Wie gefährlich ist die Unfallstrecke auf der Lenzerheide?
Zwei tödliche Unfälle haben sich 2022 auf der Lenzerheide ereignet, nur einige Hundert Meter voneinander entfernt. So geht es nun mit dieser Strecke weiter.
Zwei tödliche Unfälle haben sich 2022 auf der Lenzerheide ereignet, nur einige Hundert Meter voneinander entfernt. So geht es nun mit dieser Strecke weiter.
von Mara Schlumpf und Nicole Nett
Auf der Lenzerheide kam es in diesem Jahr bereits zu zwei tödlichen Unfällen. Im Februar starben beide Insassen des Unfallautos nach der Kollision mit einem Postauto. Die Reisenden im Car kamen mit einem Schrecken davon. Ende November dann der zweite tragische Unfall, nur wenige Hundert Meter von der Februar-Unfallstelle entfernt. Auch diesmal geriet ein Auto ins Schleudern und prallte in ein Postauto. Der 33-jährige Fahrer des Autos verstarb noch auf der Unfallstelle. In welchem Zusammenhang stehen diese beiden tragischen Unfälle? Nur bedingt, sagt Roman Rüegg von der Medienstelle der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage: «Die Unfallstellen liegen rund 700 Meter voneinander entfernt, weshalb beide Verkehrsunfälle separat beurteilt werden müssen. Der Unfallhergang war in beiden Fällen so, dass jeweils Autolenkende auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern gerieten und deren Autos frontal-seitlich oder seitlich auf die Gegenfahrspur gerieten und dort unglücklicherweise mit einem Postauto kollidierten.»
Strecke wird geprüft
Auch wenn die beiden Ereignisse nicht in direktem Zusammenhang stehen, behält die Kantonspolizei Graubünden, aber auch das Tiefbauamt Graubünden (TBA), die Strecke im Auge, wie es heisst. «Die Kantonspolizei Graubünden wertet sämtliche tödlichen Verkehrsunfälle jeweils auf allfällige Massnahmen aus. So auch die beiden, voneinander unabhängigen Verkehrsunfälle», so Rüegg. Und das Tiefbauamt seinerseits schliesst sich dem an: «Auch das TBA beurteilt und prüft die Infrastruktur auf mögliche Defizite.»
Das Klima rund um den Heidsee könnte bei den Unfällen eine Rolle gespielt haben. So sagt Rüegg: «Diesen Punkt gilt es abzuklären und dies fliesst sicherlich in die Auswertung ein. Es muss jedoch klar hervorgehoben werden, dass die Strasse schneebedeckt war und somit alle Verkehrsteilnehmenden herausgefordert waren. Auf schneebedeckten Fahrbahnen können kleinste Fahrfehler fatale Folgen haben.»
Beim Stichwort Schneeräumung betont das TBA, dass dieser Abschnitt nicht ausserordentlich kritisch sei: «Im Winterdienst sind aus betrieblicher Sicht keine Probleme vorhanden. Auf diesem Abschnitt wurden in der Vergangenheit keine Unfallschwerpunkte, also eine Konzentration von Verkehrsunfällen auf einen neuralgischen Punkt, ermittelt.»
Topografiebedingte Eigenverantwortung
Der Kanton Graubünden ist ein Gebirgskanton mit unzähligen engen Kurven und steilen Pässen. In diese naturnahen Ausserortsstrecken ordnet sich auch der Strassenabschnitt auf der Lenzerheide ein. Kantonspolizist Rüegg betont die notwendige Eigenverantwortung: «Es handelt sich um eine in der Topografie des Kantons Graubünden übliche Ausserortsstrecke. Sie ist mit diversen Signalen, welche jeweils auf konkrete Punkte, wie zum Beispiel Doppelkurve oder Fussgängerquerung, signalisiert. Das Anpassen der Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse ist ein immens wichtiger Punkt für eine sichere Fahrt.»
Was nun konkret geschieht, um künftige tragische Unfälle auf der betreffenden Strecke zu verhindern, bleibt aber weiterhin unklar. So sagt Rüegg: «Sich zu allfälligen Massnahmen zu äussern, ist verfrüht.»
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Diese zwei tragischen…
Diese zwei tragischen Unfälle, die 3 junge Menschenleben gefordert haben innerhalb kurzer Zeit, haben nicht nur uns Einheimische schockiert. Wir Einheimische wissen, dass die Strasse in den Wintermonaten ihre Tücken hat, vorallem an den schattigen Stellen. Es hat keine Temporeduktionstafeln oder Warnblinklampen, die vorallem vor Kurven (Rorhornkurve) darauf aufmerksam machen, dass eine gefährliche Strecke folgt. Ortsunkundige Fahrer/innen unterschätzen diese Strecke!
Ich finde es bedarf sofortiger Handlung und nicht von "verfrühten Massnahmen" zu komunizieren!!