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Schmittner Schüler: Davos präsentiert Offerte

Was lange währt, könnte endlich gut werden. Denn nun unterbreitet die Gemeinde Davos ihrer Nachbargemeinde Schmitten die Voraussetzungen für eine Beschulung durch die Volksschule Davos. Einer schulischen Zusammenarbeit steht wohl nichts mehr im Wege.

Andri
Dürst
03.02.23 - 12:00 Uhr
Politik
Schmitten und Davos haben keine Absichten zur Fusion, wird betont.
Schmitten und Davos haben keine Absichten zur Fusion, wird betont.
Archiv SO

Sowohl ein politisches als auch ein rechtliches Hickhack ging der Offerte für die Beschulung der Schmittner Kinder in Davos voran. Eine am Donnerstag verschickte Medienmitteilung der Gemeinde Davos fasst die Ausgangslage so zusammen: «Ein Gesuch der Gemeinde Schmitten an die Gemeinde Davos zur Beschulung der Schmittner Kinder löste einen regen Austausch zwischen verschiedenen Gemeinden und dem Kanton Graubünden aus. […] Basierend auf dem Gesuch der Gemeinde Schmitten vom 17. Juli 2018 stellte der Kleine Landrat (KL) nun die Voraussetzungen für eine Beschulung der Schmittner Kinder zusammen. Auch wenn die Frage einer Beschulung in Davos in den vergangenen Jahren hohe Wellen geschlagen hat und zu einem Verwaltungsgerichtsurteil führte, handelt es sich doch um eine relativ kleine Anzahl von null bis zwei Schmittner Kinder pro Jahrgang.» Die Volksschule Davos könne diese Anzahl Kinder ohne Weiteres aufnehmen.

Schmittner müssen volle Kosten tragen

Ausschlaggebend für den Wunsch der Schmittner, ihre Kinder in Davos und nicht mehr im Albulatal beschulen zu lassen, waren 2018 vor allem die Kosten. Gemäss damaliger Rechnung wäre eine Beschulung in Davos deutlich günstiger gekommen als in Albula/Alvra. Die Offerte von damals sei nun aktualisiert worden, erklärt die zuständige KL Iris Hoffmann-Stiffler gegenüber der DZ. Die genaue Zusammenstellung wird in der Medienmitteilung so erläutert: «Die zugrunde liegende Vollkostenrechnung deckt alle im Zusammenhang mit einer Beschulung stehenden Kosten ab, also neben den Kosten für das Lehrpersonal auch Unterrichtsmaterialien, Kosten für Schulleitung und Schulverwaltung, Fortbildungen, Veranstaltungen des Schulbetriebs, Sonderschulung, Massnahmen der Schulgesundheit, Schulinformatik und IT-Geräte, Schulliegenschaften mit Unterhalt, Abwartschaften und Abschreibungen, et cetera». Nicht enthalten in der Kalkulation des KL seien die Kosten des Schultransports von Schmitten zum Davoser Schulstandort sowie Mittagspausenmöglichkeiten wie beispielsweise der Mittagstisch.

Keine Fusionsgedanken

In der Medienmitteilung betont der KL zudem, dass die nun der Gemeinde Schmitten eröffnete Möglichkeit, deren Kinder in Davos beschulen zu lassen, in keinem Zusammenhang mit dem Thema «Gemeindefusion» stehe. Stattdessen würden beide Gemeinden eine «langfristige Zusammenarbeit» anstreben. «Sie ist lediglich Ausdruck der guten Zusammenarbeit unter direkten Nachbarn.» Entscheide sich die Gemeinde Schmitten aufgrund dieser Grundlagen zu einer Beschulung durch die Volksschule Davos, so würden als nächste Schritte eine gemeinsame Vereinbarung erarbeitet und administrativ die konkrete Aufnahme der Schmittner Schulkinder vorbereitet.

Wie der Medienmitteilung zu entnehmen ist, würden «die Schmittner Kindergarten- und Primarschüler den Unterricht mit Priorität in Wiesen besuchen.» Wie Hoffmann-Stiffler ergänzt, bleibt aber im Schuljahr 2023/24 der Kindergarten in Wiesen noch geschlossen. Bereits Anfang 2022 wurde nämlich kommuniziert, dass wegen unterschiedlich starker Schülerzahlen in den Fraktionen ein zusätzlicher Kindergarten im Schulhaus Bünda im Dorf eingerichtet werde und darum der Kindergarten Wiesen vorübergehend geschlossen bleibe. Klar ist hingegen bereits der Schulweg für die Schmittner Oberstufenschüler: Diese werden den Unterricht am Platz besuchen.

Welche Schritte die Gemeinde Schmitten nun plant, erfahren Sie nächste Woche.

Basisstufenmodell keine Option in Graubünden
gmd | In den vergangenen Monaten prüfte der KL auch die Frage einer Basisstufe für den Unterschnitt. Beim Basisstufenmodell werden die Jahrgänge des Kindergartens und der ersten beiden Primarschuljahre bei der Beschulung zusammengefasst. Der Regierungsrat liess jedoch dazu eindeutig verlauten, dass die Einführung der Basisstufe im Kanton Graubünden nicht angestrebt werde und gemäss aktueller Schulgesetzgebung auch nicht möglich sei. Obwohl beispielsweise der Kanton Luzern eine flächendeckende Basisstufe eingeführt hat, ist für den Kanton Graubünden die Erarbeitung von dazu notwendigen gesetzlichen Grundlagen nicht vorgesehen. Damit sind dem KL die Hände gebunden. Das Modell der Basisstufe kann in Graubünden nicht angewendet werden.

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