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Auf Pischa herrscht Optimismus

Andri
Dürst
30.08.22 - 11:40 Uhr
Schweiz und Welt
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Klaus May (stehend) informierte über die Zukunft der Pischabahn. Weiter auf dem Bild (v.l.): Revisor Beda Capol, VR-Präsident Yves Bugmann, VR Stefan Walser, Betriebsleiter Andreas Fluor sowie Protokollführerin Heide Thomann.

Verwaltungsratspräsident Yves Bugmann wurde an der Versammlung, die im Bergrestaurant Jatzmeder am Rinerhorn abgehalten wurde, zum Überbringer froher Botschaften. Denn der letzte Winter sorgte durchaus für ansehnliche Ergebnisse. «Wir haben zahlenmässig ein erfolgreiches Jahr hinter uns», erklärte Bugmann vor den rund 60 anwesenden Aktionären. Zwar habe man bei den Ersteintritten einen Rückgang verbuchen müssen, von 20 109 im Vorjahr auf 19 115. «Besonders zum Saisonstart haben wir uns etwas schwer getan, und auch der Februar war eher eine Enttäuschung», blickte der Präsident zurück. Erfreulich sei hingegen die Steigerung beim Verkehrsertrag von 596 680 auf 742 169 Franken. Entsprechend gut fällt auch der EBITDA aus (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen). Mit 317 587 Franken konnte dieser Wert gegenüber dem Vorjahr um 34.5 Prozent gesteigert werden. «Das lässt sich als sehr gut bezeichnen», freute sich Bugmann. Unter dem Strich resultiert ein Jahresgewinn von 253 299 Franken. Die Aktionäre stimmten einstimmig dem Antrag des Verwaltungsrates zu, den Gewinn zur Verkleinerung des Verlustvortrages einzusetzen. Auch die übrigen statutarischen Geschäfte wurden oppositionslos genehmigt.

Noch ein paar Ehrenrunden für die Bahn?

Unter «Verschiedenes/Varia» informierte die Führungsriege über die Zukunft. Während Bugmann das Ziel formulierte, mehr Ersteintritte zu generieren, gab Verwaltungsrat Klaus May einen Einblick in die Abklärungen in Sachen Luftseilbahn. Denn deren Betrieb ist nur noch bis 2024 garantiert. Doch derzeit sei man daran, die Betriebsbewilligung zu verlängern, sagte May. Denn die Pischa hat einen Trumpf in der Hand: «Die Tragseile sind in einem Top-Zustand». Dies habe ein Gutachten eines Fachmannes für Seilbahnseile gezeigt. «Seit wir Pischa nicht mehr als Skigebiet betreiben, konnten wir die Fahrten mit der Bahn von rund 12 000 auf rund 3000 pro Jahr verringern, sodass die Abnützung geringer ist», führte May aus. Entsprechend habe man beim Bundesamt für Verkehr einen Antrag auf eine Verlängerung der Betriebsbewilligung gestellt. Bis Ende Jahr erwarte man Bescheid aus Bern. Die so gewonnene Zeit will man bei der Sportbahnen Pischa AG nutzen, um weitere Abklärungen zu treffen. Denn: «Bei einer Bahn eine Sanierung mit bestehenden Bestandteilen zu machen, ist oft komplizierter als der Bau einer komplett neuen Anlage». Klar sei, dass die Zug- und Tragseile im Zuge einer Sanierung ersetzt werden müssten. May rechnet dafür mit rund 1.5 Millionen Franken. «Mit unserem Cash-flow können wir das nicht finanzieren. Daher sind wir auf euch angewiesen», meinte der Verwaltungsrat mit Blick ins Publikum. Konkrete Forderungen wollte er jedoch nicht formulieren. Zu unsicher scheinen die jetzt anstehenden Kostenberechnungen zu sein. Wie May weiter erklärte, würden beispielsweise auch alle Fachwerkmasten von einem Spezialisten begutachtet und deren Stabilität neu berechnet. Ebenfalls unklar sei, ob und wie die Kabinen weiter genutzt werden können. Das Preisschild für die Sanierung der 1967 eröffneten Bahn scheint vorerst noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein.

Neuer Pächter, neues Glück

Auch der dritte Verwaltungsrat, Stefan Walser, meldete sich zu Wort. Er informierte über die Situation im Bergrestaurant. Denn das Pachtverhältnis mit der Familie Tischhauser habe man nach einem vielversprechenden Start vor drei Jahren aufgelöst. «Wir haben immer wieder Reklamationen wegen langen Wartezeiten im Restaurant erhalten», nannte Walser den Grund. Man habe nun einen Schlussstrich unter die Sache gezogen und mit Ruedi Pfiffner von der Rafters GmbH einen neuen Pächter gefunden. Dieser stellte sich sogleich dem Publikum vor und umriss kurz, was er auf dem Berg vorhabe. Nebst der Durchführung von verschiedenen Events liege ihm der Betrieb eines guten Restaurants am Herzen. Männiglich dürfte sich also freuen, schon bald wieder auf dem sonnigsten Berg in Davos einkehren zu können, denn wie heisst es so treffend: «Pischa isch no schöner».

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