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So sieht der Bündner Antennenwald aus

5G ist in aller Munde. Die neuen Antennen sind jedoch nicht bei allen beliebt. Gerade um Gesundheit und Ortsbild machen sich einige Bewohner Sorgen. Gleich an zwei Standorten, in Valbella und Ftan, wird gegen die Antennen interveniert. Doch schon heute ragen im ganzen Kanton Antennen in den Himmel.

Südostschweiz
Mittwoch, 03. April 2019, 17:44 Uhr Diskussion um 5G
Auch in Graubünden sorgt das Thema der Einführung von 5G für einige Diskussionen.
ARCHIV

Wie auf der Karte der Schweizer Sendeanlagen des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) sichtbar wird, gibt es auch in Graubünden schon so manche Sendeanlagen. Die Antennenstandorte richten sich nach der optimalen Versorgung von Bevölkerung und Gewerbe, wie Esther Hüsler vom Mediendienst der Swisscom AG auf Anfrage von suedostschweiz.ch mitteilt. In Graubünden ist somit der Grossteil der Antennen in den Talschaften positioniert. Hüsler betont, dass eine optimale Versorgung durch die Antennen eine geringere Leistung der Endgeräte benötigt.

So viele Antennen gibt es momentan: Die blauen Punkte zeigen die 4G Anlagen, während die pinken Punkte noch das 3G Netz anbieten
SCREENSHOT BUNDESAMT FÜR KOMMUNIKATION

99 Prozent der 4G Versorgung erfolgt durch die Swisscom AG. Sie verfolgt das Ziel, bis Ende Jahr in jedem Kanton 5G Standorte zu errichten. Über die genauen Standorte, ebenso in Graubünden, will die Netzbetreiberin nichts Genaues sagen.

Die aktuelle Anzahl der Antennen ist auch aus der Karte des BAKOMs nicht so einfach ersichtlich. Wer sich aber für die Antennen in seinem Wohngebiet interessiert, findet eine detaillierte Ansicht auf der Karte. 

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Ich staune schon, wie und vor allem von wem der Service public im Bereich der Telekommunikation für die ganze Schweiz umgesetzt wird, ohne dass das Volk dazu gefragt geschweige denn umfassend informiert wird, sondern nur vor vollendete Tatsachen gestellt wird und die lokalen Behörden kaum eingreifen.

Die Grundversorgung der Telekommunikation erfolgt gemäss ComCom (Eidg. Kommunikationskommission und des BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) von 2018 bis 2022 durch die Swisscom.

Derzeit bereitet das UVEK (Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) eine Revision der Verordnung über den Strahlenschutz vor, nachdem der Ständerat beschlossen hat, den Strahlenschutz nicht zu lockern. Bis Mitte Jahr darf von einer Expertengruppe ein Bericht über die weitere Zukunft von Mobilfunk und Strahlenbelastung erwartet werden.

Die Swisscom und auch deren Konkurrenten warten diesen Bericht jedoch nicht ab, kaufen vorab schon kostbares Bauland und geben bereits Baugesuche ein, um ihre absolut hässlichen und hohen Mobilfunkantennen G5 möglichst zentral in jedem nur möglichen Ort bauen zu können. Dabei braucht jede Mobilfunkantenne eine Glasfaserleitung!!! Natürlich ist die Antenne für den Telecom-Anbietern viel billiger und einfacher zu erstellen, als ein Glasfasernetz für die ganze Bevölkerung. Deshalb zahlen die Anbieter auch Entschädigungen von 120‘000.00 CHF pro Antenne gemäss Kassensturz. Die Swisscom hat im Jahr 2018 einen Reingewinn von 1.568 Mrd. CHF verbucht und gehört zu 51.22% dem Bund – also auch mir und jedem Steuerzahler der Schweiz.

Aber hallo, sind wir denn alle total gelähmt?!? Wir in den Bergen leben vom Tourismus und verschandeln unser einziges Kapital: unsere wunderschöne erholsame Berglandschaft, die gesunde Bergluft und vielleicht auch längerfristig unsere Wasserquellen. Wir entwerten durch die strahlenden Antennen die umliegenden Grundstücke und kostbaren Baulandreserven. Und es sollen ja demnächst noch viel mehr G5- als G4-Antennen erstellt werden – und wofür?
- Transport von grossen Datenmengen vor allem für Fabriken in Produktion oder Technik? Diese stehen normalerweise schon an gut erschlossenen Hauptstrassen und werden zukünftig (wenn nicht schon bereits geschehen) ans Glasfasernetz angeschlossen.
- Kinofilme in HD in wenigen Sekunden herunterladen? – Damit jedermann auf dem Sessellift/Gondel die Filme schneller laden und schauen oder die Musik live streamen können?
- Kommunikation für selbstfahrende Auto’s? – Heisst dies, dass bei jeder Berg-/Landstrasse, an jedem See/Strand, in jedem Wald/Wüste/Dschungel zukünftig weltweit solche Antennen stehen sollen, damit das selbstfahrende Auto dort durchfahren kann und selbstverständlich auch noch Ladestationen für E-Autos dort hingeklotzt werden?

Lieber Bund, Kanton, Gemeinde, Mitmensch und auch Telekommunikation -Anbieter

Niemand möchte so eine Antenne vor seiner Terrasse/Balkon, vor dem Schlafzimmer oder an den schönsten Stellen der Schweiz, vor allem nicht wenn er eine Glasfaserleitung statt einer hässlichen Mobilfunktantenne haben könnte. Vor den gesundheitlichen Auswirkungen kann auch nur gewarnt werden, da Langzeitschäden schlicht unbekannt sind. Lieber verzichte ich auf ein G5-Netz, als dauernd und überall von solch einer Mobilfunkantenne in meinem Umkreis angestrahlt zu werden. Bitte redet nicht nur, sondern tut endlich etwas für den Umweltschutz und die einzigartige Schönheit unseres Landes. Es kann doch nicht sein, dass wir unsere Umwelt nur aus Finanzgründen verschandeln lassen und dadurch noch das Business davon profitiert. Wenn schon Service public, dann längerfristig ein Glasfasernetz für alle und weg mit sämtlichen strahlenden Antennen - Danke

Literaturnachweis:
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/zukunft-des-mobilfunks-wo-die-schwei… SRF Digital 24.01.19
https://www.srf.ch/news/schweiz/schnelles-internet-fuer-alle-5g-als-alt… André Ruch 06.02.19
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2019-04-03/so-sieht-der-buendner-… Südostschweiz 03.04.19
https://www.srf.ch/news/schweiz/das-bezahlen-5g-anbieter-120-000-franke… Kassensturz vom 26.03.2019
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/bundesnahe-betriebe/swissco…
https://reports.swisscom.ch/de/2018