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SVP-Präsident Albert Rösti mischt im Glarner Wahlkampf mit

SVP-Präsident Albert Rösti ist auf Wahlkampftour und hat den Kanton Glarus besucht. Er sei hier, um zu hören, was die Menschen im Glarnerland bewegt, sagt er im Interview.

Marco
Häusler
Donnerstag, 04. April 2019, 04:30 Uhr SVP bi de Lüt

1 Herr Rösti, haben Sie sich verirrt? Müssten Sie nicht in Zürich, Basel oder Luzern «bi de Lüt» sein, nachdem das die SVP bei den dortigen Wahlen offenbar nicht war?

Ich bin sehr viel und oft bei den Leuten gewesen – überall. Daran lag es sicher nicht. Aber nein, wir machen unsere Tour im Jahr der National- und Ständeratswahlen durch alle 26 Kantone, jeweils auch mit einem Gewerbetreffen, nach dem Motto «SVP hört zu, packt an». Dabei wollen wir nicht dozieren, sondern vor allen hören, was die Leute bewegt.

2 Ist das Glarnerland also so früh an der Reihe, weil Glarus einfach ein kleiner Kanton und somit weniger wichtig ist?

Nein, wir sind hier gar nicht so früh und waren bereits in vielen anderen Kantonen. Ausserdem ist es nicht immer ganz einfach, einen Termin zu finden, zu dem – wie jetzt hier, was mich sehr freut – auch Ständerat Werner Hösli und Regierungsrätin Marianne Lienhard kommen konnten. Und wir müssen die Termine vor die Sommerferien legen, weil danach in allen Kantonen der nationale Wahlkampf beginnt.

3 Aber nochmals zu den jüngsten kantonalen Wahlen; da war die SVP mit ihren Themen nicht wirklich «bi de Lüt»?

Ja, da habe ich ja eingeräumt, dass wir noch Nachholbedarf haben; dabei geht es aber nicht nur darum zu sagen, welches diese Themen sind. Man muss den Leuten vor allem sagen, warum es mit Blick auf den EU-Rahmenvertrag so enorm wichtig ist, dass wir unsere Unabhängigkeit behalten können. Oder dass wir die Zuwanderung selbst so steuern können, dass auch über 50-Jährige noch Arbeit finden. Und was mit der ganzen Klimageschichte droht, wenn plötzlich lauter Abgaben auf Benzin und Heizöl erhoben werden sollen.

4 Aber gerade der Klimawandel dürfte jetzt ja dafür gesorgt haben, dass die Grünen und Grünliberalen in den Kantonen massiv zulegen konnten.

Das ist ein Phänomen, das natürlich bei allen Wahlen auftreten kann. Das hat auch uns schon einmal mit der Flüchtlingskrise in die Hand gespielt, ohne dass wir viel dazu getan hätten. Jetzt wird vor allem interessant sein, welche Massnahmen die Klimaschützer vorschlagen werden. Denn bisher sagten sie dazu intelligenterweise ja gar nichts.

5 In Zürich ortete alt SVP-Bundesrat Christoph Blocher auch Führungsschwächen in der Partei und drängte auf den Wechsel. Müsste man da nicht noch weiter oben ansetzen; oder konkret: Haben Sie Angst um Ihren Job?

Nein, nein, Angst wäre ein schlechter Ratgeber. Aber ich habe natürlich einen klaren Auftrag für den Herbst, und der lautet: den Wähleranteil halten. Da bin ich voll motiviert, auch wenn es jetzt einmal etwas schlechter gelaufen ist.

6 Aber halten Sie Ihr Ziel noch für realistisch?

Na ja, jetzt warten wir einmal, bis der Herbst kommt.

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Vermute :das die SVP schweizweit noch mehr verlieren wird und die andern Parteien inkl. die Grünen noch mehr gewinnen werden.Bin froh ,bin ich Parteilos, da muss ich nicht auf einer Parteischiene mich bewegen zu müssen.