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Unfall bei Maienfeld als Vorbild

Am Donnerstag ist es auf der Autobahn bei Maienfeld zu einer Auffahrkollision gekommen. Die Rettungskräfte waren schnell vor Ort, auch weil die im Stau stehenden Autos eine vorbildliche Rettungsgasse bildeten.

Südostschweiz
Samstag, 09. März 2019, 04:30 Uhr Rettungsgassen retten Leben
Die vorbildliche Rettungsgasse beim Unfall in Maienfeld am vergangenen Donnerstsag.
PHILIPP WYSS

Um etwa 19 Uhr krachte es am Donnerstag auf der Autobahn zwischen Landquart und Maienfeld. Drei Fahrzeuge waren in einen Unfall verwickelt – eines überschlug sich sogar. Drei Personen wurden verletzt und mit der Ambulanz in die umliegenden Spitäler gebracht.

Damit solche Rettungsmanöver schnell und effizient vonstattengehen können, müssen die Rettungskräfte den Unfallort rasch und ohne Umwege erreichen können. Auf der Autobahn, wo sich bei einem Unfall häufig ein grosser Stau bildet, ist dies meist nur mit einer Rettungsgasse möglich.

Laut Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, hat dies am Donnerstag nach dem Unfall in Maienfeld vorbildlich geklappt: «Es war auffallend, dass die Fahrzeuge wirklich alle zur Seite gefahren sind – die auf die Überholspur nach links und die auf der normalen Spur nach rechts.» So hätten die Rettungsfahrzeuge problemlos vorbeifahren können. Und was noch wichtiger ist: Die Rettungsgasse blieb auch bestehen, nachdem die ersten Rettungsfahrzeuge nach vorne gefahren sind.

Man müsse immer damit rechnen, dass noch weitere Rettungsfahrzeuge kommen würden, erklärt Rüegg. «Man weiss ja nicht genau was dort vorne los ist», so der Mediensprecher. Wenn die Rettungsgasse zu früh wieder zugemacht werde, behindere das nicht nur die Arbeit der Rettungskräfte, sondern führe auch dazu, dass der Verkehr erst verspätet wieder freigegeben werden könne.

Der Herdentrieb greift

Wenn bei einem Unfall auf der Autobahn keine Rettungsgasse gebildet wird, ist es für die Rettungskräfte äusserst schwierig überhaupt an die Unfallstelle zu gelangen. «Es kann sein, dass man in so einem Fall versucht, auf einer Parallelachse zum Unfallort zu kommen», erklärt Rüegg. Im alleräussersten Fall könne es sogar sein, dass man von der anderen Fahrseite der Autobahn her hinfahren müsse. «Das sind aber Extremfälle, die man, wann immer möglich, verhindern muss und im Normalfall auch verhindern kann», sagt Rüegg.

Rüeggs Tipp: Sobald der Verkehr anfängt zu stocken, eine Rettungsgasse bilden. Denn «es könnte immer wegen eines Unfalls sein.» Zumindest sollte man diese Möglichkeit stets im Hinterkopf haben. Wenn jemand anfängt auf die Seite zu fahren, um eine solche Gasse zu bilden, würden die anderen Autofahrer meistens folgen. «Man kann es als Herdentrieb bezeichnen», meint Rüegg.

Bündner sind mehr sensibilisiert

Laut Rüegg sind Bündner Verkehrsteilnehmer mittlerweile mit dem Thema Rettungsgasse mehr vertraut als beispielsweise noch vor einem Jahr. Sie machen den Rettungskräften häufiger und rascher auf diese Weise Platz. «Wir stellen aber auch fest, dass man immer wieder auf das Thema aufmerksam machen muss. Schliesslich geht es unter Umständen auch um Menschenleben.»

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Kürzlich hatten wir eine Diskussion darüber, ob für die Rettungsgasse auf den Pannenstreifen ausgewichen werden muss/darf oder nicht. Ich bin der Meinung, nein. Hier auf dem Foto stehen die Fahrzeuge rechts alle auf dem Pannenstreifen, der dadurch blockiert ist. Welches ist die sinnvollere Variante?