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Ein Rekord mit politischer Strahlkraft

Die Churerinnen und Churer zieht es in Scharen auf ihren Hausberg. Im Februar sind die Passagierzahlen der Brambrüeschbahn massiv in die Höhe geschnellt. Trotzdem ist die Zukunft der Bahn ungewiss.

Olivier
Berger
Mittwoch, 06. März 2019, 04:30 Uhr Zukunft ungewiss
Brambrueesch Brambrueesch-Bahn
Trotz hohen Passagierzahlen - die Zukunft der Brambrüeschbahn ist ungewiss.
ARCHIVBILD

Es ist ein Plus, das aufhorchen lässt: Die Churer Brambrüeschbahn hat ihre Ersteintritte im Februar gegenüber dem Vorjahr um 43,8 Prozent gesteigert. Das bestätigte Thomas Hensel, Verwaltungsrat der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein AG, gestern auf Anfrage. Zum Vergleich: Im kantonalen Durchschnitt stiegen die Ersteintritte bei den Bergbahnen im Februar um knapp zehn Prozent (Ausgabe von gestern).

Ein Viertel mehr Umsatz

Auch beim Transportumsatz hat die Brambrüeschbahn kräftig zugelegt, wie Hensel erklärte. Dieser stieg von rund 140 000 Franken um fast 25 Prozent auf neu rund 175 000 Franken. Dies erstaunt umso mehr, als dass die Bahn schon im Februar 2018 äusserst erfolgreich geschäftet hatte. «Die Steigerung zeigt, wie die Churerinnen und Churer zu ihrer Bahn stehen», sagte Hensel. «Die Bahn liegt der Bevölkerung am Herzen.»

Für die Verantwortlichen der Bahn kommen die erfreulichen Resultate zur richtigen Zeit. Morgen nämlich debattiert der Churer Gemeinderat über die Zukunft der Bergbahn. Der Stadtrat will der Bahn mit knapp 25 Millionen Franken unter die Arme greifen. Für diesen Preis könnte die Bahn eine Direktverbindung aus der Stadt nach Brambrüesch bauen (Ausgabe vom 16. Februar). Im Gegenzug würde die Stadt die heutigen jährlichen Betriebsbeiträge streichen.

Die SVP will eine neue Botschaft

Auch wenn derzeit noch höchst unklar ist, wie der Gemeinderat am Ende entscheiden wird: Zumindest die SVP-Fraktion will das Geschäft an den Stadtrat zurückweisen. «Wir werden einen entsprechenden Antrag stellen», bestätigte SVP-Fraktionschef Mario Cortesi gestern auf Anfrage. Cortesi ist es aber auch wichtig zu betonen, dass «die ganze SVP-Fraktion geschlossen hinter der Brambrüeschbahn steht».

Der geplante Rückweisungsantrag hat deshalb einen anderen Hintergrund. «Wir sind für die Bahn, aber nicht unbedingt zu jedem Preis», sagte Cortesi. Er finde es falsch, dass der Stadtrat – wie auch der Verwaltungsrat der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein AG – die Direktverbindung als einzige Lösung favorisiere. «Es gäbe auch die Möglichkeit, nur die obere Sektion der Bahn für rund 14 Millionen Franken zu ersetzen und den Zubringer aus der Stadt aufs Känzeli weiter zu betreiben», erklärte Cortesi.

Das Volk soll entscheiden

Die SVP will laut Cortesi vom Stadtrat denn auch nicht verlangen, ganz auf eine Investitionsspritze für die Bahn zu verzichten. «Wir sind aber der Meinung, dass dem Stimmvolk beide Varianten vorgelegt werden sollten», betonte Cortesi. «So können die Churerinnen und Churer an der Urne entscheiden, wie viel ihnen die Bahn wert ist, und welche Variante sie sich wünschen.» Welche Chancen der Vorschlag der SVP im Rat hat, lässt sich derzeit kaum beurteilen.

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