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Investitionsstau am Rinerhorn wird abgebaut

Andri
Dürst
30.08.22 - 16:43 Uhr
Schweiz und Welt
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Auch im vergangenen Jahr sei pandemiebedingt die Unsicherheit ein ständiger Begleiter gewesen, sagte Verwaltungsratspräsident Klaus May in seinen einleitenden Worten vor den rund 70 anwesenden Aktionären. Dies ändere sich auch im kommenden Winter nicht, erklärte May im Hinblick auf die angespannte Strom-Situation. «Wir sind bereits jetzt am Stromsparen. Derweilen haben wir für den Winter Szenarien vorbereitet. Es kann durchaus sein, dass bei schlechtem Wetter einmal ein Lift mehr abgeschaltet werden muss», so sein Blick in die Zukunft. Er betonte aber, dass man gegen aussen zeigen wolle, dass die Bergbahnen bereit seien und sehr gerne Gäste willkommen heissen werden.

Skilifte fit für Zukunft machen

Doch zurück zum Geschäftsjahr 2021/22. Erzielt wurde ein Cash-flow von 1 518 029 Franken (Vorjahr 886 438). «Dank diesem hohen Betrag sind wir in der Lage, die Investitionen aus eigener Kraft tätigen zu können», erklärte May. Als Richtschnur für diese Bedingung gelte ein Cash-flow von 1.2 bis 1.3 Millionen Franken. Und investiert hat man nicht wenig, wie Geschäftsführer Reto Gamper zu berichten wusste: «Wir konnten den Speichersee fertigstellen und ihn auf den Winter hin bereits nutzen. So verlief die ganze Beschneiung viel effizienter.» Für Revisionsarbeiten habe man 170 000 Franken mehr als üblich ausgegeben. Man sei nämlich nun daran, die aufgestauten Investitionen bei den Skiliften abzubauen. «Auch in den nächsten Jahren werden wir weiterhin einen erhöhten Investitionsbedarf haben», blickte Gamper voraus. Beim Hubellift habe man 2020 bereits die Steuerung und die Fernüber-wachung erneuert. Im letzten Herbst folgte dann die Montage der neuen Gehänge, und als Nächstes stünde der Austausch des Motors und der Gelenkwelle an. May betonte, dass die Anlagen, die derzeit in Betrieb sind, gut funktionieren würden. Aber man erneuere die Lifte nach und nach gemäss den Vorschriften des Bundesamtes für Verkehr und des Interkantonalen Konkordates für Seilbahnen und Skilifte. Vor solchen Neuerungen nicht ausgenommen ist auch die Gondelbahn: Wie Gamper ausführte, laufe die Betriebsbewilligung der Anlage am 30. April 2027 aus. Derzeit sei man daran, alles für eine Erneuerung vorzubereiten. Investitionen seien beispielsweise in den Bereichen Steuerung, Hydraulik und Kabinen nötig.

Die Aufgaben gehen so schnell nicht aus

Nebst den Transportanlagen liegt das Augenmerk der Rinerhornbahnen auch auf dem Beschneiungssystem. Wie der Geschäftsführer berichtete, werde nun auch die Piste Juonli-Bergstation Hubel mit einer entsprechenden Anlage ausgerüstet. Am Speichersee habe man indessen gewisse weitere Arbeiten erledigt. Für die zusätzliche Gestaltung, die rund um das künstliche Gewässer entstehen sollen, sei aber ein neues Baugesuch notwendig. Und auch das geplante Wasserkraftwerk bei der Talstation habe man weiter auf dem Radar und dessen Bau aus gutem Grund verschoben: «Ab Januar 2023 wird es ein neues Fördermittel des Bundes geben, dank dem bis zu 60 Prozent der Erstellungskosten übernommen werden. Wir planen nun also, im Frühling des nächsten Jahres mit dem Bau zu starten», so Gamper. Das Projekt liege ihm am Herzen, und gerade im aktuellen Kontext sei es wichtig, dass man in diesem Bereich investiere. Früher als beim Kraftwerk soll beim Blockhaus investiert werden. Das bei der Talstation gelegene Restaurant verfüge eigentlich über eine viel zu kleine Küche, was auch vom Lebensmittelinspektor immer mal wieder als Kritikpunkt angebracht worden sei. «Wir hoffen, die Küchenerweiterung bis Anfang Saison umsetzen zu können», meinte der Geschäftsleiter.

Optimismus vorhanden

Bereits im letzten Winter zurückgekehrt seien die Events, berichtete Gamper und erwähnte den SC Rinerhorn und den Schlittelclub lobend. Ebenso habe die Skischule viele Veranstaltungen, darunter sogar das Abschlussrennen, auf dem Rinerhorn durchgeführt. Das hingegen praktisch brachgelegene Geschäft mit Gruppen dürfte auf den nächsten Winter hin wieder zurückkehren. «Wir haben eine vielversprechende Buchungslage bei den Gruppenunterkünften», freute sich Gamper. Auch wenn eine allgemeine Prognose fürs 2022/23 schwierig sei, blicke er optimistisch in die Zukunft.

Angesichts dieser positiven Meldungen überrascht es nicht, dass die Generalversammlung alle traktandierten Anträge guthiess. Allerdings ging ein wenig Wehmut durch den Saal, als Gamper verkündete, dass das Wirtepaar Schlehahn das Bergrestaurant Jatzmeder Ende Sommer verlassen würden. «Sie haben einen extrem grossen Einsatz und besonders während Corona viel Flexibilität gezeigt», lobte Gamper sie und stellte danach gleich ihren Nachfolger Urs Lingg vor, der beim anschliessenden Mittagessen auch gleich selber die Schürze umlegte und beim Service mithalf.

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