Das Leben mal anders dargestellt
Wir werden in die Welt hineingeboren, ob wir wollen oder nicht. Und dann erwarten uns Höhen und Tiefen die uns prägen, und vielleicht auch verändern. Dabei sollte man nicht vergessen, das Leben zu geniessen, sagt der Bündner Tanzstudent Gaetano Sibilia. Diese Botschaft packt er in eine Tanzaufführung, welche in Chur stattfindet.
Wir werden in die Welt hineingeboren, ob wir wollen oder nicht. Und dann erwarten uns Höhen und Tiefen die uns prägen, und vielleicht auch verändern. Dabei sollte man nicht vergessen, das Leben zu geniessen, sagt der Bündner Tanzstudent Gaetano Sibilia. Diese Botschaft packt er in eine Tanzaufführung, welche in Chur stattfindet.
Der Churer Gaetano Sibilia studiert im sechsten Semester Tanz in Zürich. Während eines Schulprojekts kam ihm die Idee, eine eigene Tanzaufführung zu kreieren und auf die Beine zu stellen. So suchte er sich im Freundeskreis Leute, die mitmachen, und fand fünf Tänzerinnen: Sandra Zurfluh (26), Sara Meyer (22), Sara Chitvanni (17), Leonie Trippel (26) und Cosma Alvarez (17). Zusammen gründeten sie das Tanzprojekt «Falll-In, Fall-Out» Seit September treffen sie sich jeweils zwei bis drei Mal monatlich und erarbeiten die gesamte Performance.
Diese soll den Lebenszyklus aufzeigen: Vom Baby zum Kind, weiter zum Jugendlichen und zum Erwachsenen. Dabei durchschreiten die Tänzerinnen in der Performance diverse Situationen, die die meisten Menschen erleben: Jobssuche, Beziehungen, Streit oder auch Tod. Vieles davon passiert unbewusst – wie schon die Geburt: Man wird einfach ins Leben geboren, bis man irgendwann stirbt und die Welt wieder verlässt. So wurde der Projektname gewählt.
Ein Mix aus verschiedenen Tanzstilen
Getanzt wird mit zeitgenössischen Elementen: Also hauptsächlich moderner Tanz gepaart mit Schritten aus dem Breakdance, dem House auch dem Voguing wie auch aus dem Jazz. Dazu kommen dann noch diverse Laute und Schauspiel.
Sibilia fungiert hierbei als Choreograph und Organisator. Er gibt das Thema vor, welches vertanzt werden soll und überlässt es grösstenteils den Tänzerinnen, wie sie dieses umsetzen.
Grundsätzlich wird also keine Choreographie zu einem Song von Sibilia gemacht und den anderen beigebracht. Stattdessen gibt er ein Gerüst vor, indem er sagt welche Themen vertanzt werden und wie das ungefähr aussehen soll, die Tänzerinnen erarbeiten gemeinsam die Schrittkombinationen. Somit entstehen einzelne Szenen, welche zusammengesetzt werden und schliesslich die Aufführung ergeben. Diese ist ein Projekt der ganzen Gruppe: «Ich gebe das Gerüst vor und sorge dafür, dass alles zusammenpasst», sagt Sibilia über seinen Part in diesem Projekt.
Hausaufgaben der speziellen Art
Damit die Gruppe während den Treffen die Choreographien erarbeiten kann, müssen die Tänzerinnen auch «Hausaufgaben» erledigen, erklärt der 23-jährige Tanzstudent. Dies sind grundsätzlich Rechercheaufgaben.
Sich selbst in der Performance finden
Die Aufführung wird im Juni stattfinden. Dabei wird es keinen Moderator geben, der die einzelnen Szenen ankündigt oder erklärt: Ziel ist es, dass die Performance selbsterklärend ist. Die Zuschauer sollen sich am Schluss darin selbst wieder erkennen und eine positive Erfahrung daraus ziehen können oder selber etwas interpretieren können.
Emotionen sind wichtig
Sibilia, wie auch die Tänzerinnen, sind mit vollem Elan dabei – was ihn sehr erfreut. Die Begeisterung für das Projekt hört man auch in seiner Stimme.
Für Sibilia ist es das erste Mal, dass er so ein Projekt auf diese Weise begleitet. Er hat zwar bereits früher bei Tanzprojekten als Tänzer mitgewirkt und auch in seiner Ausbildung hat er schon Stücke mit Choreographen erarbeitet – aber ein eigenes Stück auf die Beine zu stellen, ist eine neue Herausforderung. Die Motivation und Inspiration dazu bekam er während seiner Ausbildung.
Während der ganzen Arbeit kommen viele Emotionen hoch – sie sind auch ein wichtiger Bestandteil der Performance. Diese lebt vor allem durch die Gestik und Mimik, wodurch Emotionen transportiert werden. Wichtig wird auch die Sprache sein – in wenigen Szenen wird es keine Musik geben, dafür werden Laute zu hören sein. Die Aufführung wird wie das Leben selbst sein: Gewisse Dinge sind voraussehbar, kann man erwarten, und anderes wiederum nicht.
Lebt das Leben
Die Botschaft der Aufführung ist eigentlich ganz einfach: «Lebt das Leben, ihr habt nur eines. Geniesst es in vollen Zügen, seid miteinander, nicht gegeneinander.» Für Sibilia ist das gerade in der heutigen Gesellschaft ein wichtiges Thema.
Wie es aussieht
Für «suedostschweiz.ch» zeigten die Tänzerinnen den Einstieg in die Performance, wo sie Babys darstellen, welche lernen sich zu bewegen und sich aufrecht zu halten.
Weiter gaben Sibilia’s Tänzerinnen einen Einblick ins Training. In dieser Szene stellen sie Kinder dar, die vom Sitzen ins Stehen kommen, also lernen, wie sie stehen und laufen können.
Im September haben Sibilia und seine Tänzerinnen mit dem Training, der Planung und dem Aufbau angefangen – im Juni 2018 wird die Performance in der Postremise in Chur aufgeführt. Es soll ein offenes Stück sein, sagt Sibilia. Jeder sei eingeladen und er sei sich sicher, dass jeder etwas Positives aus der Aufführung mitnehmen kann: «Auch Leute, die mit Tanz nichts am Hut haben, können etwas Neues kennenlernen.»
«Fall-In, Fall-Out»
Die Aufführungen der Tanzperformance finden in der Postremise Chur statt.
Premiere: Samstag, 16. Juni, 20 Uhr
Weitere Aufführungen: Sonntag,17. Juni, um 14 und 18 Uhr
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