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Ein Problem, das sich so einfach nicht löst

Andri
Dürst
21.06.22 - 07:00 Uhr
Schweiz und Welt
JLGN5758-1
Die Achtlosigkeit einiger Leute sorgt für viel Unverständnis.

Am vorletzten Wochenende – in der Nacht von Samstag auf Sonntag – ist es passiert: Beim beliebten Grillplatz in der «Hawaiibucht» – direkt am Davosersee – scheint ein rauschendes Fest gefeiert worden zu sein. So rauschend, dass sich die Partygänger offenbar nicht mehr spürten. Patrick Gurini, Leiter Technische Betriebe der Gemeinde, zählt auf, welche Schäden ein Mitarbeiter am Sonntagmorgen entdeckte: «Bei der WC-Anlage wurden der Spiegel zerschlagen sowie die WC-Rollen- und die WC-Bürsten-Halterung demoliert». Und unten bei der Grillstelle traf man vor allem auf viel Müll. Solche Fälle lösten bei ihm in erster Linie Unverständnis aus, meint Gurini gegenüber der DZ. «Und mir tun die Mitarbeiter leid, die solche Schäden beheben müssen.» Denn am Sonntag sei jeweils nur ein Angestellter im Einsatz. «Sein eh schon durchgetaktetes Programm wird dadurch noch mehr strapaziert. Statt zehn Minuten für die Kehrichtleerung verbringt er dann zwei Stunden mit Aufräumen.» Beim Fall am See wurde zumindest auf die Wiederherstellung der Toilette verzichtet und diese erst einmal geschlossen, damit die Schäden zu einem anderen Zeitpunkt behoben werden konnten.

Es heisst, derjenige, der einen Spiegel zerbricht, hat sieben Jahre Pech. Ob dies die gerechte Strafe für den hier wütenden Vandalen ist?

Polizei ins Boot geholt

Eine Anzeige habe man nicht erstattet, erklärt der Werkbetriebsleiter. Solche Anzeigen gegen Unbekannt würden meist ins Leere laufen. Stattdessen habe man im letzten Frühling mit der Kantonspolizei abgemacht, dass diese bei Schäden von der Gemeinde informiert werde und die Fälle anschliessend aufnehme. So sei dies auch beim aktuellen Fall passiert. Die Ordnungshüter würden auch regelmässige Kontrollen an beliebten Plätzen durchführen.

Als weitere Massnahme nennt Gurini folgende: «Wir hatten ziemlich genau vor einem Jahr schon einmal einen ähnlichen Vorfall bei der ‹Hawaiibucht›. Anschliessend nahmen wir Kontakt mit der Jugendarbeit auf und besprachen zusammen, was man diesbezüglich tun kann». Unter anderem habe man mit Plakaten auf die Littering-Problematik aufmerksam gemacht. Wäre es aber nicht an der Zeit, härtere Massnahmen wie eine Videoüberwachung einzuführen? «Das war bislang kein Thema», sagt Gurini. Die Überwachung des öffentlichen Raumes sei eine heikle Angelegenheit. Und auch trotz der immer wieder auftretenden Vorfälle wolle man Schliessungen der WC-Anlagen oder Ähnliches vermeiden. «Als Tourismus-Destination wollen wir in Davos eine gute Infrastruktur anbieten, die die Leute auch nutzen können», meint er.

Littering ist auch auf dem Sportplatz ein Thema.

Problem besteht auch anderswo

Das Problem betreffe aber mittlerweile nicht nur die «Hawaiibucht». Auch der Sportplatz und der Kurpark seien in letzter Zeit immer mehr zu Orten mit Litteringproblemen geworden. Besonders heikel sei dies bei letztgenanntem Ort: Scherben und andere gefährliche Gegenstände direkt neben dem Kinderspielplatz – das sei keine gute Situation, meint der Werkbetriebsleiter. Und auch verdreckte WCs habe man leider immer mal wieder zu beklagen. So dasjenige beim Seehofseeli, aber auch jenes beim Bahnhof Dorf, wo der Werkbetrieb für die Reinigung zuständig sei. «Dieses WC ist zwar jeweils in der Nacht geschlossen. Doch wir erlebten es auch schon, wie jemand den Türschliesser blockierte und dann in der Nacht reingegangen ist», erzählt Gurini.

Dass es nicht einfach ist, das Problem in den Griff zu kriegen, weiss auch David Solèr, Leiter Eis- und Sommersportanlagen. «Ich versuche stets, mit den Leuten, die auf dem Sportplatz Müll liegen lassen, das Gespräch zu suchen», erklärt er. Auch über den Umweg mit anderen Institutionen versuche man, Einfluss auf das Verhalten der Leute zu nehmen. Nütze all dies nichts, müsse man auch dort die Polizei informieren. Was Solèr am meisten ärgert: «Einige Leute sind imstand, nur drei Meter neben dem Kehrichtkübel ihren Müll liegen zu lassen». Gegen Leute, die den Tag hindurch am Spielfeldrand sitzen wollen und dort gemütliche Treffen abhalten, habe er nichts einzuwenden. Doch etwas mehr Disziplin beim Wegräumen von Abfällen wäre durchaus angebracht.

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