste noch bestehende Holzbrücke Graubündens gilt.

Soazza

  • Die schönen Gassen im Dorfinneren erscheinen stellenweise städtisch elegant und stellenweise bergbäuerlich rustikal.
  • Hier finden sich kleine, steingedeckte Steinhäuschen, prominent dazwischen stehen herrschaftliche, bedeutende Gebäude wie der Palazzo à Marca oder – oberhalb des Ortskerns am Waldrand – das Hospiz aus dem 17. Jahrhundert, das einst Sitz der Kapuziner-Mission war.
  • Die grösste Attraktion im Ort ist die aussichtsreiche Pfarrkirche San Martino, die auf einem Hügel über dem Dorf thront.
  • Aber auch der Wanderweg entlang des Bahntrassees zwischen Mesocco und Boffalora lohnt einen Ausflug. Der Weg führt entlang der stillgelegenen Bahnlinie durch herrliche Landschaften, über Brücken und durch Tunnels.

Ein paar andere schöne Orte der Schweiz

Neben den vier Bündner-Perlen hat sich Schweiz Tourismus 16 weitere Dörfer aus dem ISOS ausgewählt. Dabei sei neben dem touristischen Potenzial darauf geachtet worden, dass sich die Dörfer entlang der Grand Tour of Switzerland befinden. Diese führt auf rund 1600 Kilometern durch alle vier Sprachregionen, über fünf Alpenpässe, zu zwölf UNESCO-Welterbestätten und an 22 Seen entlang. Darüber hinaus sollte das jeweilige Ortsbild in typischer Weise die Region widerspiegeln. Eine Übersicht verschafft der Clip von Schweiz Tourismus.

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