Davoser Forschungswelt soll weiterwachsen
Erst kürzlich vermeldete die DZ, dass mit dem «Lab42» ein neues Forschungsinstitut in Davos angesiedelt werden kann. Nun bereits die nächste Meldung in Sachen Wissensstadt: Mit dem «Forschungsgebäude II» soll der Medizincampus Wolfgang ausgebaut werden. Bereits vor Ostern teilte der Kanton mit, dass man sich mit 3,2 Millionen Franken an den Gesamtkosten des Projekts beteiligt – rund 20 Millionen Franken sind dafür veranschlagt. Nun ist der Ball bei der Gemeinde; konkreter beim Grossen Landrat. Denn dieser wird an seiner Sitzung vom Donnerstag über einen Gemeindebeitrag von 650 000 Franken entscheiden.
45 neue Arbeitsplätze
Bereits seit 2013 ist der Name «Kühne» in Davos kein unbekannter. Damals stand die Hochgebirgsklinik (HGK) kurz vor dem Aus, doch Klaus-Michael Kühne rettete mit dem Kauf der Klinikliegenschaften die HGK. Es folgten viele weitere Investitionen, so beispielsweise das heute bestehenden Campusgebäude, welches 2019 eröffnet werden konnte. Nebst Arbeitsplätzen von CK-CARE (Christine Kühne Center – for Allergy Research and Education) sind auch die Labore und die Mitarbeitenden des SIAF dort angesiedelt, ebenso die Cardio-CARE AG und Davos Bioscience AG. Nun soll das Engagement der Kühne-Stiftung fortgesetzt werden. Konkret soll nördlich des bestehenden Campusgebäudes das neue, zusätzliche «Forschungsgebäude II» entstehen. Im Antrag an den GL werden die Ziele folgendermassen umrissen: «Es soll mehrere Funktionen erfüllen und dabei Labore und Büroarbeitsplätze für Forschende enthalten. Das Gebäude ist in seiner Dimension auf circa 100 Arbeitsplätze ausgelegt. Davon werden in den kommenden Jahren 55 Arbeitsplätze durch Aktivitäten der Kühne-Stiftung und ihrer Tochtergesellschaften geschaffen, wobei davon heute bereits 10 Arbeitsplätze auf dem Campus bestehen. Über diese Eigennutzung hinausgehend entstehen zusätzliche Labor- und Büroflächen, welche Raum für weiteres Wachstumspotenzial am Davoser Forschungs-platz bieten». Folgende Elemente sollen laut Antrag das neue Gebäude prägen: «Spitzenforschung, Translation von Forschung, Ausbildung und Klinikbetrieb, Ausbildung und Schulungen, wissenschaftliche Anlässe, zusätzliche Arbeitsplätze».
Wichtiger Schritt
«Ein Vorhaben von höchster Priorität», «eine sehr erfolgversprechende Initiative» – der KL geizt in seiner Botschaft an den GL nicht mit positiven Attributen. Denn das Vorhaben auf dem Wolfgang passt nicht nur wie erwähnt zu den Legislaturzielen, auch die Agenda 2025 der Regionalentwicklung rückt die Profilierung von Davos als «fortschrittlicher, zukunftsorientierter und nachhaltiger Standort» im Forschungsbereich in den Fokus. Damit diese Adjektive nicht nur leere Worthülsen bleiben, hielten Kanton und Gemeinde im Rahmen einer Finanzierungszusage fest, dass das Engagement der Kühne-Welt auf dem Campusareal für mindestens 20 Jahre zu sichern sei. Ebenso solle die Schaffung der 45 Arbeitsplätzen für 10 Jahre verankert werden. Aufseiten Kühne habe man diesen Bedingungen ausdrücklich zugestimmt.
Forschung geniesst grossen Rückhalt
Man darf davon ausgehen, dass auch der GL dem Vorhaben positiv gegenübersteht. In der Vergangenheit stand das Ortsparlament immer wieder klar hinter der Davoser Wissensstadt. Beispielsweise sprach das gleiche Gremium vor rund einem Jahr einstimmig einen Unterstützungsbeitrag an das Forschungsinstitut CERC. Die Zeichen für eine erneute Stärkung des Davoser Forschungsplatzes stehen also gut.
Wirtschaftliche Bedeutung der Forschungsbranche
Die Standbeine der Davoser Volkswirtschaft sind unterschiedlich stark, wie die Angaben zum Jahr 2018 der kantonalen Statistikfachstelle zeigen (gemessen in Vollzeitäquivalenten):
Beherbergung 1471
Gesundheitswesen 797
Gastronomie 602
Hoch- und Tiefbau 589
Landverkehr 472
Detailhandel 455
Erziehung und Unterricht 314
Forschung und Entwicklung 268
Der KL schlussfolgert daraus: «Die Stärkung des Medizincampus mit dem Forschungsgebäude II wird somit zu einer Stärkung eines kleineren, aber entwicklungsfähigen Wirtschaftsstandbeines führen und die Davoser Volkswirtschaft somit vielfältiger, breiter abgestützt und vitaler machen».
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