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Kein Aufatmen für Pischa und Rinerhorn

Die Davoser Pischabahn und die Rinerhornbahn schreiben wieder schwarze Zahlen. An ihrer schwierigen Situation ändert das nichts.

Béla
Zier
Donnerstag, 12. Juli 2018, 04:30 Uhr Düstere Zahlen und Sparkurs
Schon wieder gibt es schwarze Zahlen
PRESSEBILD

Zwei Faktoren waren Grundlage dafür, dass die Bündner Bergbahnbranche diesen Winter weniger zu klagen hatte als in den Vorjahren. Es gab Schnee in Hülle und Fülle und die Währungssituation präsentierte sich entspannter. Natürlich hätten die Sonnentage zahlreicher ausfallen dürfen, aber zumindest in Graubünden findet Wintersport bislang immer noch im Freien statt.

Dass sich die positive Ausgangssituation auf die Geschäftsergebnisse der Bergbahnen niederschlagen wird, davon war auszugehen. So auch bei der Davoser Bergbahnen Rinerhorn AG. Nachdem das Tochterunternehmen der Davos Klosters Bergbahnen AG (DKB) fünf Jahre hintereinander rote Zahlen geschrieben hat, resultiert im Geschäftsjahr 2017/18 mit rund 49 000 Franken (Vorjahr –172 000 Franken) wieder mal ein Plus.

Trotz erfreulichem Ergebnis …

Die Rinerhornbahn hat ein ganz ordentliches Geschäftsjahr hingelegt. Im Winter wurden gemäss Jahresbericht 2017/18 rund 97 200 Ersteintritte (Vorjahr 83 600) gezählt. Im Sommer 2017 verzeichnete man mit knapp 48 800 Ersteintritten (48 500) nur eine marginale Steigerung.

Insgesamt resultiert für 2017/18 ein Verkehrsertrag von 2,77 Millionen Franken (2,51 Millionen Franken). Diese Steigerung ist der Zunahme der Ersteintritte im Winter um 16,3 Prozent zuzuschreiben. Der totale Betriebsertrag liegt bei 5,79 Millionen Franken (5,01 Millionen Franken). Hier fiel vor allem auch der gegenüber dem Vorjahr erzielte Mehrertrag aus dem Bereich Hotel/Gastro ins Gewicht, bei dem ein Plus um fast 400 000 Franken auf 2,46 Millionen Franken resultierte. Als Cashflow werden 846 000 Franken ausgewiesen (578 000 Franken).

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen zufriedenstellend aus, aber damit kommt die Rinerhornbahn, die dringendst in ihre Beschneiungsanlagen investieren muss (Ausgabe vom 7. Juli), auf keinen grünen Zweig.

… steht ein Sparkurs bevor

Das Ergebnis werde durch den Umstand getrübt, dass bei Bergbahnen im Rinerhorn-Format im Minimum eine Cashflow-Marge von 25 Prozent des Gesamtertrags für eine «nachhaltige Ertragskraft gefordert wird», ist im Jahresbericht des Verwaltungsrats festgehalten. Diesen Wert habe man 2017/18 mit 15 Prozent noch nicht erreichen können. Man werde «kostensenkende Massnahmen einleiten müssen», damit die geforderten Werte in Zukunft erreicht werden könnten, heisst es. Als Bereiche, in denen der Rotstift angesetzt werden soll, nennt Yves Bugmann den Personal- sowie übrigen Betriebsaufwand. Je nachdem würden weniger Saisonstellen besetzt, so Bugmann. Er ist Rinerhorn-Verwaltungsrat und Finanzchef der Muttergesellschaft, der Davos Klosters Bergbahnen AG.

Pischa hat eine «Endlaufzeit»

Die Sportbahnen Pischa AG, die zweite DKB-Tochter, ist nur im Winter in Betrieb. Auch hier verhalf der viele Schnee dazu, dass analog zum Rinerhorn nach fünf Jahren unter dem Strich wieder mal ein Gewinn herausgeschaut hat. 5000 Franken sind zwar ziemlich kümmerlich, aber 2016/17 fuhr man noch einen Verlust von 155 000 Franken ein. Insgesamt wurden 12 600 Ersteintritte registriert (Vorjahr 11 900). Der Verkehrsertrag summiert sich auf rund 530 000 Franken (491 000 Franken). Diese Zunahme stehe aber in erster Linie in Zusammenhang mit der Steigerung der regionalen Einnahmen, ist im Geschäftsbericht 2017/18 vermerkt.

Dadurch, dass die sogenannten regionalen Pooleinnahmen aus dem Ticketverkauf, etwa den Saisonkarten, gestiegen seien, habe auch die Pischabahn mehr Geld erhalten, erklärt Bugmann, der auch im Pischa-Verwaltungsrat sitzt. Der 2017/18 erzielte totale Betriebsertrag der Pischabahn beläuft sich auf rund 702 000 Franken (652 000 Franken). Entgegen dem Vorjahr resultiert mit 45 000 Franken ein positiver Cashflow (–115 000 Franken).

Die Pischabahn wird schon länger totgesagt. Konzeptionell wurde das Gebiet auf Freerider und Winterwanderer ausgerichtet. Skilifte wurden abgebaut, eine Beschneiung ist inexistent. Das Unternehmen lebt von der Hand in den Mund, Investitionen können nicht aus eigener Kraft finanziert werden. Und dort liegt der Hund begraben. Die Muttergesellschaft hat schon vor vielen Jahren für ihre Tochterunternehmen den Tarif damit durchgegeben, dass es keine Quersubventionierung geben werde. Jetzt ist in dem vom Pischa-Verwaltungsrat verfassten Jahresbericht dieser Satz zu finden: «In den nächsten Jahren werden Investitionen vermehrt wieder auftreten, und damit stellt sich auch zwangsläufig die Frage der Fortführung, mit welcher sich der Verwaltungsrat beschäftigen müssen wird.»

Bugmann hält fest, dass die Pischabahn einfach eine «Endlaufzeit» habe. Es könne noch fünf oder zehn Jahre dauern, man wisse das eigentlich nicht sehr genau. Abhängig sei dies in erster Linie von kommenden Investitionen. Irgendwann müssten ein Seil der Gondelbahn oder ihre Kabinen ersetzt werden, und dann kämen Dimensionen, «die wir nicht finanzieren können.» Man müsse sich damit auseinandersetzen, wie es dann weitergehen solle.

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