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Meine Tochter will drei Jobs – am Zukunftstag habe ich ihr immerhin zwei verschaffen können

Der Zukunftstag bietet Kindern spannende Einblicke in die Arbeitswelt – und Eltern so manche Herausforderung, wie unser Fotograf erlebte, als seine Tochter drei Jobs testen wollte.

Sasi
Subramaniam
16.11.24 - 11:00 Uhr
Glarus
Meine zehnjährige Tochter Sanjali sagte Anfang des Jahres, dass sie in Zukunft drei Berufe ausüben möchte. «Okay, welche drei Berufe gefallen dir am meisten?», fragte ich sie neugierig. «Tierärztin, Lehrerin und Detektivin», antwortete Sanjali gelassen.

«Manche Leute schaffen es kaum, einen Job richtig zu machen. Wie willst du drei Berufe ausüben?», fragte ich sie weiter. «Von Montag bis Mittwoch arbeite ich als Tierärztin. Donnerstag und Freitag bin ich Lehrerin, und am Samstag arbeite ich als Detektivin», sagte Sanjali mit grosser Entschlossenheit. Aus Erfahrung wissen Eltern, dass sich die Berufswünsche von Kindern oft ändern. Deshalb sprach ich nicht weiter mit ihr darüber.

Vormittags bei der Hundetherapeutin

Das Thema Zukunftstag und zukünftige Berufe kam im vergangenen September erneut auf. Sanjali sagte, dass sie am Zukunftstag als Detektivin bei der Polizei arbeiten möchte. Ich reichte daher ihren Antrag bei der Glarner Kantonspolizei ein. Aus verschiedenen Gründen teilte die Polizei jedoch mit, dass sie nur Kinder aus Polizeifamilien für den Zukunftstag aufnimmt. Sanjlis zweite Wahl war ein Praktikum bei einer Tierärztin, aber die beiden grössten Tierarztpraxen im Kanton Glarus hatten ihre Plätze bereits vergeben.

Daraufhin schlug ich Sanjali vor, einen Hundetherapeuten zu besuchen, da ich wusste, wie sehr sie Hunde liebt. Sie stimmte sofort zu. Die Hundetherapeutin teilte jedoch mit, dass sie nur am Nachmittag Zeit habe. «Was möchtest du dann am Vormittag machen?», fragte ich Sanjli. Sie antwortete freudig, dass sie mit mir in die Redaktion kommen wolle.

Ein Besuch auf der Redaktion

In diesem Moment erinnerte ich mich an ihren Traum, drei Berufe auszuüben. Deshalb vereinbarte ich heimlich einen weiteren Termin bei der Hundetrainerin Jeannette Beer. Es sollte eine Überraschung werden und ihr die Möglichkeit geben, am Zukunftstag tatsächlich drei Berufe auszuprobieren – aber nur, wenn sie das wollte.

Am Morgen des Zukunftstags, dem 14. November, kam sie mit mir in die Redaktion der «Glarner Nachrichten» in Ennenda. Sie warf einen Blick auf meinen Schreibtisch und sagte: «Dein Tisch ist unordentlich.» Kurz darauf begann sie, meinen Schreibtisch aufzuräumen. In der Zwischenzeit erhielt ich eine Nachricht von der Hundetherapeutin, dass Sanjli aus einem unvermeidbaren Grund an diesem Tag doch nicht kommen könne.

Ich schlug Sanjli daraufhin vor, den Nachmittag bei der Hundetrainerin Jeannette Beer zu verbringen – davon hatte sie noch nichts gewusst. Zu meiner Freude stimmte sie dem begeistert zu. So konnte sie doch noch zwei Berufe ausprobieren. Am Ende des Tages fragte ich sie, wie sie den Zukunftstag fand. Sie antwortete strahlend: «Sehr cool!»

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