Ein Wettbewerb entscheidet
Wie die Strafanstalt Sennhof in Chur dereinst genutzt wird, ist noch offen. Der Kanton will das Gefängnis jedenfalls nicht verkaufen. Sondern einen Investorenwettbewerb durchführen.
Wie die Strafanstalt Sennhof in Chur dereinst genutzt wird, ist noch offen. Der Kanton will das Gefängnis jedenfalls nicht verkaufen. Sondern einen Investorenwettbewerb durchführen.
Liegenschaften, die der Kanton als hochwertig betrachtet, verkauft er nicht», sagte Regierungsrat Mario Cavigelli gestern im Grossen Rat. Die Strafanstalt Sennhof am Rande der Churer Altstadt sei städtebaulich, architektonisch und denkmalpflegerisch ein bedeutendes Objekt. «Deshalb ist vorgesehen, das Areal im Baurecht abzugeben.»
Das 200 Jahre alte Gefängnis am Rande der Churer Altstadt ist noch gut zwei Jahre in Betrieb. Dann werden die Gefangenen in die neue Justizvollzugsanstalt Realta in Cazis verlegt. Das Gebäude, das auch die Stadtgeschichte geprägt hat, steht dann leer. Deshalb wollte Grossrätin Martha Widmer-Spreiter (BDP, Chur) von der Regierung wissen, wie es mit dem Sennhof weitergehe. Soll die Strafanstalt zwischen Hof und Regulakirche an den Meistbietenden verkauft werden? Ist ein Wettbewerb vorgesehen? Und wie soll das Gefängnis künftig genutzt werden?
«Hinsichtlich der Nutzung gibt es keine Einschränkung.»
Mario Cavigelli, Regierungsrat
Erklärtes Ziel sei es, den Zuschlag einem städtebaulich und architektonisch nachhaltigen Projekt zu einem marktkonformen Baurechtszins zu geben, meinte Cavigelli in seiner Antwort. Deshalb soll im nächsten Jahr ein Investorenwettbewerb durchgeführt werden.
Der Kanton als Eigentümer könne aber nicht handeln, ohne auch die Standortgemeinde – also die Stadt Chur – miteinzubeziehen. «Deshalb ist es für den Kanton wichtig zu wissen, wie die Stadt das Gebiet entwickeln will.» Diesen Prozess der Zusammenarbeit wolle man möglichst offen führen.
Nur kleine Eingriffe
Was künftig im historischen, an die Stadtmauer angebauten Gebäude entsteht, sei noch offen. «Hinsichtlich der Nutzung gibt es zum heutigen Zeitpunkt keine Einschränkung», so Cavigelli. Aus städtebaulicher Sicht sei es erstrebenswert, das Areal in seiner Gebäudestruktur zu erhalten und mit möglichst geringen baulichen Massnahmen umzunutzen. Die Nachfrage nach Wohn- oder Gewerbefläche dürfte an dieser Lage gross sein, schätzt er.
Hoffentlich öffentlich
Grossrätin Widmer-Spreiter erklärte sich mit der Antwort der Regierung zufrieden, wünschte jedoch Diskussion. Während dieser regte der Churer SP-Grossrat Andri Perl zum einen an, die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung einzuholen. Und zum anderen hoffte er, dass das Areal für die Öffentlichkeit zugänglich sein werde.
Ursina Straub schreibt als Redaktorin der «Südostschweiz» für den Regionalteil der Zeitung und für Online. Ihre Themenschwerpunkte sind Landwirtschaft, Alp, Jagd, Grossraubtiere, Natur; zudem berichtet sie regelmässig aus dem Grossen Rat. Die gelernte Journalistin, diplomierte Landwirtin und Korrektorin EFA ist auch Leiterin Qualität. Mehr Infos
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