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Eine zweite Chance für Klosterser Tourismus

In Klosters Dorf soll in wenigen Jahren ein Resort mit über 500 Betten eröffnen. Hinter dem Projekt, das ein Hotel beinhaltet, steht die Madrisabahn. Damit der Plan verwirklicht werden kann, muss das Stimmvolk eine Umzonung bewilligen.

Béla
Zier
Mittwoch, 31. Januar 2018, 08:00 Uhr Resort mit über 500 Betten
Blick in die Zukunft: Die Visualisierung zeigt das Resort sowie das Parkhaus bei der Klosterser Madrisabahn.
VISUALISIERUNG GEORG BARANDUN

Erst vergangenen November hatte das Klosterser Stimmvolk den Bau des Luxushotels «La Montana» im Ortszentrum haushoch verworfen. Die Ablehnung stehe nicht mit mangelndem Tourismusverständnis in Zusammenhang, hiess es danach im Ort. Ob dem so ist, wird sich diesen Sommer zeigen.

Dann soll in Klosters eine Volksabstimmung stattfinden, die die Basis für ein Tourismusprojekt bildet, das dem Ort abermals die Chance bieten würde, zu dringend benötigten neuen Gästebetten zu kommen. Der Plan: Auf dem heute von der Madrisabahn genutzten Parkplatzareal in Klosters Dorf soll ein grosses Resort inklusive Hotel gebaut werden.

Das Land ist im Besitz der Bürgergemeinde Klosters und soll für das Resort in einem 90-jährigen Baurecht abgetreten werden. Für die unumgängliche Umzonung braucht es einen Volksentscheid. Könnte das Projekt realisiert werden, würde Klosters total 544 neue Tourismusbetten erhalten. Das sagte Roger Kunz, Verwaltungsratspräsident der Klosters-Madrisa Bergbahnen AG, gestern auf Anfrage.

Mangel an Hotelbetten beheben

Auf dem bisherigen Madrisa-Parkplatz sind laut Kunz sieben Häuser mit total 71 touristisch bewirtschafteten Wohnungen vorgesehen. Diese Bauten wären drei- bis fünfgeschossig und würden insgesamt 388 Betten bieten. Zudem soll auf dem Autoabstellplatz ein 3-Stern-Hotel mit 78 Doppelzimmern entstehen. Das fünfstöckige Gebäude würde sich in seinem architektonischen Charakter von den anderen Bauten abheben (siehe Visualisierung) und wäre auf Familien ausgerichtet. Wie Kunz ausführte, seien im Hotel ein Restaurant mit 160 Plätzen sowie ein Sportgeschäft geplant. Der Gastrobereich würde auf ein Frühstücksangebot beschränkt bleiben.

«Die Madrisabahn und insbesondere Klosters leiden unter einem Mangel an Hotelbetten. Das Projekt soll dazu beitragen, dass man die vielen Betten, die man in der Vergangenheit verloren hat, ein Stück weit wieder kompensieren kann», sagte Kunz zum Sinn und Zweck des Ferienresorts.

Zuerst das Parkhaus bauen

Die wegfallenden Parkplätze würden durch ein Parkhaus auf dem Areal der Madrisa-Talstation ersetzt. Dort hätten dann 560 Autos Platz. Laut Kunz wären dort auch einige Carparkplätze angedacht. Das Bauprogramm würde 2019 zuerst mit dem Parkhaus starten. In einer zweiten Etappe folgen würde dann das Hotel samt der Resortbauten. Dieser Bereich soll gemäss Kunz bis Ende 2021 bezugsbereit sein.

Wie Kunz ausführte, befinde sich das gesamte Projekt noch beim Kanton Graubünden zu Vorprüfung. Dies wegen der künftigen Nutzung des Parkplatzes als Hotelzone. Der Standort für das Ferienresort sei der «einzig richtige in Klosters», erklärte Kunz überzeugt. Es gebe dazu verschiedene Studien von Tourismusfachleuten, die bestätigten, dass man solche Resorts bei bestehenden Infrastrukturen wie eben der Madrisabahn bauen solle.

Kosten von 40 Millionen Franken

Kunz schätzt die Kosten für das Gesamtprojekt auf etwa 40 Millionen Franken. Man wolle das gesamte Resort einem Investor verkaufen, die Madrisabahn sei reine Projektentwicklerin. Interesse an diesem touristischen Geschäftsfeld ist offenbar vorhanden. «Wir haben schon verschiedene Anfragen schweizerischer Immobilienfonds erhalten», so Kunz. Er betonte, dass man erst dann verkaufen werde, wenn man wisse, wer schlussendlich das Resort betreibe. «Das ist ein wichtiger Bestandteil, denn es nützt nichts, wenn wir einfach verkaufen und dann wird das Resort nicht richtig bewirtschaftet», hielt Kunz fest. Geführt werden soll das Resort ganzjährig.

Kunz ist sich sicher, dass das Angebot dem Gästebedürfnis entspricht. Andere Destinationen hätten das mit solchen Projekten bereits bewiesen. Der Volksabstimmung blickt er positiv entgegen. Die Madrisabahn geniesse in der Bevölkerung eine grosse Sympathie und: «Um die Madrisa langfristig in die schwarzen Zahlen zu führen, brauchen wir mehr Ersteintritte, und das schaffen wir nur, indem wir das Hotelresort bauen können.»

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