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Kennzeichen-Auktion spült Millionen in die Kantonskasse

Seit bald zehn Jahren versteigert der Kanton Kontrollschilder. Seitdem hat er eine stolze Summe damit eingenommen. Spitzenreiter beim Erlös ist weiterhin das Kennzeichen SG 1. Schweizweit liegt St. Gallen damit aber nicht mehr vorne.

Christine
Schibschid
Montag, 26. November 2018, 18:09 Uhr Seit zehn Jahren
Teures Blech: Das Kontrollschild SG 1 ziert einen Ferrari.
BILD INSTAGRAM/ms_spots

Bald sind es zehn Jahre: Seit Februar 2009 versteigert der Kanton St. Gallen Kontrollschilder. «Die Euphorie hat abgenommen», sagt der Leiter des Strassenverkehrsamtes, Hanspeter Sigg. Das Angebot stosse aber nach wie vor auf reges Interesse. Im März dieses Jahres habe etwa die Versteigerung des Kennzeichens SG 3 Aufsehen erregt. Das Schild brachte 66 000 Franken ein.

Die Auktionen laufen wöchentlich von Mittwoch bis Mittwoch – auch morgen enden wieder mehrere Versteigerungen. Spitzenreiter in der aktuellen Runde ist das Kennzeichen SG 441. Dafür wurden gestern Nachmittag 6800 Franken geboten.

«Es werden alle ein- bis fünfstelligen Kontrollschilder für Motorwagen und alle ein- bis vierstelligen für Motorräder sowie solche mit Schnapszahlen zur Versteigerung gebracht», sagt Sigg.

Rekordjahr bislang 2013

Das meiste Geld spülten die Versteigerungen im Jahr 2013 in die Kantonskasse (siehe Grafik). Damals verdiente der Kanton mehr als 1,3 Millionen Franken damit.

Einen Beitrag dazu leistete der Erlös aus dem Verkauf des Kontrollschildes SG 1, der damals auch Schlagzeilen machte. Das Nummernschild ging im Februar 2013 für stolze 135 000 Franken über den Tisch – bis heute ist es im Kanton das Kennzeichen, das am meisten Geld einbrachte. Zeitweise war SG 1 auch schweizweit Rekordhalter. Inzwischen ist das aber nicht mehr der Fall. Neuer Spitzenreiter ist das Kontrollschild ZG 10, das im Februar dieses Jahres für 233 000 Franken versteigert wurde.

Wer gibt so viel Geld für ein Nummernschild aus?

Derweil ist das Kennzeichen SG 1 laut Sigg immer noch in den Händen dessen, der es 2013 ersteigerte. Im Internet kursieren Bilder, welche das Kennzeichen an einem weissen sowie einem schwarzen Ferrari zeigen. Wer der Besitzer ist, weiss allein das Strassenverkehrsamt.

Was sind das für Menschen, die so viel Geld für ein Nummernschild hinblättern? «Wir erkennen einen Querschnitt durch die ganze Bevölkerung. Personen mit Migrationshintergrund sind aktivere Teilnehmer», sagt Sigg.

Auf die Frage, ob er es für vertretbar halte, dass der Kanton durch die Versteigerungen fördere, dass Menschen viel Geld für eine weitgehend sinnlose Sache ausgäben, entgegnet er: «Die Schilderversteigerung wird vom Kanton nicht aktiv gefördert.»

Beschluss des Kantonsrats sollte Geld bringen

Seit 1996 hatte der Kanton attraktive Kontrollschilder verlost. 2003 erteilte der Kantonsrat der Regierung dann jedoch den Auftrag, ein- bis vierstellige Nummern zu versteigern, um Geld in die Staatskasse zu spülen. Andere Kantone hatten dies zuvor bereits erfolgreich getan. Bis zur Umsetzung des Entscheids dauerte es in St. Gallen jedoch noch Jahre, da der Schritt an die Einführung eines neuen Computersystems gebunden war.

Damit sie versteigert werden können, wurden auf Kantonsratsbeschluss alle ein- bis vierstelligen Kontrollschilder von Fahrzeugen im Besitz des Kantons und der Gemeinden eingezogen.

Mehr als acht Millionen verdient

Der Schritt hat sich gelohnt, wie sich rückblickend sagen lässt: Von 2009 bis 2017 nahm der Kanton fast 8,2 Millionen Franken mit der Versteigerung von Kontrollschildern ein. Jährlich waren es im Schnitt also knapp 910 000 Franken. Das Geld fliesst laut Sigg in die allgemeine Staatskasse.

Neben den Auktionen bietet das Strassenverkehrsamt Kennzeichen auch zum Direktverkauf im Internet an. Ein Auto-Kontrollschild mit einer Nummer von 100 000 bis 200 000 kostet in der Regel 300 Franken.

Wie St. Gallen mit Blick auf die Einnahmen im Vergleich mit anderen Kantonen abschneidet, kann Sigg vom Strassenverkehrsamt nicht genau sagen. «Wir gehören zusammen mit Zürich aber sicher zu den Spitzenreitern», vermutet er. Rückblickend sei die Einführung der Versteigerungen eine gute Idee gewesen. «Man kann gleichzeitig ein Kundenbedürfnis befriedigen und einen Beitrag für die Staatskasse leisten.»

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Über Kennzeichen oder Nummernschild Versteigerungen haben haben wir von https://www.kennzeichen-direkt.de/ schon häufiger berichtet. Vor allem die kurzen Nummernschilder haben es den Bietern angetan. In England oder der Schweiz werden mitunter Mondpreise gezahlt. Da sind die niedrigen fünfstelligen Beträge in Deutschland schon kaum noch relevant...