Schweizer Triumph in St. Moritz
Lara Gut-Berahmi zeigt am Super-G in St. Moritz eine ausgezeichnete Leistung und gewinnt das Rennen vor ihrer stärksten Konkurrentin Sofia Goggia. Die Bündnerin Jasmine Flury fährt auf Rang 10.
Lara Gut-Berahmi zeigt am Super-G in St. Moritz eine ausgezeichnete Leistung und gewinnt das Rennen vor ihrer stärksten Konkurrentin Sofia Goggia. Die Bündnerin Jasmine Flury fährt auf Rang 10.
Bei schwierigen Sichtverhältnissen starteten die Ski-Alpin Frauen am Samstagmorgen zum Weltcup-Rennen in St. Moritz. Auf dem Programm stand ein Super-G, bei dem Lara Gut-Berahmi ihr Können zeigte. Mit 0,18 Sekunden Vorsprung auf die zweiplatzierte Italienerin Sofia Goggia fuhr sie im Engadin zum Sieg. Und revanchierte sich damit für Lake Louise. In Kanada hatte sich Gut-Behrami der Italienerin noch um elf Hundertstel geschlagen geben müssen. Dritte wurde die Amerikanerin Mikaela Shiffrin mit 1,18 Sekunden Rückstand.
Gut-Behrami, die sich nach einer langwierigen Erkältung wieder gesund fühlt, untermauerte damit ihre Vormachtstellung im Super-G. In den letzten sieben Weltcup-Rennen in dieser Disziplin wurde sie fünfmal Erste und zweimal Zweite. Dazu holte sie im Februar in Cortina d'Ampezzo WM-Gold und sicherte sich im letzten Winter auch den Sieg in der Weltcupwertung.
Mit ihrem nun ersten Sieg im Olympia-Winter fügte die Tessinerin ihrer umfangreichen Geschichte in St. Moritz ein weiteres Kapitel bei. Mit dem Weltkurort verbindet sie seit ihrem Einstieg in den Weltcup-Zirkus Besonderes. Da kommen Erinnerungen auf an das 16-jährige Mädchen, das in ihrer ersten Weltcup-Abfahrt trotz eines Sturzes kurz vor dem Ziel Dritte geworden war und das gut zehn Monate später im Super-G ihren ersten grossen Sieg errungen hatte.
Flury fährt in die Top 10
Jasmine Flury war ebenfalls am Start. Die 28-Jährige aus Davos Monstein startete mit viel Wind und schlechter Sicht mit der Nummer 29 ins Rennen. Trotzdem gelang ihr eine gute Fahrt. Sie klassierte sich zum Schluss auf Rang 10 und war damit so weit vorne in einem Super-G klassiert wie seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr, als sie beim Saisonfinale in Soldeu in Andorra Sechste geworden war. Entsprechend zufrieden zeigte sich Flury nach dem ersten von zwei Super-G, auch wenn die Sichtverhältnisse schwierig waren: «Mir fehlte deshalb ein wenig der Mut im unteren Teil. Aber mit meiner hohen Startnummer habe ich eine gute Leistung gezeigt.» Zu ihrem Heimauftritt sagte sie: «Ich fahre so gerne hier. Es ist unglaublich wie viele Leute dieses Rennen ermöglichen. Es ist ein riesiges Skifest.»
Die zweite Bündnerin, Stephanie Jenal aus Samnaun, fuhr mit der Startnummer 39 knapp an den Weltcup-Punkten vorbei. Sie musste sich mit Platz 35 begnügen. Und wusste bereits im Ziel, dass es trotz zwischenzeitlichem 28. Platz nicht reichen würde in die Top 30: «Ich hatte im oberen Teil einen grossen Fehler drin und wusste deshalb, dass wohl noch die eine oder andere Fahrerin mich überholen würde.» Mit der schlechten Sicht sei es schwierig gewesen sich voll zu überwinden, so Jenal.
Starkes Schweizer Team
Auch die restlichen Swiss-Ski-Fahrerinnen konnte überzeugen. Allen voran Wendy Holdener, die auf Rang 7 fuhr und sich entsprechend überrascht aber auch glücklich zeigte: «Vor allem im unteren Teil habe ich das Risiko gesucht. Es macht Spass wenn man so Ski fährt.»
Erfreulich war auch das Abschneiden von Noémie Kolly. Die mit der Nummer 51 gestartete Freiburgerin, die den vorletzten Winter wegen eines Kreuzbandrisses komplett verpasst hatte, sicherte sich als Siebzehnte zum zweiten Mal in einem Super-G Weltcup-Punkte. Sie liess unter anderen Corinne Suter hinter sich. Die WM-Zweite wurde mit fast drei Sekunden Rückstand Einundzwanzigste. Die 23-jährige Kolly hingegen zeigte sich völlig überrascht über ihren tollen Lauf. Sie sagte im Zielgelände: «Es ist unglaublich. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich heute bei diesem Wetter und der hohen Startnummer ein so gutes Resultat erzielen könnte.» Zumal sie aufgrund eines Sturzes in Lake Louise noch handicapiert am Arm war.
Im vergangenen Jahr mussten die Rennen in St. Moritz wetterbedingt abgesagt werden. Davor schafften es aber 2016, 2017 und 2018 bereits Schweizerinnen aufs Podest. Unvergessen dabei der grosse Triumph von Jasmine Flury und Michelle Gysin, die 2017 den ersten und zweiten Platz einfuhren. Als Lara Gut und Fabienne Suter neun Jahre zuvor Erste und Zweite wurden, waren das die ersten Schweizer Siege in St. Moritz. Nun folgte mit dem Sieg von Lara Gut-Berahmi also der nächste. (rac/sas/sda)
SO-Reporter
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