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Glarner Jassmeisterschaft: Warum gibt es eigentlich nur beim Jassen einen Teppich?

Morgen wird in Glarner der oder die beste Jasserin des Glarnerlands gekürt. Hier gibts die acht wichtigsten Fragen und Antworten zum Spielgerät: Den Jasskarten.

Sebastian
Dürst
21.03.26 - 16:00 Uhr
Glarus
JASSEN, JASS, JASSWETTBEWERB, KARTENSPIEL, JASSCUP, SVP,
Die Karten, aus denen Träume gemacht werden: Jasskarten haben eine ganz spezielle Form - und als einziges Spiel einen Teppich
Bild: Keystone

Auch an der Glarner Jassmeisterschaft wird mit Karten der AG Müller aus Neuhausen am Rheinfall gejasst. Die Firma hat uns die acht drängendsten Fragen zum Produkt beantwortet.

1. Weiss man eigentlich, warum Jasskarten gerade diese spezielle Grösse haben?

Die Original Schaffhauser Spielkarten sind auf 57x89 mm genormt. Die Kartengrösse unterscheidet sich von allen anderen bekannten nationalen und internationalen Spielkarten wie zum Beispiel Poker, Bridge oder Skat. Es kann nur spekuliert werden, warum die AG Müller vor rund 200 Jahren dieses Format eingeführt hat. Wahrscheinlich hatte dies produktionstechnische Gründe.

2. Wie werden Jasskarten eigentlich hergestellt?

Unsere Jasskarten werden aus einem speziellen Spielkartenkarton gefertigt. Dieser gewährleistet eine hohe Stabilität und Festigkeit. Zuerst werden die Kartonbogen mit den 36 Jasskarten-Motiven bedruckt und dann mit einer speziellen Schutzlackierung versehen. Diese schützt die Karten vor einem schnellen Verschleiss, garantiert eine gute Mischbarkeit und ein optimales Spielerlebnis. Nachher werden die Karten geschnitten, mit Cellophan geschützt und manchmal noch in eine Kartonfaltschachtel gelegt.

3. Ob man lieber mit neuen oder alten Karten jasst ist Geschmackssache. Wie bestimmen Profis die optimale «Gleitfähigkeit» einer Jasskarte?

Die Gleitfähigkeit der Jasskarten hängt stark mit der Lackierung zusammen. Diese wurde in den letzten 200 Jahren perfekt auf die Bedürfnisse der Jasserinnen und Jasser abgestimmt. Die perfekte Rezeptur sowie der ideale Produktionsprozess ist aber streng geheim.😊

4. Was ist der nächste Supertrend bei den Jasskarten?

Einen neuen Supertrend sehen wir nicht. Karten und Motive sind seit 200 Jahren fast identisch. In einer sich unglaublich schnell verändernden Zeit bleiben unsere Original Schaffhauser Spielkarten eine stabile Komponente im Leben der Jasserinnen und Jasser. Den digitalen Trend gibt es schon seit längerem. Dieser hilft, das Spiel «Jass» auch bei neuen Generationen populär zu halten. Das Spielerlebnis einer Jassrunde an einem Tisch können die Apps aber nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

5. Einen eigenen Teppich gibt es nur fürs Jassen. Warum eigentlich?

Wir Schweizer sind eben praktisch veranlagt. Der Jassteppich ermöglicht den Spielerinnen die Jasskarten mühelos vom Tisch aufzunehmen. Die Karten rutschen dank dem Teppich auch nicht unkontrolliert auf dem Tisch umher. Ausserdem schützt der Teppich die Karten vor der Abnutzung. Natürlich braucht es aber den Jassteppich nicht zwingend zum Spielen. Es ist aber sicherlich eine schöne Schweizer Tradition und unterscheidet uns von den Gepflogenheiten in anderen Ländern.

6. Vie viele Jasskarten gehen bei Ihnen pro Jahr über den Ladentisch?

Wir verkaufen rund eine Million Jasskartensets mit deutschschweizer und französischen Motiven. Der ganze Produktionsprozess von der Bestellung bis zur Lieferung dauert rund 4 bis 5 Wochen.

7. Wird bei Ihnen eigentlich in der Pause gejasst?

Wir sind nur ein kleines Team von fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Pausen sind bei uns kurz und nicht gemeinsam. Deshalb können wir leider nur in der Freizeit jassen.

8. Welches ist das zweitbeste Kartenspiel nach Jassen?

Gemäss einer internen Team-Umfrage ist das zweitbeste Kartenspiel «Poker». Aber «Jassen» ist die klare Nummer 1.😊

Dieser Text erschien zuerst in der Jass-Zeitung zur Glarner Jassmeisterschaft. Weitere Informationen zur Glarner Jassmeisterschaft gibt es hier: www.jctoedi.ch

Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos

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