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Geld für die Sportbahnen

12,5 Millionen für Elm und Braunwald: Der Landrat spricht sich klar für die Mitfinanzierung bei den Sportbahnen aus – gegen grünen Widerstand.

Claudia
Kock Marti
Donnerstag, 15. Februar 2018, 04:30 Uhr Sportbahnen
Marianne Lienhard setzt sich im Landrat mit Erfolg für die Unterstützung der Sportbahnen ein.
ROLF HOESLI

Die Schlussabstimmung gestern Nachmittag fiel klar aus. Abgesehen von den Grünen und einzelnen Bürgerlichen sprach sich die Mehrheit für die von Kommission und Regierung beantragte Änderung des Tourismusgesetzes aus. Dabei soll die öffentliche Hand neu auch touristische Kerninfrastrukturen mitfinanzieren können. Gemeint sind die Hauptbahnen in Elm und Braunwald wie auch Beschneiungsanlagen. Nicht aber Pistenfahrzeuge oder einzelne Skilifte, wie im Rat klargestellt wurde. Bis 2028 soll ein Rahmenkredit von maximal 12,5 Millionen Franken zur Rettung der Sportbahnen Elm und Braunwald gewährt werden.

Der Einfluss des Landrates auf die Vergabe dieser Gelder sei sichergestellt, betonte Kommissionspräsident Christian Marti (FDP, Glarus). Es sei wichtig, frühzeitig mit dem Touris-musgesetz die Grundlagen für eine er- weiterte öffentliche Mitfinanzierung durch Kanton und Gemeinden sicherzustellen. Um nicht eines Tages überhastet angesichts eines Crashs reagieren zu müssen, argumentierte Thomas Hefti (FDP, Schwanden) weiter. Die Gelder würden nicht mit der Giesskanne ausgeschüttet. Sondern über eine spezielle Gesellschaft, die sogenannte Finanzinfra AG, unter hohen Auflagen verwaltet, wie auch Hans-Rudolf Forrer (SP, Luchsingen) betonte. Dabei for- derte er zugleich, dass alle Player im Tourismus endlich zusammenarbeiten müssten. Martin Landolt (BDP, Näfels) wiederum betonte die Solidarität mit Glarus Süd und die Verantwortung für eine sinnvolle Entwicklung.

«Schaffen wir die nötige Basis.» Das Konstrukt Finanzinfra AG, in deren Eigentum die Investitionen bleiben, bedeute Sicherheit, sagte Daniela Bösch (CVP, Niederurnen).

Auch wenn sich die Begeisterung in Grenzen halte: «Die Vorlage ist nötig und verkraftbar», stellte last but not least auch Kaspar Becker, Präsident der Finanzaufsichtskommission, fest.

Bedenken: Zu wenig nachhaltig?

Die grüne Fraktion sah das etwas anders. Karl Stadler (Grüne, Schwändi) erläuterte deren Bedenken und beantragte, das Herzstück der Vorlage abzulehnen, also die öffentliche Mitfinanzierung von Kerninfrastrukturen. So habe sich auch der Tourismus an die Regeln der Nachhaltigkeit zu halten. Es sei falsch, angesichts der Klimaveränderung in einen Markt zu investieren, der so in Zukunft nicht mehr bestehen werde. Bei der Finanzinfra AG, «einer Katze im Sack», gebe es noch viele offene Fragen, die IHG-Darlehen könne der Kanton den Bahnen aber erlassen, so Stadler weiter.

Unterstützt wurde er von Peter Rothlin (SVP, Oberurnen), der die aufzugleisende Finanzinfra AG als «Fiasko-Gesellschaft» bezeichnete. Des Weiteren beantragte er erfolglos, die Einlagen des Landrates in den Tourismusfonds künftig auf zwei Millionen zu begrenzen statt bis zu vier Millionen Franken alle vier Jahre zu ermöglichen, wie dies das Tourismusgesetz vorsieht. Auf verlorenem Posten blieb auch Andreas Schlittler (Grüne, Glarus), der, wenn schon, dann Reduktionen für Glarner Sportbahnenbenutzer beantragte.

Zeichen für nächste Jahre

Den Winterbetrieb werde es noch einige Zeit benötigen, um Umsatz zu machen. Nicht alle Investitionen seien indes amortisierbar, erklärte Marianne Lienhard in ihrem Votum für ein Ja zur Vorlage. Ein Nein bedeute, ein Schrumpfen des Tourismus in Kauf zu nehmen. Es sei am Landrat und dann an der Landsgemeinde zu zeigen, «was uns die Sportbahnen wert sind».

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