Jon Pult will in den Nationalrat
Der Bündner SP-Politiker Jon Pult wird im nächsten Jahr nicht mehr für den Grossen Rat kandidieren. Stattdessen will er 2019 nach Bern.
Der Bündner SP-Politiker Jon Pult wird im nächsten Jahr nicht mehr für den Grossen Rat kandidieren. Stattdessen will er 2019 nach Bern.
15 Jahre lang hat er Stadt- und Kantonspolitik gemacht. Doch nun hat Jon Pult keine Lust mehr darauf. Oder, wie er sagt: «Ich suche eine neue politische Herausforderung. Darum würde ich sehr gerne die nächsten Jahre in Bern Politik machen – für den Kanton Graubünden und für die SP.»
Wie Pult, der seit 2010 im Grossen Rat sitzt, sagt, steht er lieber offen zu seinen Ambitionen als an einem Sessel zu kleben, nur um ein Mandat vorweisen zu können. «Das scheint mir gegenüber meiner Partei und der Wählerschaft ehrlicher.» Denn würde er 2019 tatsächlich als Nationalrat gewählt, müsste er nach nur einem Jahr als Grossrat wieder zurücktreten. Aufgrund des Bündner Wahlsystems würde dabei ein SP-Sitz verloren gehen. Und das will Pult nicht riskieren.
Die SP Chur hat für die Grossratswahlen 2018 bereits viele neue Kandidaten gefunden, die laut Pult «frische Ideen» in den Grossen Rat einbringen könnten. «Auch deshalb werde ich nicht kandidieren. Denn ich will diesen Personen angesichts dieser neuen Ausgangslage nicht im Weg stehen.»
Drei Themen für Bern
Auf die Frage, welche Themen er auf nationaler Ebene gerne angehen würde, sagt Pult zuerst, er habe keine konkreten Vorstellungen. Er bezeichnet sich als Generalist, der sich für alles interessiert. Und doch kann er gleich darauf drei Themenschwerpunkte nennen, die ihn besonders interessieren.
Zum einen ist es die Verkehrspolitik, weil er sich als Präsident der Alpeninitiative stark damit beschäftigt. Zum zweiten ist es die Europapolik, weil ihn die Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen interessiert. Zum dritten ist es die Schere zwischen Arm und Reich, sowohl auf die Bevölkerung als auch auf die Regionen bezogen.
Was ist, wenn das nicht klappt? Wenn Pult von den Bündnern nicht zum Nationalrat gewählt wird?
Er würde sich beruflich eine neue Herausforderung suchen, seinem Privatleben mehr Zeit widmen, und politisch einen anderen Weg finden, sich zu engagieren – etwa in einer Bürgerbewegung.
Peyer hat Priorität
Bevor sich Pult 2019 auf seinen eigenen Wahlkampf konzentriert, will er sich 2018 auf die Wahl von Peter Peyer in den Regierungsrat konzentrieren. Peyer stellt in diesen Tagen und Wochen sein Wahlteam zusammen – dabei wird geklärt, wer welche Funktion innerhalb des Teams übernehmen könnte. Pult hat dabei angeboten, eine Aufgabe zu übernehmen. Welche, ist ihm egal. «Ich stehe in jeder Funktion zu Verfügung», sagt er.
Der Grund weshalb Pult Peyer unterstützt, ist einerseits die Freundschaft, die ihn mit dem SP-Parteikollegen verbindet. Aber auch, weil Pult von seinen Fähigkeiten überzeugt ist.
Pult freut sich auf das kommende Jahr. Und wenn er zurückblickt, auf die letzten Jahren, sieht er nur das Positive. «Es gab auch Niederlagen, aber die kann ich gut beiseite schieben», sagt Pult. Er denke an die politischen Erfolge, die er gemeinsam mit der SP erzielt habe, und an die gute Zeit.
Kristina Schmid berichtet über aktuelle Geschehnisse im Kanton und erzählt mit Herzblut die bewegenden Geschichten von Menschen in Graubünden. Sie hat Journalismus am MAZ studiert und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Rheintal, worüber sie in ihrem Blog «Breistift» schreibt. Mehr Infos
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