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Ein Aufreger ist weg und der weisse Steinbock Geschichte

Adieu, weisser Steinbock von Glarus. Der Berggeistbrunnen von Otto Kappeler wird seit dieser Woche saniert. Die einen freuts, die anderen reuts, dass nun alles wieder so wird, wie es einmal war.

Claudia
Kock Marti
Donnerstag, 08. August 2019, 04:30 Uhr Zurück zum Original
Zurück zum Original: Der Berggeistbrunnen in Glarus wird derzeit von Daniel Ledergerber restauriert.
CLAUDIA KOCK MARTI

Die rote Fasnachtsnase leuchtet noch ein wenig durch den Plastik, unter welchem die von Bildhauer und Restaurator Daniel Ledergerber eingestrichene Lauge wirkt.

Der Berggeistbrunnen von Glarus, besonders die Wasserleitungen, werden aktuell erneuert. Die teils unterirdischen, verrosteten Rohre werden ersetzt. Zugleich wird aber auch ein Wahlversprechen des Gemeindepräsidenten eingelöst: Der von Peter Jenny, emeritierter Professor für Gestaltung in Ennenda, inszenierte weisse Steinbock wird definitiv wieder entweisst. Dazu wird nun zuerst die Farbe abgelaugt. Danach soll die Skulptur sandgestrahlt, gebürstet und neu glasiert werden, wie Ledergerber erklärt.

Jene, die sich mit der Kunstaktion von Peter Jenny nicht anfreunden konnten und die Rückführung des weiss gemalten Steinbocks verlangt hatten, werden sich freuen. Andere wiederum werden bedauern, dass das Wappentier von Glarus in seinen unscheinbaren Originalzustand zurückversetzt wird. Jenny wollte seinen Eingriff als Zeichen des Neuanfangs der Gemeinde Glarus verstanden wissen, oder auch als Anzeiger der Luftverschmutzung. Denn grau geworden wäre das Wappentier auch von sich aus mit der Zeit.

Die Kunst-Aktion und die Reaktionen haben vielen wohl erstmals die Augen für den bald 100-jährigen Brunnen von Otto Kappeler (1884 bis 1949) geöffnet.

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