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Mein Hobby? Schiessen!

Pamir auf die Ohren, Pistole in die Hand, zielen und: SCHUSS! Sofie Lehmann hat am Wochenende die Bündner Meisterschaft in der 25-Meter-Disziplin gewonnen. Mit «suedostschweiz.ch» sprach sie über ihr Hobby und wie Menschen im Umfeld darauf reagieren.

Victoria
Sutter
25.08.17 - 07:21 Uhr
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Die 23-jährige Sofie Lehmann aus Chur ist kaufmännische Angestellte. In ihrer Freizeit übt sie Sport aus: Den Schiesssport. Sie ist Mitglied im Verein der Churer Schützengesellschaft. Im Herbst 2007 hat sie mit dem Schiessen angefangen, seit neun Jahren richtet sie ihre Pistole auf die Zielscheibe in 25 Metern Entfernung.

Eine junge Frau, die mit Schusswaffen hantiert? Das ist für viele Menschen ein ungewöhnliches Bild. Dumme Sprüche oder Kommentare habe sie sich nie anhören müssen: «Die meisten reagieren ein wenig erstaunt. Hauptsächlich weil sie das nicht erwarten würden», erzählt Lehmann. Und: «Auf das Erstaunt-sein folgt meist Neugierde.»

Ein paar wenige Leute trauen sich und fragen, ob sie den Schiesssport mal ausprobieren dürfen. Wenn Lehmann merkt, dass der Anreiz, es selbst zu versuchen, da ist, geht sie manchmal auch direkt auf die Person zu. «Ich habe auch schon Freunde mitgenommen. Da ich den Schützenmeister absolviert habe, darf ich mit einer Person, die noch keine grosse Ahnung vom Schiessen hat, in den Stand. Ich bin dann für die Sicherheit verantwortlich» erzählt Lehmann. Dies mache sie aber nur, wenn sie merke, dass die betroffene Person wirklich interessiert ist und auch seriös und verantwortungsvoll mit diesem Sportgerät umgehen kann.

Sie selber ist durch ihre ältere Schwester zu dem Sport gekommen: Diese hatte an einem Luftgewehr-Wettbewerb mitgemacht und wollte danach in einen Kurs. Lehmann ist von dieser Begeisterung angesteckt worden und besuchte dann den J+S-Luftpistolenkurs.

Erfolge in der Vergangenheit und grosse Ziele

In den folgenden zehn Jahren holte sie dann einige Titel: In der Kategorie Juniorinnen wurde sie 2011, 2012 und 2014 Schweizermeisterin über die 25-Meter-Disziplin. An internationalen Wettkämpfen der ARGE-Alp (Arbeitsgemeinschaft Alpenländer) konnte sie 2010 und 2012 ebenfalls die Goldmedaille mit nach Hause nehmen.

Zudem war sie Mitglied im Nationalkader vom Schweizer Schiesssport-Verband (SSV) und konnte dadurch an weiteren internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Dazu gehören beispielsweise die Welt- und die Europameisterschaft. Vor zwei Jahren verliess sie das Nationalkader allerdings, weil ihr der Aufwand zu gross wurde.

Die Erfolge gehen aber weiter: Erst vergangenes Wochenende holte sie die Goldmedaille an der Bündner Meisterschaft. Dabei habe sie sich nicht so angespannt gefühlt wie beispielsweise an einer Schweizermeisterschaft: «Es ist eher ein heimeliger Wettkampf, da er in meinem Vereins-Schiessstand stattfindet und ich alle anderen Schützen kenne». Die Erwartungen an sich selber seien deswegen aber nicht kleiner: ihr Ziel war es, einen Podestplatz zu erreichen.
Mit der Goldmedaille hat sie dieses Ziel erreicht, was sie natürlich sehr gefreut hat: «Es hat mir ein wenig Sicherheit für den nächsten Wettkampf gegeben. Ausserdem hatte ich besondere Freude daran, weil dieser Wettkampf keine Alterskategorie hatte und ich mich somit gegen die Älteren beweisen konnte».

Der nächste Wettkampf ist die Schweizermeisterschaft. Ihr Ziel ist es, einen Finalplatz in den Top 8 zu erreichen. Dort schiesst Lehmann in der Kategorie Damen.

Waffen im Koffer

Lehmann besitzt zwei Waffen: eine Kleinkaliber-Pistole für die 25-Meter-Disziplin und eine silbrige Luftpistole für die 10-Meter-Disziplin. Beide verschliesst sie sicher in ihren Waffenkoffer, den sogenannten Peli Case.

Im Peli Case bewahrt Lehmann ihre Pistolen sicher auf. Unten befinden sich Munition, Schiessbrille und Werkzeug.
Im Peli Case bewahrt Lehmann ihre Pistolen sicher auf. Unten befinden sich Munition, Schiessbrille und Werkzeug.

Neben Pistolen, Munition, Schiessbrille und Werkzeug für die Pistolen, bewahrt sie hier auch ihren internationalen Feuerwaffenpass auf: «Somit habe ich ihn immer dabei, falls ich ihn benötigen sollte».

Der Peli Case befindet sich nicht etwa in Lehmanns Zimmer, sondern wird sicher in einem abgeschlossenen Raum ausserhalb der Wohnung versorgt.

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