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Die Sonderjagd muss es richten

Die Sonderjagd muss es richten

Die erste Jagdbilanz ist regional und lokal sehr unterschiedlich ausgefallen. Insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche Hirsch- und Gämsstrecke, sowie eine unterdurchschnittliche Rehstrecke. Der Bestand muss deswegen im November und Dezember weiter reguliert werden.

Südostschweiz
vor 1 Jahr in
Politik
Jäger Jagd 2019 Hochjagd Hirsch
Zwei Jäger bereiten das Binden eines Hirschkalbs vor.
OLIVIA AEBLI-ITEM

An der Bündner Hochjagd haben 244 (2018: 219) Jägerinnen und 5392 (2018: 5483) Jäger teilgenommen. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse konnte beim Hirschwild nicht an die sehr guten Ergebnisse der Jahre 2015 bis 2017 angeknüpft werden. Auch die optimalen Äsungsbedingungen in der Höhe haben nicht dazu beigetragen, dass mit dem Wechsel vom Sommer- in den Wintereinstand Bewegung in die Hirschpopulationen kam.

Mittlere Hirschstrecke

Unterschiede zwischen den Hirschregionen waren aber deutlich eruierbar. So gab es gemäss einer Mitteilung des Kantons Graubünden vom Donnerstagmorgen in den südlichen Regionen (Bergell, Val Poschiavo, Sur Funtana Merla und in der Val Müstair), im Raum Davos und in Untervaz im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine überdurchschnittliche Jagdstrecke beim Hirsch. In der Surselva und in der Mesolcina war die Hochjagdstrecke beim Hirsch durchschnittlich. In den restlichen Regionen sind die entsprechenden Zahlen unterdurchschnittlich. In Suot Funtauna Merla ergab sich wie bereits im vergangenen Jahr sogar eine tiefe Hochjagdstrecke beim Hirsch.

Im ganzen Kanton tiefe Rehstrecke

Die Rehstrecke ist gemäss der Mitteilung im ganzen Kanton, wie im vergangenen Jahr, tief ausgefallen. Sie widerspiegelt die in fast allen Regionen festgestellte Abnahme der Rehbestände aufgrund der Verluste in den beiden vergangenen, langen und schneereichen Winter. Im Safiental sind die entsprechenden Zahlen sogar sehr tief ausgefallen. Die Rehbockstrecke der Hochjagd ist ein guter Indikator für die Beurteilung der Bestandsgrösse. Sie dient als Grundlage für die Planung der Sonderjagd.

Sonderjagd zur Regulation des Hirschbestands

Mit 2925 Gämsen wurde eine durchschnittliche Jagdstrecke erreicht. Sie liegt zwar deutlich unter dem letztjährigen sehr guten Ergebnis, ist mit 2925 erlegten Tieren jedoch im Bereich des von der Jagdplanung her als Zielwert definierten Abschussplans von 3000 Gämsen. Die Dichte der Gämsbestände zeigt grosse regionale Unterschiede. In Gebiet des Valsertals und im hinteren Teil des Safientals wurde ein seuchenhaftes Auftreten der Gämsblindheit festgestellt.

Ohne die Jagd im November und Dezember wäre eine Regulation der Hirschbestände undenkbar. In den Problemgebieten mit schlechter Verjüngungssituation des Waldes (Prättigau, Churer Rheintal und Domleschg, sowie Teilgebiete in der Surselva und Mittelbünden) müssen die Hirschbestände reduziert werden. Mit der Hochjagdstrecke wurde der Abschussplan im Bergell und in Untervaz bereits erreicht. In den übrigen 19 von 21 Hirschregionen werden Sonderjagden auf Hirschwild durchgeführt.

Sonderjagd auf Rehwild nur in zwei Regionen

Aufgrund der diesjährigen Hochjagdstrecke erweisen sich die für das Jahr 2019 ermittelten regionalen Abschusspläne beim Rehwild bereits nach der Hochjagd als erfüllt, mit Ausnahme der Region um Ilanz und dem mittleren und hinteren Prättigau. In den übrigen Kantonsgebieten ist keine Sonderjagd auf Rehwild notwendig.

Für die Sonderjagd haben sich 3422 (Vorjahr 3382) Jägerinnen und Jäger angemeldet. Diese erfüllen mit der Anpassung der Wildbestände an ihre Wintereinstände eine wichtige Aufgabe. Da der Verlauf der Sonderjagd auch sehr stark vom vorhandenen Angebot an Hirschen und von den Wetterverhältnissen abhängig ist, wird die Erfüllung der Abschusspläne eine anspruchsvolle Aufgabe. (so)

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Genug der Schönrederei !
Zu Zeiten als die Rehwildbestände in Graubünden noch intakt waren, hatten wir ebenfalls strenge Winter. Die Schönrederei sowie die Präsentationen von absurden aus den Finger gesogenen Vergleichen ist für einen aufmerksamen Beobachter der Jagdszene im Kanton Graubünden kaum mehr auszuhalten.
"Eine Statistik ist für die Sache immer sinnlos, wenn sie zur persönlichen Entlastung bei Misserfolg oder Versagen manipuliert wird. Die vergangenen Winter, der stetig wachsende Lebensraumverlust der Wildtiere durch immer intensivere Nutzung der Natur durch den Menschen, sowie das Einwandern der grossen Beutegreifer (Bär Wolf und Luchs) ist nur ein Teil des Problems und der Wahrheit, die zu der miserablen Jagstrecke 2019 und Zustand der Wildtiere im Kanton Graubünden geführt hat. Durch unerklärliche sich seit Jahren wiederholende Fehler, sind wir bei Reh (aktuell) und Gämse (seit Jahrzehnten) an einem kritischen Punkt angekommen. Bei der nicht nachhaltigen Jagdplanung durch den massiven und komplett übertriebenen Eingriff bei Weiblichen und Jungentieren, wurden die Rehe in den letzten Jahren auf ein Minimum durch die Jagd zusammengeschossen. Dort liegt in unseren Augen das Hauptproblem und nicht bei den im Bericht aufgeführten Ausreden. Die Jagdplaner beim AJF haben in unseren Augen versagt, sich vor den Karren spannen lassen zum Nachteil unserer Wildtiere. Unerklärlicherweise schweigt Jägerschaft und befolgt die Weisungen des Kantons ohne sich ernsthaft für das Wohl der Tiere und somit ihrem eigenen einzusetzen.
Riet Caspescha FB Gruppe im Namen der Wildtiere

SO-Reporter

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