Ruine bei Sool: Die Geschichte der geheimnisvollen Burg Sola
Die Burgruine Sola ist ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und lädt zum Entdecken und Verweilen ein. Wie die Burg in der Mitte des 13. Jahrhunderts zum Lost Place wurde.
Die Burgruine Sola ist ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und lädt zum Entdecken und Verweilen ein. Wie die Burg in der Mitte des 13. Jahrhunderts zum Lost Place wurde.
Julia Rhyner-Leisinger*
Die Ruine Sola liegt auf einem bewaldeten Hügel nördlich von Sool und ist eine von mehreren Burgen, die im Hochmittelalter im Linth- und Sernftal entstanden. Die auf dem Boden der Gemeinde Mitlödi liegende Burg Sola wurde wahrscheinlich am Ende des 12. Jahrhunderts auf vorher gerodetem Land gebaut.
Über die Erbauer oder einstigen Bewohner ist nichts Genaues bekannt. Urkundlich ist die Burg nicht erwähnt, und spätere Zuschreibungen an Adelsfamilien gelten als wenig glaubwürdig. Die wenigen Funde aus archäologischen Ausgrabungen – unter anderem unglasierte Ofenkacheln, Pfeilspitzen, Werkzeuge und landwirtschaftliche Geräte – deuten auf einen eher bescheidenen Lebensstil hin und lassen vermuten, dass hier kleinadelige Grundherren lebten.
Fest steht: Die Burgherren von Sola verloren – wie viele Vertreter des niedrigen Adels im Glarnerland – ihre gesellschaftliche Bedeutung und verliessen die Burg in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Unter dem politischen und wirtschaftlichen Druck durch mächtigere Herrschaftsträger, etwa die Habsburger, sank die kleinadelige Elite oft in den Bauernstand oder wanderte in die Städte ab.
Vom Steinbruch zur Begegnungsstätte
Nach dem Verlassen der Burg wurde die Ruine über Jahrhunderte hinweg dem Verfall preisgegeben und diente mehrmals als Steinbruch, etwa nach dem Dorfbrand von Obersool im Jahr 1713. Zwischen 1927 und 1929 erfolgte eine erste Freilegung und Restaurierung durch den Historischen Verein des Kantons Glarus (HVG), woraufhin er die Anlage nach und nach erwarb. Seit 1946 ist Sola ganz im Besitz des HVG, der sich seither um ihren Erhalt und ihre Erschliessung für die Öffentlichkeit kümmert und eine feste Feuerstelle einrichtete.
Geschichte erleben
Heute verbindet Sola Geschichte und Freizeit. Im Herzen der alten Mauern befindet sich ein Grillplatz, der besonders bei Familien beliebt ist. Kürzlich veranstaltete der HVG einen Familientag bei schönstem Wetter. Viele Familien folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, gemeinsam die Burg und ihr Umfeld zu entdecken.
Kinder übten sich darin, mit Feuersteinen Feuer zu machen oder mittelalterliche Bänder zu knüpfen, und hatten besonders viel Freude daran, die überwucherten Bereiche der Burg gemeinsam zu roden sowie eigene Burgen aus Naturmaterialien zu bauen.
Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Markus Steiner von den «Historischen Freunden 1388», der in authentischer mittelalterlicher Kleidung vor Ort war und den Besuchern spannende Einblicke in das Leben im Mittelalter vermittelte.
Vergangenheit zum Anfassen
Die Burgruine Sola ist mehr als ein Relikt vergangener Zeiten. Sie ist ein Ort, der Geschichte greifbar macht. Mit Engagement und Kreativität gelingt es dem HVG, die mittelalterliche Geschichte für alle Generationen zugänglich zu machen. Wer Sola besucht, entdeckt nicht nur alte Mauern, sondern auch eine Brücke in die Vergangenheit des Glarnerlands.
*Julia Rhyner-Leisinger ist Historikerin aus Ennenda und im Vorstand des Historischen Vereins des Kantons Glarus.
Kunst aus Glarner Häusern
Gemeinsam mit dem Gönner-Verein Glarner Wirtschaftsarchiv und dem Glarner Kunstverein lädt der Historische Verein des Kantons Glarus zum Betrachten, Kaufen und Ersteigern von Gemälden und Grafiken aus Glarner Beständen ein.
Zu entdecken gibt es Werke, die bis vor Kurzem Glarner Häuser zierten – darunter Fundstücke mit Charakter, Geschichte und lokalem Bezug. Der Erlös kommt direkt den drei Vereinen zugute. Nach zwei Kurzreferaten zum Thema «Kunst in Glarner Häusern» und der Auktion sind alle Gäste zu einem Apéro eingeladen.
Der Anlass findet am Samstag, 25. Oktober, im Kulturraum KKG im Kunsthaus Glarus statt. Die Ausstellung ist ab 13 Uhr offen, die Auktion beginnt um 17 Uhr.
Sara Good verantwortet die Glarner Inhalte auf «suedostschweiz.ch». Zudem kreiert sie multimediale Inhalte und schreibt Artikel für die «Glarner Nachrichten». Sie hat den Diplomlehrgang am MAZ absolviert und Multimedia Production in Chur studiert. Mehr Infos
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