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Verkehrskadetten sollens richten

Während man in Davos die Verkehrssituation während des WEF in den letzten Jahren in den Griff bekam, geht es während des Spengler Cups immer noch chaotisch zu und her. Dies dürfte heuer nicht anders sein. Immerhin sollen nun diverse kleinen Massnahmen das Problem mildern.

Andri
Dürst
25.12.21 - 08:00 Uhr
Politik
Dezember 2020: Trotz abgesagtem Spengler Cup ergaben sich lange Staus in Davos – hier beim Spital.
Dezember 2020: Trotz abgesagtem Spengler Cup ergaben sich lange Staus in Davos – hier beim Spital.
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Der letzte Spengler Cup, der 2019 stattfand, brachte nebst vielen Eishockeyfans auch ein grösseres Verkehrschaos mit sich. Nur wenige Tage nach dem Anlass, am 9. Januar 2020, reichte der damalige Grosse Landrat Jürg Zürcher ein Postulat «betreffend Koordinierte Massnahmen für einen besseren Verkehrsfluss und geordnete Verkehrsführung zu touristischen Spitzenzeiten» ein. Der Vorstoss wurde jedoch bis zum heutigen Tage noch nicht behandelt. So waren auch die Festtage im letzten Jahr von teils langen Blechlawinen geprägt. Zwar fiel der Spengler Cup aus bekannten Gründen aus. Jedoch sorgte die Pandemie dafür, dass vermehrt der private statt der ­öffentliche Verkehr genutzt wurde. Ob dies heuer anders ist, ist zu bezweifeln.

Verkehrsfluss verbessern

Beim Kleinen Landrat war man aber nicht untätig gewesen. Bereits seit Beginn der Wintersaison wird jeweils am Morgen der Privatverkehr beim See­hofseeli über die Talstrasse umgeleitet, um den Fussgängerverkehr vor der Parsennbahn zu erleichtern und somit auch genügend Warteraum zu garantieren. Diese Massnahme habe sich bewährt, ­bestätigte Statthalter Stefan Walser im Gespräch mit der DZ. Über die Festtage sollen zudem Verkehrskadetten zum ­Einsatz kommen. «Diese werden an der Montanakreuzung, am Postplatz und beim Bahnhof Platz im Einsatz stehen», skizzierte Walser den Plan. Doch auch er machte sich keine Illusionen, dass so Staus vermieden werden können: «Mit den Kadetten können wir den Stau nicht vermeiden, aber immerhin den Verkehrsfluss verbessern».

Eine weitere Massnahme bestünde darin, zusätzliche Parkplätze zu schaffen. «In der Stilli – auf der anderen Seite des ­Flüelabachs – werden wir gebührenpflichtige Parkplätze einrichten. Zudem steht die Driving Ranch beim Golfplatz als Überlauf-Parkplatz zur Verfügung». Von dort – so Walser – könne man bei Bedarf auch einen Shuttlebus-Service ­organisieren.

RhB-Shuttle (noch) keine Option

Ein während des WEFs geschätztes ­Angebot sind die RhB-Shuttlezüge zwischen Dorf und Platz mit zusätzlichem Halt in der Herti. Wäre ein solcher ­Service nicht auch während des Spengler Cups ideal? «So etwas ist so kurz­fristig nicht umsetzbar», beteuerte der Statthalter. Er erwähnte in diesem ­Zusammenhang die Verhandlungen mit den Anwohnenden, die ihre Einwilligung geben müssten. Das Problem: Der Lärm wird während des Spengler Cups sicher nicht weniger sein als am WEF. «Zudem haben diese ­Shuttlezüge ein Preisschild. Die Gemeinde zahlt daran jeweils 30 000 Franken».

Nebst Zügen, Autos und Bussen sind in der Landschaft auch noch Kutschen unterwegs. Auch dort will der Kleine Landrat ansetzen: « Wir planen nun, die Pferdekutschen während der Stosszeiten über die Hofstrasse umzuleiten». Dies habe man bereits während des letzten WEF gemacht, und diese Massnahme ­habe sich bewährt.

Autos, die in der Promenade stehen, erschweren oft das Kreuzen der Busse.
Autos, die in der Promenade stehen, erschweren oft das Kreuzen der Busse.
ad

Das Problem mit den Seitenparkplätzen

Oft verhindern entlang der Promenade Autos, die teilweise auf der Strasse ­stehen, ein Vorbeifahren der Busse Richtung Dorf. Wie Thomas Müller von der Gemeindepolizei gegenüber der DZ erklärte, habe er sich schon viele Gedanken gemacht, wie man das Problem – wie ­etwa vor der UBS – in den Griff kriegen könne. Die nun montierten Pfosten, welche die Länge der Parkplätze aufzeigen sollten, würden oft aber nicht beachtet, und statt einem parkierten zwei Autos auf einem Feld. Sobald Müller eine solche Situation sehe, suche er das Gespräch mit den Autolenkenden. Denn eigentlich drohe eine Busse in der Höhe von 120 Franken (Parkieren im Halteverbot).

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