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Neues Zirkuszelt sorgt für freie Sicht in die Manege

Zwei Rundbögen, mehr Zuschauerplätze und keine störenden Masten, die den Blick auf die Artisten versperren: Das neue Zirkuszelt der Familie Knie ist da. Beim Aufbau zählt neu jeder Millimeter.

Ramona
Nock
Freitag, 22. Februar 2019, 04:30 Uhr Zirkus Knie

Man sieht sie schon von weitem: Die roten Zeltspitzen, die in den Himmel ragen, rot-weiss, um genau zu sein, und sie verkünden: Es ist wieder Zirkuszeit in Rapperswil. Seit wenigen Tagen steht das Zelt des Zirkus Knie auf dem Areal neben dem Kinderzoo. Nagelneu ist es, vor kurzem erst vom Zeltbauer in Italien eingetroffen. Es ist jenes gross angekündigte Geschenk, das sich der Zirkus zu seinem 100-Jahr-Jubiläum von seinen Fans via Crowdfunding hat schenken lassen. Nun also ist es da, will bestaunt, erkundet, genau betrachtet werden. Was ist neu, was ist anders?

Antworten auf diese Fragen hat Zirkusdirektor Fredy Knie junior. Zur Präsentation des neuen Zirkuszelts hat er die Journalisten direkt in die Manege eingeladen. Hinter ihm das Sägemehl, neben ihm der Zeltverantwortliche Maycol Errani, hoch oben die Scheinwerfer, die gerade ihre ersten Testläufe hinter sich haben.

Die Sitze sind verschoben

Neu sind vor allem die beiden Rundbögen, führt Knie aus. Sie ersetzen die vier Masten, die bisher die Hauptlast des Zelts trugen. Innen drin hat dies einen entscheidenden Vorteil: «Alle Zuschauer haben freie Sicht in die Manege – sogar von den hintersten und billigsten Plätzen aus», sagt Knie. «Jetzt kann sich keiner mehr beschweren und sagen, er habe einen störenden Masten vor der Nase.» Apropos Plätze: Diese sind im neuen Zelt zahlreicher. 2200 waren es bisher, neu können 2340 Personen eine Vorstellung besuchen. Die Sitzreihen sind zudem nicht mehr direkt hintereinander angeordnet, sondern verschoben. Dies, damit vor allem kleine Zirkusgäste gut nach vorn blicken können. Die sei ein Wunsch vieler Besucher gewesen, schildert Knie.

Neu sind zudem technische Details: zum Beispiel ferngesteuerte Scheinwerfer hoch oben im Chapiteau und eine Klimaanlage. «Grosse Ventilatoren unter den Stuhlreihen sorgen für kühle Luft», sagt Knie. Damit sei der Zirkus auf eine mögliche, weitere Hitzewelle im Sommer gerüstet.

Jeder Handgriff muss sitzen

Eine Herausforderung ist das neue Zelt für den Aufbau – zumindest für die ersten Durchläufe, sagt Maycol Errani. Rund zwei Stunden länger als bisher habe dieser in Rapperswil gedauert. Und: Jeder Schritt muss genau sitzen. Für Markierungen auf dem Boden, die bisher mit Farbe gemacht wurden, braucht es neu Lasergeräte. «Ein, zwei Zentimeter daneben, und es funktioniert nichts mehr», sagt Errani. Trotz modernster Technik brauche es sechzig Mitarbeiter für den Aufbau.

127 Fans mit Namen verewigt

Für das neue Zirkuszelt haben knapp 500 Personen beim Crowd-funding mitgemacht. So sind insgesamt 254 101 Franken zusammengekommen. «Das ist sehr grosszügig», sagt Fredy Knie, «das Schweizer Publikum ist sehr mit uns verbunden.» Zu den kritischen Stimmen, die laut geworden waren, sagt Knie: «Es war keine Bettelaktion. Für uns ist es viel eher eine moderne Art der Kundenbindung». Wer dem Zirkus mehr als 500 Franken spendete, ist mit seinem Namen auf dem neuen Zelt verewigt – laut Knie sind dies 127 Personen.

 

Die Premiere der neuen Tournee erfolgt am 21. März in Rapperswil.

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