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Die Zürcher fahren auf das Aroser Bärenland ab

In Zürich fährt ein «Bärentram» durch die Stadt. Es ist Teil einer gross angelegten Werbekampagne, dank der schon über 35 000 Personen den Weg ins Arosa Bärenland gefunden haben.

Linth-Zeitung
Montag, 03. Dezember 2018, 04:30 Uhr Tourismus
Bärenstarkes Marketing: In Zürich wirbt eine ganze Tram-Komposition für das Aroser Bärenland.
PRESSEBILD

von Andri Nay


Tatzen weisen einem den Weg zum Sitzplatz und aus allen Ecken grüsst Napa, der ehemalige serbische Tanzbär. Willkommen im Bärentram in Zürich. Die auf Arosa Bärenland getrimmte Strassenbahn ist Teil einer gross angelegten Marketing-Kampagne von der Stiftung Arosa Bären und der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Die Kampagne scheint ein durchschlagender Erfolg zu sein. In den ersten zweieinhalb Monaten haben bereits 35 000 Personen das Bärenland besucht. «Das liegt deutlich über unseren Erwartungen», sagt Pascal Jenny, Präsident der Stiftung Arosa Bären und Direktor von Arosa Tourismus.


400 000 Franken teure Kampagne


Doch nicht nur im öffentlichen Verkehr, nein auch auf sogenannten Familienmessen in Basel und Bern gab es Werbeauftritte des Bärenlands. Zudem wurde in allen grossen Deutschschweizer Bahnhöfen auf Plakaten und Bildschirmen geworben. Insgesamt kostet die über anderthalb Jahre laufende Kampagne laut Jenny 400 000 Franken. 
Die Kampagne ruft auch zum Spenden auf. Auf diese Weise sind bereits mehr als 150 000 Franken an Spendengeldern zusammengekommen. Sie sind für die Betriebsfinanzierung «notwendig», wie Jenny erklärt. 
Nebst der kapitalintensiven Werbekampagne bekommt Napa aber auch viel Gratis-PR über die sozialen Netzwerke und Onlinemedien. Auf diesen Kanälen kann beinahe täglich zugeschaut werden, wie Napa im Teich badet, zum Zahnarzt geht, an einem Baumstamm kratzt oder im Schnee Purzelbäume schlägt. «Aus Sicht des Marketings könnte sein Verhalten nicht besser sein», so Jenny.


Bärenland als Tourismusmagnet


Um herauszufinden, wer das Bärenland besucht, haben Arosa Tourismus und Vier Pfoten eine Umfrage bei rund 400 Bärenland-Besuchern durchgeführt. Die Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der Gäste durch die Werbekampagne oder über soziale Netzwerke auf das Bärenland aufmerksam geworden sind. «Die Kampagne funktioniert extrem gut», sagt Jenny. 

Die Studie sagt auch einiges über die Demografie der Bärenland-Besucher aus. So sind 50 Prozent der Besucher Familien, und «fast 100 Prozent» kommen aus der Deutschschweiz. Zahlen, die Jenny besonders freuen: 60 Prozent der Bärenland-Besucher übernachten in Arosa und 81 Prozent sind gar zum ersten Mal nach Arosa gefahren. Das Bärenland spricht also viele neue Gäste an, und die Mehrheit der Gäste verbindet den Besuch bei Napa erst noch mit einer Übernachtung.

So verwundert es nicht, dass in der Tourismusdestination die Logiernächte gestiegen sind. Im September um 21,6 Prozent, und im Oktober dürften es laut Jenny wohl auch gegen 20 Prozent gewesen sein. Jenny führt diesen Anstieg hauptsächlich auf das Bärenland zurück. 

Für Jenny überraschend ist, dass «nur 48 Prozent» der Gäste mit der RhB anreisen. «Da hätten wir ein wenig mehr erwartet.»

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