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Gemeindepräsidentinnen tauschten sich über politische Frauenförderung aus

Gemeindepräsidentinnen tauschten sich über politische Frauenförderung aus

Zum Anlass des 50. Geburtstags des Frauenstimmrechts empfing Regierungsrat Christian Rathgeb die amtierenden Bündner Gemeindepräsidentinnen zu einem Austausch.

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Politik
Frauenpower: Die Gemeindepräsidentinnen des Kantons Graubünden sprachen mit Regierungsrat Christian Rathgeb über ihre politischen Werdegänge und Frauenförderung in der Kommunalpolitik.
KANTON GRAUBÜNDEN

Der 7. Februar 1971 markiert einen Wendepunkt: Die männliche Schweizer Stimmbürgerschaft gestand der weiblichen Bevölkerung die vollen Bürgerrechte zu. Von nun an konnten auch die Frauen auf Bundesebene abstimmen sowie das aktive und passive Wahlrecht ausüben. In Graubünden wurde auf Kantons- und Kreisebene das entsprechende Stimm- und Wahlrecht ein Jahr später eingeführt. Es vergingen noch weitere elf Jahre, bis in Graubünden 1983 den Frauen auch auf kommunaler Ebene flächendeckend dieses politische Recht zugestanden wurde.

Erfahrungsaustausch, Impulsreferate und Dank

Die weibliche Bevölkerung ist nicht nur in den kantonalen Behörden (Grosser Rat und Regierung), sondern auch in den Exekutiven der Gemeinden deutlich untervertreten. Nur rund 20 Prozent aller Exekutivmitglieder (Stand 2019) sind weiblich. Aktuell werden die Gemeinden Arosa, Bonaduz, Churwalden, Fideris, Furna, Ilanz/Glion, Malans, Masein, Pontresina, San Vittore, Seewis im Prättigau, Sils i.E./Segl, Urmein und Val Müstair von Frauen geführt. In Masein, Urmein und San Vittore stellen die Frauen aktuell sogar die Mehrheit im Gemeindevorstand.

Im Kanton Graubüden befinden sich von den 101 Präsidien in Graubünden aktuell deren 14 in Frauenhand. Die 14 Frauen wurden am Dienstag im Grossratssal empfangen.

Regierungsrat Christian Rathgeb bedankte sich anlässlich des Austauschs bei den Präsidentinnen, stellvertretend für alle sich engagierenden Frauen in den Bündner Gemeinden, wie es in einer Mitteilung des Kantons heisst. Diskutiert wurden die politischen Werdegänge, was für die Wahl zukünftiger Gemeindepräsidentinnen entscheidend ist und was konkret unternommen werden kann, um den Frauenanteil in Bündner Gemeindeexekutiven zu erhöhen. Zudem wurde das Projekt «Promo Femina» vorgestellt.

Politische Frauenförderung durch Promo Femina

Im Auftrag der Gleichstellungsbüros der fünf Kantone Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, St. Gallen, Wallis und Zürich leitet die Fachhochschule Graubünden das Projekt «Promo Femina» ein. Dies mit dem Ziel, das politische Engagement von Frauen auf Gemeindeebene zu steigern, wie es weiter heisst. Als Projektergebnis soll ein interaktives Online-Tool zur politischen Frauenförderung in der Gemeindepolitik zur Verfügung stehen. Dieses soll Gemeinden, deren Behördenmitglieder und Lokalparteien unterstützen, Frauen für ein politisches Engagement zu gewinnen und konkrete Massnahmen aufzeigen.

Zudem richtet sich das Online-Tool direkt an Frauen, die sich über die Möglichkeiten und Anforderungen eines politischen Engagements auf Gemeindeebene informieren wollen. Im Auftrag des Departements für Finanzen und Gemeinden werde das laufende Projekt um eine Netzwerkanalyse ergänzt, so der Kanton. (can)

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