Eine «eisige» Weltpremiere bereichert Davos
Auch wenn während der Sommermonate kaum einer an den Winter denken mag: Diego Moor, einheimischer Spengler, plauderte diesen Sommer auf der Sonnenterrasse des von Sprecher Hauses mit dessen Pächter René Kilchenmann. Dabei kam Moor mit einer «saublöden» Idee auf Kilchenmann zu. «Wir machen hier eine Eisminigolf-Anlage!», meinte er. Der Restaurantbetreiber war sofort begeistert, und die Zusammenarbeit konnte starten. Moor konnte den Restaurantbetrieb mit einer zusätzlichen Attraktion bereichern, und das von Sprecher Haus stellte die dazu notwendige Fläche zur Verfügung. Wie bei so vielen Vorhaben musste aber auch beim Eisminigolf zuerst der administrative Teil erledigt werden. «Die Gemeinde sagte uns erfreulicherweise sofort zu – unter der Bedingung, dass es sich bei der Anlage um Fahrnisbauten handelt», erzählt Kilchenmann.
Moor konnte daraufhin mit der Produktion loslegen: In rund drei Wochen fabrizierte er die Bahnen, die Hindernisse und die Schilder. Am 9. Dezember war es dann soweit, und die 18 Bahnen konnten dem Betrieb übergeben werden. Mittlerweile hätten bereits über hundert Personen auf den Bahnen gespielt, sagt der Gastronom gegenüber der DZ. «Zudem erhalten wir jeden Tag wieder neue Reservationen.» Die Reaktionen seien durchs Band positiv.
Eishockeystock statt Golfschläger
Gespielt wird Eisminigolf mit einem geraden Hockey-Stock sowie einem kleinen Puck. «Grundsätzlich funktioniert es gleich wie beim normalen Minigolf», erklärt Kilchenmann. Auch bei der eisigen Varianten müssen auf jeder Bahn spezielle Hindernisse überwunden werden. Der einzige Unterschied: Man darf nicht auf die Bahn stehen. Nach 18 Löchern geht aber auch hier der Spieler mit der kleinsten Punktzahl als Sieger hervor. Eine Gruppe von rund vier Personen brauche für den ganzen Parcours etwa eine Stunde, rechnet Kilchenmann. Geöffnet ist die Anlage übrigens von Freitag bis Dienstag von 11 bis 16 Uhr, einigermassen gutes Wetter vorausgesetzt. Anmelden kann man sich per Mail oder Telefon via das von Sprecher Haus oder über die Davos Destinations-Organisation, aber auch ein spontanes Vorbeikommen ist möglich. Damit der Betrieb reibungslos läuft, bearbeitet Moor die Bahnen jeden Morgen aufs Neue – denn Natureis braucht eine gewisse Pflege. Entsprechend ist man beim Betrieb auf Mutter Natur angewiesen. Sobald es im Frühling zu warm werde, sei dann Schluss mit Eisminigolf, erklärt der Gastronom. Doch traurig sein müsse man nicht, denn kürzlich konnte er ein «Joint Venture» mit dem Minigolf in Losone (TI) starten. Dessen Betreiberin Marianne Christen habe diese Woche die Eisminigolf-Anlage besucht und sei begeistert gewesen. Nun wolle man zusammenspannen und einander unterstützen, freut sich Kilchenmann. Die Davoser Weltpremiere scheint also unter einem guten Stern zu stehen . . .
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