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«Der Gesundheitstourismus ist unsere Stärke»

Die Gesundheitsversorgung und -finanzierung im Kanton Graubünden stand bei der Interessengemeinschaft (IG) der Kleingemeinden Graubündens im Zentrum. Am Samstag fand die jährliche Tagung in Chur statt.

Denise
Erni
Montag, 06. November 2017, 04:30 Uhr IG Kleingemeinden Graubünden
Interessierte Zuhörer: Über 80 Teilnehmer der IG Kleingemeinden Graubündens haben sich im Grossratssaal in Chur zur Tagung eingefunden.
MARCO HARTMANN

Den ersten Samstag im November haben sich viele Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten und Vertreter von Gemeinden rot in ihrer Agenda angestrichen. Dann nämlich findet jeweils im Grossratssaal in Chur die jährliche Tagung der IG Kleingemeinden Graubündens statt. Und jeweils im Frühjahr bestimmt der Vorstand das Thema, über das in der rund dreistündigen Veranstaltung gesprochen werden soll. Heuer widmete man sich der Gesundheitsversorgung und -finanzierung im Kanton Graubünden. «Wir setzen uns besser heute als morgen mit der Gesundheitsversorgung auseinander», sagte Regula Götte, Gemeindepräsidentin von Zillis-Reischen und derzeitige Präsidentin der IG Kleingemeinden Graubündens. Als Referenten wurde Rudolf Leuthold, Leiter des kantonalen Gesundheitsamtes, Philipp Gunzinger, Delegierter des Stiftungsrates des Center da sandà Engiadina Bassa, Arnold Bachmann, CEO Kantonsspital Graubünden, und Reto Keller, Direktor Spital Thusis, sowie Regierungsrat Christian Rathgeb geladen.

Kurz nach 9.30 Uhr eröffnete Götte den Anlass. Über 85 Teilnehmer – von Arosa über San Vittore bis Zernez –, nahmen den teilweise langen Weg nach Chur auf sich.

Peripherie und Zentrum

Regierungsrat Christian Rathgeb zeigte auf, dass die Situation in Graubünden mit den peripheren Talschaften nicht mit anderen Kantonen vergleichbar sei. «Darum brauchen wir einerseits die Regionalspitäler auch in Zukunft, andererseits aber setzen wir auch auf ein starkes Zentrumsspital.»

Erfolgsmodell Unterengadin

Philipp Gunzinger stellte das Gesundheitszentrum Unterengadin vor und zeigte auf, was alles unter das Dach des Zentrums gehört. «Vom Regionalspital in Scuol über Pflegegruppen bis zum Bogn Engiadina mit drei angegliederten Sportanlagen gehört alles zusammen», so Gunzinger. 2006 habe man mit der Zusammenlegung begonnen, seither wurden 70 neue Arbeitsplätze geschaffen. Ein Erfolgsmodell, das sich bewährt habe.

Ziel des Gesundheitszentrum Unterengadin ist es, vor allem das Potenzial in der Nebensaison zu nutzen, um die Kapazitäten besser auszulasten. «Der Gesundheitstourismus ist unsere Stärke und darauf bauen wir», sagte Gunzinger.

Wichtige Kooperationen

Nicht auf den Gesundheitstourismus, sondern auf Kooperationen wie mit dem Kantonsspital Glarus und dem Spital in Liechtenstein setzt das Kantonsspital Graubünden. CEO Arnold Bachmann zeigte auf, mit wem das Zentrumsspital zusammenarbeitet und wie wichtig diese Zusammenarbeit ist. «Dank der Kooperationsstrategie kommen wir auf ein Einzugsgebiet zwischen 300 000 und 400 000 Personen», sagte er. Dadurch stieg auch die Anzahl der stationären Fälle aus den Kantonen Glarus und St. Gallen Süd sowie dem Fürstentum Liechtenstein.

Von solchen Zahlen kann Reto Keller vom Spital Thusis nur träumen. Dennoch beträgt das Einzugsgebiet für «sein» Spital rund 15000 Einwohnern. Keller sorgt sich momentan vor allem um eines: um die Einführung von Mindestfallzahlen. Dann, wenn ein Spital mindestens 1500 Geburten im Jahr vorweisen müsste. «Dann könnte im Kanton nur noch ein Spital Geburtshilfe anbieten», so Keller.

Zum ausführlichen Artikel gehts hier:

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SO titelt (über Graubünden):
«Der Gesundheitstourismus ist unsere Stärke»,
während ich dezidiert das Gegenteil diagnostiziere!
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/panorama/2015-06-08/center-da-sanda-engia…
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2017-10-30/chur-will-senioren-das…
Ich erlebe im Alltag seit Jahren das krasse Gegenteil der "Hochglanzprospekte"-Marketing-Parallelwelt, betreffend so ziemlich alles in GR, insbesondere die PDGR, und Autor Martin Leidenfrost schreibt (SO 4.Nov.2017): "Ich ahne nicht, dass ein ganzer Tisch von Zuhörern in der Burn-out-Klinik arbeitet, bei den «Mördern» in Susch. Jemand kann sich die Bemerkung nicht verkneifen: «Man weiss bei denen oft nicht recht, wer die Patienten und wer die Psychiater sind.», und mich zitiert der Schparz 2017: "Es ist nicht alles schlecht in GR, aber was schlecht ist, möchte ich heilen" und "Auch Gesunde schädigt der Lärm, was aber sollen Chronischkranke tun?"
Gegen diese Heuchelei und Unrecht anzukämpfen werde ich nicht müde werden - oder doch, weil ich auch nur ein kleines Menschlein bin, in Erinnerung an meinen Leserbrief im K-Tipp: "Auf Grabsteinen steht: 'Ruhe in Frieden'. Warum nicht bereits zu Lebzeiten?"
Ja, muss man erst tot sein, damit man seine Ruhe (physiologische Erfordernis) hat?