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Eine Viertelmillion Gewinn dank wetterabhängigen Tickets

Ein Preismodell wie das «meteo-dynamische Pricing» lockt nachweislich zusätzliche Wintersportler in ein Skigebiet. So konnte in den untersuchten Wintersportgebieten, darunter die Pizolbahnen, ein Umsatz von über einer Viertelmillion Schweizer Franken erzielt werden.

Südostschweiz
Mittwoch, 23. Mai 2018, 14:12 Uhr Umsatzsteigerung
Auch die Pizolbahnen arbeiten mit diesem System.
ZVG

Zwei Wintersportsaisons bestimmte das Wetter die Online-Tagesticketpreise bei den Pizolbahnen im Sarganserland und den Belalp Bahnen im Oberwallis. Bei schlechtem Wetter waren Tageskarten bis zu 50 Prozent günstiger. Ein Preismodell, welches nachweislich zusätzliche Wintersportler in ein Skigebiet lockt, wie ein Forschungsprojekt der Fachhochschule St. Gallen herausgefunden hat.

Mehr Einnahmen als Verluste

In beiden Wintersportgebieten konnte ein Umsatz von 330'000 Franken erzielt werden. Der Umsatz mit Kunden, welche auch ohne das Angebot der wetterabhängigen Tageskarte gekommen wären, betrug dabei 170'000 Franken. Diese profitierten gesamthaft von einem Preisvorteil in der Höhe 64'000 Franken. Dies entspricht einem durchschnittlichen Rabatt von 27 Prozent auf den Preis einer regulären Tageskarte. Der Zusatzumsatz mit Kunden, die ausschliesslich aufgrund der wetterabhängigen Tageskarte den Wintersporttag verbrachten, betrug 160'000 Franken. Damit überstieg der Zusatzumsatz die Rabattkosten bei Weitem. «Abzüglich der Einnahmen, die durch den Rabatt verloren gingen, konnten die beiden Skigebiete mit der wetterabhängigen Tageskarte immer noch über eine Viertelmillion an Umsatz generieren. Und dieser Umsatz wurde vornehmlich an jenen Tagen erzielt, die aufgrund der schlechteren Wetterbedingungen normalerweise als umsatzschwach gelten», erklärt Projektleiter Prof. Dr. Dietmar Kremmel vom Institut für Unternehmensführung der Fachhochschule St.Gallen.

Neue Personen ins Skigebiet gelockt

Im Schnitt konnten in beiden Gebieten knapp über 50 Prozent der Kunden aufgrund des Angebots einer wetterabhängigen Tageskarte gewonnen werden. Diese rund 1'800 Zusatzkunden erwarben circa 5'000 Tickets der insgesamt rund 10'000 verkauften Tageskarten, die über die Buchungsplattform «tipo ticketing» gebucht wurden. Wie eine Umfrage ergab, konnten zahlreiche Kunden durch die Innovation der wetterabhängigen Tageskarte zum ersten Mal ins jeweilige Skigebiet gelockt werden. In der Wintersportregion Belalp betrug dieser Wert fast 20 Prozent während im Pizol mit noch höherem Tagesgastanteil der Wert nahezu 35 Prozent erreichte. Klaus Nussbaumer, CEO der Pizolbahnen, ergänzt: «Während es noch viele andere Felder gibt, die man pflegen und bewirtschaften muss, leistet das wetterabhängige Preismanagement einen wichtigen positiven Beitrag an den Gesamtumsatz. Der Impact und Nutzen sind vorhanden.»

Wetterabhängige Tageskarte wird fortgeführt

Die Hohe Zufriedenheit und Weiterempfehlung der Kundinnen und Kunden führt dazu, dass auch nach Beendigung des Forschungsprojekts mit der FHS St.Gallen das Konzept des meteo-dynamischen Pricings und seine wetterabhängige Tageskarte weitergeführt wird. Dabei sollen neben den bestehenden Partnern Belalp und Pizol auch weitere Skigebiete gewonnen werden. (egt)

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