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Broncos verpassen Sensation im CEFL-Final in den Schlusssekunden

Knapper geht es kaum: Nach einem Football-Krimi verlieren die Calanda Broncos den Final der Central European Football League gegen die Swarco Raiders mit 42:46. Trotzdem überwiegt der Stolz.

Roman
Michel
Samstag, 08. Juni 2019, 21:34 Uhr American Football
Handshake nach grossem Fight: Die Broncos gratulieren den Raiders zum CEFL-Titel
ROMAN MICHEL

Central European Football League (CEFL) ist, wenn die Swarco Raiders Tirol gewinnen. Zum dritten Mal in Folge holte sich der Klub aus Innsbruck am Samstag den begehrten europäischen Titel. Im Endspiel an der Ringstrasse in Chur wurde den Österreichern allerdings alles abverlangt. Die Calanda Broncos boten dem auf dem Papier scheinbar übermächtigen Gegner Paroli, ja, sie dominierten das Geschehen teilweise gar. Bis 50 Sekunden vor Schluss lagen die Bündner mit 42:39 vorne, ehe die Raiders mit ihrem letzten Touchdown und dem 46:42 noch die Wende herbeiführten. 

Aufschwung nach Horrorstart

Stolz oder Enttäuschung? «Im Moment sind wir sicher enttäuscht», sagte Broncos-Trainer Geoff Buffum nach der Partie, «aber wir dürfen alle unglaublich stolz auf unsere Leistung sein.» Tatsächlich zeigten die Broncos eine Leistung, die ihnen wohl kaum jemand zugetraut hätte. Und dies trotz einem veritablen Horrorstart in die Partie: Bereits nach 15 Sekunden gelang den Gästen der erste Touchdown. Die Bündner liessen sich durch den frühen Rückschlag aber nicht verunsichern, schafften bei erster Gelegenheit den Ausgleich – und legten im zweiten Quarter erstmals vor. Nach einem herrlichen Zuspiel von Quarterback Conner Manning zeichnete Adrian Suenderhauf für das 14:10-Pausenresultat verantwortlich. «Vielleicht haben wir genau einen solchen Schlag zum Start gebraucht, um danach aufzudrehen», so Suenderhauf nach dem Spiel.  

Rekordkulisse an der Ringstrasse

Doch nicht nur im Angriff, auch in der Defensive vermochten die Broncos nach dem Horrorstart zu überzeugen. Nachdem sie noch vor der Pause einen Angriffsversuch der Raiders abwehrten, nutzten die Bündner ihrerseits ihren ersten Versuch nach dem Seitenwechsel, um auf 21:10 davonzuziehen. Die Vorentscheidung? Denkste. Die Raiders liessen sich nicht abschütteln, verkürzten sieben Minuten vor Schluss auf 32:35. 

Auch mit dem lautstarken Publikum im Rücken liessen sich die Broncos nicht aus der Ruhe bringen. Allen voran: Conner Manning. Der Import-Player aus den USA zeigte in diesem Finalspiel einmal mehr seine ganze Klasse, überzeugte mit seiner Genauigkeit in den Pässen und einer beeindruckenden Spielübersicht. Sein Zuspiel stand denn auch am Ursprung des nächsten Touchdown der Bündner. Sechs Minuten vor dem Ende zogen sie wieder auf 42:32 davon.

«In der Schlussphase machten wir dann den einen oder anderen Fehler zu viel», meinte Buffum selbstkritisch. Tatsächlich erwiesen sich die erfahrenen Raiders in den letzten Minuten als cooler und kaltblütiger und schafften so die Wende in extremis.

Spielzug um Spielzug könnt Ihr in unserem Ticker nachlesen:

 

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