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Kanton soll sich für Berufs-WM bewerben

Der Grosse Rat will, dass Graubünden eine Kandidatur für die World Skills 2023 prüft. Er hat einen entsprechenden Auftrag überwiesen.

Ursina
Straub
Montag, 16. April 2018, 23:43 Uhr Berufs-WM
Belegten Spitzenplätze: die Schweizer Berufsleute an der letztjährigen World Skills 
in Abu Dhabi in den Vereinigten Emiraten.
MICHAEL ZANGHELLINI/KEYSTONE

Die Schweiz räumt an Berufsmeisterschaften regelmässig ab. Von den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi kam die Schweizer Delegation im vergangenen Jahr mit 20 Medaillen heim. Elf davon waren golden. Eine Goldmedaille ging auch nach Graubünden. Damit belegte die Schweiz hinter China den zweiten Platz.

Die Berufsmeisterschaften sind also eine Möglichkeit, die Berufsbildung zu stärken und auf internationaler Ebene zu präsentieren. CVP-Grossrat Alessandro Della Vedova (Poschiavo) möchte deshalb, dass Berufsweltmeisterschaften in Graubünden statt- finden. Mit einem Auftrag verlangt er, eine Kandidatur für die World Skills 2023 zu prüfen. Dies auch, weil sich Basel-Stadt kürzlich entschieden hat, seine Kandidatur für die Berufsweltmeisterschaften 2021 zurückzuziehen. «Es gibt viele gute Gründe für eine Kandidatur», sagte Della Vedova gestern im Grossen Rat. «Ich hoffe, dass der Vorstoss nicht in der Schublade verschwindet, weil man nur die Kosten und Probleme sieht.»

Das tat der Grosse Rat nicht. SP-Grossrätin Sandra Locher Benguerel fand den Vorstoss innovativ und nachhaltig. BDP-Grossrat Andreas Felix sah darin eine Möglichkeit, in der Berufsbildung ein Zeichen zu setzen: «Geben wir der Idee eine Chance.»

Gemäss Regierungsrat Martin Jäger hat «eine rekordverdächtige Anzahl Grossräte» den Vorstoss unterschrieben, und auch das Interesse am Auftrag sei rekordverdächtig hoch. Das erstaune wenig. Blicke doch auch das Ausland auf das Schweizer Erfolgsmodell duales Bildungssystem, so der Bildungsminister. Berufsmeisterschaften könnten dieses Bildungssystem stärken und positive Impulse aussenden. Und Graubünden könne sich somit positiv positionieren.

Es gibt viele gute Gründe für eine Kandidatur.
Alessandro Della Vedova, CVP-Grossrat

Basel-Stadt hat ausgerechnet, wie viel eine Austragung der World Skills 2021 kosten würde. 900 000 Franken wären es in der Bewerbungsphase. Für die Realisierung rechnete man mit rund 89 Millionen Franken. Daneben müsste eine gedeckte Fläche von rund 140 000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden. Diese Zahlen können laut Regierung als Richtwert dienen. Die Bereitstellung der Infrastruktur sei nicht ganz ohne, so Jäger. Eine Kandidatur sei aber prüfenswert. Als Alternative könnte man Schweizer Meisterschaften ausrichten. Oder mit dem Kanton St. Gallen und dem Fürstentum Liechtenstein zusammenspannen. Der Grosse Rat hat den Auftrag schliesslich mit 110:0 Stimmen überwiesen.

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