Semadeni tritt 2019 als Nationalrätin zurück
Die Churer SP-Nationalrätin Silva Semadeni tritt im Herbst 2019 nicht mehr an. Auf ihren Sitz hofft Jon Pult, der voll auf die Karte Nationalrat setzt und darum 2018 nicht mehr für den Grossen Rat kandidiert. Die SP Chur zeigt sich für seine Nachfolge zuversichtlich.
Die Churer SP-Nationalrätin Silva Semadeni tritt im Herbst 2019 nicht mehr an. Auf ihren Sitz hofft Jon Pult, der voll auf die Karte Nationalrat setzt und darum 2018 nicht mehr für den Grossen Rat kandidiert. Die SP Chur zeigt sich für seine Nachfolge zuversichtlich.
Die Bündner SP verliert in den nächsten zwei Jahren gleich zwei wichtige Zugpferde im Nationalrat in Bern und im Bündner Grossen Rat. Silva Semadeni, die von 1995 bis 1999 und dann wieder seit 2011 in Bern politisiert, tritt 2019 als Nationalrätin zurück. Das bestätigte die 65-Jährige gegenüber der «Südostschweiz». Für eine erneute Legislatur stehe sie nicht mehr zur Verfügung.
Den vakanten SP-Sitz sichern will sich der Churer SP-Grossrat Jon Pult. Er suche «eine neue politische Herausforderung» und würde «sehr gerne die nächsten Jahre in Bern Politik machen». Das schreibt Pult in einem Brief zuhanden der SP Chur. Er habe 15 Jahre lang Stadt- und Kantonspolitik betrieben, als Churer Gemeinderat, als Grossrat und als SP-Parteipräsident, so Pult. Er soll deshalb dem Vernehmen nach bei den Parlamentswahlen 2019 die Nationalratsliste der SP Graubünden anführen. Für Pult wird es nicht der erste Wahlkampf sein, er trat bereits 2003, 2007, 2011 und 2015 an, allerdings gegen die Bisherigen Andrea Hämmerle und Silva Semadeni, jedes Mal ohne Erfolg.
«Hervorragender Grossrat» tritt ab
SP-Graubünden-Präsident Philipp Wilhelm sagte auf Anfrage: «Ich bin froh, dass sich Jon Pult für die Partei und für den Kanton Graubünden in Bern engagieren will. Die Nachfolge von ihm im Grossen Rat ist Sache der Sektion Chur.»
Der Rücktritt von Semadeni im Herbst 2019 ist aber nicht der erste. Bereits im nächsten Jahr finden die Erneuerungswahlen für das Bündner Parlament statt – und zwar ohne Jon Pult, der seit 2010 im Grossen Rat den Kreis Chur vertritt. Er setze ganz auf die Karte Bern und verzichte auf eine weitere Kandidatur. Das scheine ihm gegenüber der Wählerschaft ehrlicher. Denn würde er 2019 tatsächlich als Nationalrat gewählt, würde er nach nur einem Jahr als Grossrat wieder zurücktreten. Aufgrund des Wahlsystems würde sein SP-Sitz dabei möglicherweise verloren gehen.
Pult könne man als Grossrat «nicht eins zu eins» ersetzen, bedauerte der Churer SP-Präsident Andri Perl. Man werde seinen Rücktritt aber als Chance für frische Kräfte nutzen. Ihre Kandidaten für die Grossratswahlen 2018 will die SP Chur in rund zwei Wochen nominieren. «Wir beschäftigen uns schon länger mit der Nachfolge und haben einige Kandidaten dafür.»

Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.