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Bundesrat bereitet weitgehende Corona-Massnahmen vor

Bundesrat bereitet weitgehende Corona-Massnahmen vor

Der Bundesrat schliesst nun einen Lockdown nicht mehr aus. Er verschärft die nationalen Massnahmen in zwei Stufen. Dies hat er nach seiner ausserordentlichen Sitzung am Dienstag beschlossen. Die Bündner Regierung äussert sich noch nicht zu den Ideen des Bundes.

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Politik
Bundesrat Alain Berset während einer Medienkonferenz am 11. November 2020.
Bundesrat Alain Berset während einer Medienkonferenz am 11. November 2020.
KEYSTONE

Der Bundesrat wird am Freitag, 11. Dezember, die nationalen Massnahmen gegen die Ausweitung des Coronavirus vereinheitlichen und verschärfen. Sie sollen am 12. Dezember in Kraft treten und vorerst bis am 20. Januar 2021 gelten.

Geprüft werden folgende Massnahmen: Schweizweit sollen Gastrobetriebe, Einkaufsläden und Märkte, Freizeitbetriebe und Sportaktivitäten um 19 Uhr schliessen und sonntags geschlossen bleiben.

Da werden alle Regierungen dagegenhalten, auch der Branchenverband GastroSwiss wird sich gegen solche harten Massnahmen zur Wehr setzen, sagt Seppo Caluori, Präsident von GastroGraubünden. Es könne nicht sein, dass der Kanton Graubünden Massnahmen ergreift und anschliessend bestraft werde, weil andere Kantone zu wenig gegen die Pandemie unternommen hätten. Mit einem Kompromiss, dass Gastrobetriebe um 21 Uhr schliessen müssten, könnte Caluori leben, wie er auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» sagte.

Für private Treffen soll eine maximale Zahl von fünf Personen aus zwei Haushalten gelten. Ausgenommen wären Feiern bis zehn Personen vom 24. bis zum 26. Dezember.

Sämtliche öffentlichen Veranstaltungen sollen verboten werden - ausser religiöse Feiern und Versammlungen von Legislativen.

Jegliche Aktivitäten im Kulturbereich würden verboten.

Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, werden eine Woche später, am Freitag 18. Dezember, weitere Massnahmen hinzukommen, etwa eine Schliessung der Läden - ein Lockdown.

Kantone verschärften Massnahmen

Die Massnahmen gegen nun an die Kantone zur Vernehmlassung.

Gleich mehrere Deutschschweizer Kantone haben am Dienstag ihre Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärft – so etwa Graubünden, Zürich, Schaffhausen und Solothurn. Gemäss Kanzleidirektor Daniel Spadin gibt die Bündner Regierung am Dienstag keine Auskunft über allfällige weitere Massnahmen. Die Regierung will zunächst die Unterlagen des Bundes studieren.

Am Montag hatten bereits das Tessin, der Thurgau und die Waadt strengere Massnahmen angesichts der bevorstehenden Feiertage angekündigt. Lockerungen kündigte hingegen der Kanton Genf an. Keine zusätzlichen Massnahmen ergriffen hat der Kanton Aargau.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte am Freitag unmissverständlich erklärt, dass es in keinem Kanton einen Reproduktionswert (R-Wert) über 1 mehr geben dürfe und der Bund die Möglichkeit habe, auch für einzelne Kantone oder Regionen Massnahmen zu erlassen, falls diese nicht von sich aus handelten.

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Zahlen bleiben hoch

Die Corona-Zahlen in der Schweiz bleiben hoch. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Dienstag für die Schweiz und Liechtenstein innerhalb von 24 Stunden 4262 neue Coronavirus-Ansteckungen. Gleichzeitig registrierte das BAG 92 neue Todesfälle und 195 Spitaleintritte. (sda/phw)

Nicht wieder zentralistische Massnahmen! Der Kanton GR hat Massnahmen ergriffen, um das für den Tourimus existentielle...

Gepostet von Valérie Favre Accola am Dienstag, 8. Dezember 2020

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Die Politik muss bei der Anordnung von Massnahmen immer wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen und nicht der gefühlten Realität einer lauten Minderheit von Maskenvereigerern und Querdenkern ohne wissenschaftlichen Sachverstand.