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Davoser waren stimmfauler als Schweizer

Davoser waren stimmfauler als Schweizer

Wer an diesem Wochenende politische Spannung suchte, war bei den Wahlen in Deutschland besser bedient als bei den hiesigen Abstimmungen. Sowohl bei den beiden eidgenössischen Vorlagen als auch bei der kommunalen blieben Überraschungen aus.

Andri
Dürst
27.09.21 - 18:00 Uhr
Politik
Die grosse Mehrheit der Bündner Gemeinden sagte zwar Ja zur «Ehe für alle», jedoch sind auch einige Kommunen dem Nein-Lager zuzuordnen.
staka

Vergleicht man die Davoser Teilergebnisse mit den Endresultaten des Bundes, fällt die tiefere Stimmbeteiligung auf. So äusserten sich nur rund 47 Prozent des Davoser Souveräns zu den eidgenössischen Vorlagen, währenddessen die nationale Stimmbeteiligung rund 52.5 Prozent betrug.

Schabloniert man die Davoser und Bundes-Ergebnisse, gibt es nur marginale Unterschiede. Zur Volksinitiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» sagten rund 70 Prozent des Davoser Stimmvolkes Nein, währenddessen schweizweit der Nein-Stimmenanteil 64.9 Prozent betrug. Bei der «Ehe für alle» wiederum konnten die Gegner in Davos etwas mehr punkten. Dennoch wurde die Vorlage mit 62 Prozent deutlich angenommen (schweizweit 64 Prozent). Während im Kanton alle Gemeinden bei der ersten Vorlage Nein sagten, sind bei der «Ehe für alle» einige Gemeinden aus der Region als «Ausscherer» zu nennen , etwa Luzein, Furna (Prättigau) sowie Schmitten.

Amtszeitbeschränkung wird gelockert

Kommunal stand die Abstimmung zur Neuregelung der Amtszeitbeschränkungen an – eine Vorlage, die trotz einiger Nein-Parolen keine grösseren Diskussionen auslöste. erstaunt es auch nicht, dass 78 Prozent des Souveräns ein Ja in die Urne legten. Neu kann eine Person, die bereits zwei Amtsdauern als Mitglied des Kleinen Landrats tätig war, zwei weitere Amtsdauern als Frau oder Herr Landammann absolvieren. Zudem wird die Einsitznahme im Schulrat nicht mehr zur Höchstdauer der Amtszeit von 24 Jahren dazugerechnet.

In der Nachbargemeinde Klosters galt es lediglich, über die Genehmigung der Jahresrechnung 2020 zu befinden, welche einen Gewinn von rund 237 000 Franken ausweist. Ein Pro-Forma-Akt, wie das deutliche Ergebnis von rund 98 Prozent Ja-Stimmen beweist. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 42 Prozent.

In zwei Monaten wird das Schweizervolk wieder an die Urne gerufen. National stehen dann folgende drei Vorlagen an: Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative), Volksinitiative «Bestimmung der Bundesrichterinnen und Bundesrichter im Losverfahren (Justiz-Initiative)» sowie die Änderung des Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz).

Reaktionen von FDP und GLP zu den Abstimmungen in der DZ vom Dienstag, 28. September, auf Seite 5.

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