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Neuer Unterschlupf für Hermelin & Co

In der Talebene um Netstal wurden neue Lebensräume für Hermeline, Insekten und Vögel geschaffen. Freiwillige haben zusammen mit Pro Natura Glarus und den Bewirtschaftern Elisabeth und Franz Freuler-Wüthrich neue Wieselburgen erstellt. 

Südostschweiz
18.11.22 - 14:44 Uhr
News

Die Talebene zwischen Mollis und Glarus wird intensiv bewirtschaftet. Deshalb ist die Förderung von Lebensräumen für bedrohte Tierarten hier besonders wichtig, wie Pro Natura Glarus in einer Mitteilung schreibt. Darum unterstützt die Organisation im Rahmen einer Aktion Landwirtinnen und Landwirte, die neue Lebensräume für gefährdete Arten schaffen. 

Willkommener Nützling

Elisabeth und Franz Freuler-Wüthrich aus Glarus haben eine Wiese südlich des Schwimmbads Netstal aufgewertet. Sie legen einen neuen Garten mit 15 alten Obstsorten an. Auf der neu angesäten Blumenwiese unterhalb der Bäume finden Insekten über die ganze Saison Nektarpflanzen. Die Fläche werde extensiv genutzt. Solche Strukturen leisteten einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Insekten. Dadurch wird auch der Lebensraum und die Nahrungsgrundlage für den Gartenrotschwanz verbessert, der sich wiederum von den Insekten ernährt.

Dem Hermelin bieten die Ast- und Steinhaufen optimale Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden. Für das Bewirtschafter-Ehepaar Freuler ist die Aufwertung auch eine Massnahme der Nützlingsförderung. Eine Hermelinfamilie vertilgt wöchentlich 50 bis 100 Wühlmäuse, somit können die Landwirte den Wühlmäusebestand der Wiese in Schach halten.

Am vergangenen Samstag haben rund 15 Freiwillige von Pro Natura Glarus gemeinsam mit der Familie Freuler fünf Wieselburgen erstellt. Für Wiesel ist der Aufbau und die Grösse des Ast- oder Steinhaufens entscheidend. Besonders wertvoll sind grosse Haufen mit feindsicheren und trockenen Hohlräumen im Innern, die den Tieren einen geschützten Schlafraum, Unterschlupf oder eine Kinderstube bieten. 

Die Schwanzspitze macht den Unterschied 

In der Schweiz gibt es zwei Wieselarten: das Hermelin und das etwas kleinere Mauswiesel. Unterscheiden kann man sie an ihrer Schwanzspitze. Hermeline habe im Gegensatz zum Mauswiesel eine schwarze Schwanzspitze. Die beiden kleinen Raubtiere sind flink und zwangsläufig sehr tüchtig, denn sie können kein Fett einlagern. Auf der Jagd nach Wühlmäusen benötigen sie stets Deckung und Verstecke vor ihren Feinden. Denn für Füchse, Greifvögel, Eulen, Graureiher oder Katzen sind Wiesel ein willkommener Happen.

(mitg)

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