Davos wird wieder «hochgefahren»
Mitte Oktober wurde bekannt gegeben, wie man in Davos und Klosters der möglichen Strommangellage vorbeugen will. Diverse Energiesparmassnahmen wurden eingeleitet. Nun, rund zwei Monate später, laufen viele dieser Massnahmen weiter. Für eine Bilanz sei es deshalb noch zu früh, meint der zuständige Kleine Landrat Jürg Zürcher auf Anfrage der DZ. «Wir sind noch nicht fertig mit Energiesparen», hält er fest und verweist beispielsweise auf die Winterbeleuchtung, die dieses Jahr in einer verkürzten Version installiert wurde.
Es kann wieder gesprudelt werden
Eine «Verschnaufpause» beim Verzichten gibt es hingegen beim Wellness- und Erlebnisbad eau-là-là. Wie bereits im Oktober kommuniziert, wird das temporär geschlossene Aussenbecken seinen Betrieb angesichts der bevorstehenden Hochsaison wieder aufnehmen. «Davos wird wieder voll, entsprechend müssen wir die dafür notwendigen Kapazitäten schaffen», erklärt Zürcher dazu. Ab Samstag wird im eau-là-là der Normalbetrieb wieder aufgenommen. So werden auch die Rutschbahn und der Wellnessbereich wieder wie gewohnt in Betrieb sein. Geschlossen wird das Bad wieder in der Zeit vom 7. bis am 26. Januar 2023. Doch Grund dafür sind diesmal nicht etwa Sparmassnahmen, sondern die Vermietung für das WEF-Jahrestreffen. Anschliessend werde der Betrieb gemäss Zürcher wieder hochgefahren, denn im Februar würden wieder viele Gäste Davos besuchen, entsprechend brauche es das gesamte Angebot.
Ebenfalls hochgefahren wird der Betrieb beim Eistraum. Das künstliche Eisfeld beim Sportzentrum nimmt ebenso am Samstag seinen Betrieb auf. Geöffnet sei es dann durchgehend, präzisiert der Kleine Landrat. Offen sei noch, wann im Frühling Saisonende sei.
Was die Nachtloipe betreffe, so habe man die ursprünglichen Pläne, die Loipe an zwei Tagen für je fünf Stunden zu beleuchten, geändert, so Zürcher. Neu ist die Beleuchtung während fünf Tagen für je zwei Stunden eingeschaltet, und zwar montags bis freitags von 18.30 bis 20.30 Uhr.
Wie der Vorsteher des Departementes Gesellschaft, Gesundheit und Sicherheit betont, seien die Energiesparmassnahmen nicht alleine von der Gemeinde beschlossen worden. Dahinter stünde eine Arbeitsgruppe, in der Behördenmitglieder aus Davos und Klosters, je ein Vertreter der Tourismusorganisation, der Bergbahnen und des Elektrizitätswerks Davos AG (EWD) vertreten seien. Von einem Grossteil der Bevölkerung würden die Massnahmen deshalb auch mitgetragen, ist sich der Kleine Landrat sicher. Vereinzelte Reaktionen habe es dennoch gegeben. «Die Rückmeldungen reichten von ‹Es braucht doch gar keine Winterbeleuchtung› bis hin zu ‹Energiesparen bei der Winterbeleuchtung bringt eh nichts›».
Auch Politik ist am Thema dran
Die Thematik bewegt auch die Davoser FDP-Fraktion. Im Oktober reichte Landrat Claudio Rhyner darum namens seiner Fraktion eine Kleine Anfrage betreffend Stromversorgung und Energiepreise ein. Im Vorstoss formulierte die FDP sechs Fragen, die im November vom Kleinen Landrat beantwortet wurden. Bei diversen Punkten spielte die Gemeinderegierung den Ball weiter an den Bund, denn in vielen Bereichen ist dieser für die Versorgungssicherheit zuständig. Zur Frage, ob vonseiten Gemeinde Unterstützungsmassnahmen für Betriebe, welche besonders unter hohen Strompreisen leiden würden, geplant seien, hält die Exekutive fest: «Es leiden vor allem diejenigen Betriebe, welche bisher am freien Markt Strom beschafften und deren Vertrag per Ende dieses Jahres ausläuft. Da es für diese Betriebe keine Möglichkeit gibt, zurück in die Grundversorgung zu gehen, bleibt nur das Abschliessen eines neuen Vertrages zu wesentlich höheren Preisen (Faktor 10 und mehr). Die Gemeinde hat keine Möglichkeit, diese hohen Mehrkosten der Betriebe zu kompensieren, höchstens etwas zu entlasten. Eine Entlastungsmassnahme wird mit dem Verzicht auf die Rechnungsstellung der Konzessionsgebühren 2023 im Umfang von etwa 1,4 Millionen Franken umgesetzt.»
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