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Beil-Angreifer wegen mehrfachen versuchten Mordes angeklagt

Der Lette, der vergangenen Oktober in Flums mehrere Personen mit einem Beil verletzte, wird wegen mehrfachen versuchten Mordes angeklagt. Die Jugendanwaltschaft des Kantons St. Gallen beantragt einen Freiheitsentzug von drei Jahren und eine geschlossene Unterbringung beantragt.

Bernhard
Aebersold
Dienstag, 04. September 2018, 10:16 Uhr Drei Jahre Haft gefordert

Die Untersuchung der Kantonspolizei St. Gallen und des Instituts für Rechtsmedizin sind abgeschlossen. Der 22-jährige Lette, der im Oktober 2017 mehrere Menschen mit einem Beil attackiert hatte, leidet gemäss Gutachten an einer schweren psychischen Störung. 

Die Jugendanwaltschaft des Kantons St.Gallen klagt den Beschuldigten beim Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland wegen mehrfachen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung, mehrfacher einfacher Körperverletzung, Sachbeschädigung und mehrfacher Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz an und beantragt einen Freiheitsentzug von drei Jahren sowie eine Busse von 500 Franken. Ferner soll eine geschlossene Unterbringung angeordnet werden. Der Beschuldigte befand sich nach seiner Verhaftung in Untersuchungshaft. Seit dem 23. März 2018 befindet er sich im Rahmen einer vorsorglichen Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

Schauriger Tathergang

Die Geschehnisse am Abend des 22. Oktobers 2018 lesen sich wie ein fiktiver Kriminalroman. Zunächst soll der Lette gegen 20 Uhr an seinem Wohnort einen Holzstapel in Brand gesetzt haben. Beim Postplatz in Flums soll er wenig später ein Ehepaar mit ihrem achtmonatigen Kind im Kinderwagen attackiert haben. Dabei fiel das Baby aus dem Wagen uns musste hospitalisiert werden. Der Mann und die Frau wurden bei der Attacke schwer verletzt.

Ein 72-jähriger Mann beobachtete die Situation am Postplatz und versuchte den Beschuldigten dazu zu bringen vom Ehepaar abzulassen. Der 22-Jährige fügte ihm Schnittverletzungen an der Hand zu und begab sich zum Auto des älteren Mannes, wo er sich zunächst ein Wortgefecht mit der Ehefrau lieferte und ihr am Unterarm anschliessend eine Rissquetschwunde zufügte.

Mit dem entwendeten Auto verliess er den Postplatz Richtung Garnischastrasse, wo er die Kontrolle über das Auto verlor und in einen Gartenzaun prallte. Zu Fuss begab er sich gegen 21 Uhr zur Agrola Tankstelle in Flums, um sich neuerlich ein Auto zu beschaffen. Dazu verletzte er zunächst eine 44-jährige Frau im Gesicht mit einer Schere. Sie konnte mit dem Autoschlüssel in der Tasche fliehen.

Beim nächstparkierten Auto versuchte er die Autotür zu öffnen, darin befand sich eine 27-jährige Frau, die schwanger war. Eine 21-Jährige eilte ihr zu Hilfe und wurde darauf vom Beschuldigte mit dem Beil an der Hand verletzt. In der Zwischenzeit konnte die schwangere Frau aus dem Auto fliehen und wenig später konnte die Kantonspolizei St. Gallen den Angreifer bei der Tankstelle festnehmen.

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