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«Mit dem Cube-Aus hätten wir nie gerechnet!»

Das Hotel 'Cube' in Savognin schliesst seine Türen. Nicht nur für die Bewohner Savognins eine Schocknachricht, sondern auch für Daniel Fischer, Verwaltungspräsident von Tourismus Savognin Bivio Albula AG. Wir haben mit ihm gesprochen.

Jürg
Huber
Freitag, 14. September 2018, 17:53 Uhr Tourismusverwaltungspräsident nimmt Stellung
Cube Hotel
Die Schliessung des Hotels «Cube» ist für die Region ein herber Verlust.
ARCHIV

Herr Fischer, kommt die Schliessung des Hotels «Cube» für Sie überraschend? 

Sehr überraschend! Die Schliessung erfolgte auch für uns sehr kurzfristig und wurde uns mit drei Tage Vorlauf mitgeteilt. 

Können Sie sich erklären, wie es so weit kommen konnte?

Momentan ist es noch sehr schwierig, etwas Konkretes zu sagen. Es ist der Entscheid des Hauptaktionärs der Cube AG Rudolf Tucek aus Österreich. Die Gründe wurden gegenüber dem Personal sehr fokussiert und eng begründet. Was wir wissen, ist, dass es Schwierigkeiten zwischen der Cube AG und der Gemeinde sowie den Bergbahnen gab. Dass es so eskalieren würde und gerade in dieser Form, kam auch für uns sehr überraschend. Über die wirklichen Gründe tappen selbst wir im Dunkeln. 

Haben Sie Informationen, wie es jetzt weitergeht?

Das Hotel bleibt ab kommenden Montag geschlossen. Wir haben die Dispositionen, was Mitarbeiter und Gäste betrifft, unterstützt und werden dann möglichst rasch ein Gespräch mit Herrn Tucek suchen, um herauszufinden, welche Probleme den Betrieb verhindern. Unser Ziel ist es, die Türen des «Cube» so schnell wie möglich wieder zu öffnen.

Was passiert mit dem Personal?

Momentan stehen wir in Kontakt mit dem Betrieb und bieten eine Hilfestellung an, damit weder Gäste noch Mitarbeitende vor einen Härtefall gestellt werden. 

Für die Gemeinde Surses sind zwei neue Hotelprojekte geplant. Haben Sie da Bedenken, dass die Hotels bestehen könnten?

Die Zeit für Investoren ist zu diesem Zeitpunkt alles andere als attraktiv. Dennoch ist unsere Destination in einem tollen Aufbruchprozess und unsere neuen Hotelprojekte spielen darin eine wichtige Rolle. Es ist auf jeden Fall eine anspruchsvolle Aufgabe, ein Hotelprojekt wirtschaftlich stark zu betreiben, aber wir haben sehr fundierte Abklärungen gemacht und sind mit Investoren sowie Projektinitianten am Ball. Ich gehe davon aus, dass wir weiterhin erfolgreich an diesen Projekten arbeiten werden. Dieser Vorfall wird uns sicher nicht abbringen, einen Schritt vorwärts zu machen. 

Eine Frage, die wahrscheinlich zu früh kommt, aber was sollte man in Zukunft anders machen in der Region?

Es darf auf keinen Fall nochmals so eskalieren. Miteinander muss man hinter den Kulissen eine Lösung suchen, um dann vor der Kulisse mit dem Personal und den Gästen zuverlässig und nachhaltig arbeiten zu können. Die wahren Gründe, die schliesslich zur Schliessung führten, sind auch für uns noch schwierig zu analysieren. 

Gibt es spezielle Massnahmen, die seitens der Tourismusorganisation ergriffen werden?

Wir sind dabei, den Schaden möglichst gering zu halten. Der nächste Schritt ist mit dem Eigner ein Gespräch zu suchen. Wir werden versuchen, so rasch wie möglich mit dem Vorstand des Hotels an einen Tisch zu sitzen und anschauen, was wir beitragen können. Dann müssen wir miteinander, falls Probleme vorhanden sind, diese aus dem Weg räumen und eine neue Perspektive finden. Das «Cube» ist ein grosser Anbieter in unserer Destination und ich erwähne nochmals, dass es sehr wichtig ist, dieses gute Produkt der Öffentlichkeit im Winter wieder zugänglich zu machen.

Das Treffen zwischen Rudolf Tucek und Daniel Fischer wäre für beide ein Novum. Die Beiden haben sich vorher noch nie gesehen. 

Wie sieht es in Bezug auf die neu geplanten Hotels aus?

Das ist unabhängig vom «Cube»-Hotel -  dort wird ganz normal weiter hart daran gearbeitet. Natürlich ist uns bewusst, dass diese Projekte jetzt noch eine grössere Relevanz haben als zuvor. Die Destination ist in der Art der Entwicklung gesehen ein Masterplan. Wir wollen eine Ein-Jahres-Perspektive entwickeln, wo diese beide neuen Hotelprojekte eine wichtige Rolle spielen. 

Was erhoffen Sie sich in Zukunft für die Region?

Der Tourismus im Berggebiet befindet sich in einer schwierigen Situation. Die Region ist mit ihren natürlichen Voraussetzungen und mit dem Potenzial im kulturellen Bereich sehr gut aufgestellt. Wir sind überzeugt, dass wir positiv in die Zukunft blicken können. 

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