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Ab Dezember wird bei der RhB «geflügelt»

Mit dem Fahrplanwechsel vom 11. Dezember kommen auch auf die Region Davos Klosters einige Änderungen zu. Die wohl grösste Neuerung betrifft die Einführung des «Flügel»-Betriebs bei der RhB-Linie Landquart–Davos/St. Moritz.

Andri
Dürst
10.09.22 - 07:03 Uhr
Ereignisse
Fahrgäste von Landquart Richtung Davos müssen künftig aufpassen, in welchen Zugteil sie einsteigen. Denn nicht alle Kompositionen haben das gleiche Ziel.
Fahrgäste von Landquart Richtung Davos müssen künftig aufpassen, in welchen Zugteil sie einsteigen. Denn nicht alle Kompositionen haben das gleiche Ziel.
SO (Olivia Aebli-Item)

Mit 25 Capricorn-Triebzügen möchte die Rhätischen Bahn (RhB) am 29. Oktober im Rahmen eines Weltrekordversuches auf der Albulalinie den weltweit längsten Reisezug bilden. Nicht ganz so viele Kompositionen, nämlich zwei bis vier, sind es, die künftig am Stück durchs Prättigau fahren werden. Das Konzept der RhB sieht vor, diese zusammengeschlossenen Capricorns als einen Zug von Landquart nach Klosters Platz zu fahren. Dort wird der Zug in die zwei Züge aufgeteilt. Ein Zugteil fährt anschliessend nach St. Moritz, der zweite Zugteil nach Davos. In der umgekehrten Richtung werden die zwei Triebzüge in Klosters Platz wieder automatisch zusammengeschlossen und verkehren als ein Zug nach Landquart. Vorerst werden also nur die Kurse betroffen sein, die ‘20 ab Landquart fahren, respektive umgekehrt ‘26 ab Davos Platz (‘59 ab Klosters Platz). Wie Simon Rageth, Mediensprecher der RhB, auf Anfrage erklärt, wird ein Jahr später, ab Dezember 2023, auch die Linie Landquart-Davos/Scuol im «Flügel»-Betrieb abgewickelt. «Dann haben wir ab Landquart Halbstundentakt nach Klosters, wobei eine Halbstunde nach Scuol, die andere Halbstunde nach St. Moritz gefahren wird (und umgekehrt)».

RhB hat sich intensiv vorbereitet

Zwar sind Züge, die sich aufteilen, in der Schweiz keine Neuheit. Doch auf dem RhB-Netz kommt dieses Konzept nun erstmals zum Einsatz. Wie versucht man also zu verhindern, dass Fahrgäste in Landquart nicht in einen falschen Sektor einsteigen? Rageth führt aus: «Die RhB bereitet sich schon seit längerer Zeit darauf vor, angefangen mit Schulungen des gesamten Lokpersonals bis hin zu zahlreichen Tests mit den Fahrzeugen. Betreffend die Kundeninformation wurden schon im Sommer 2020 umfangreiche Testtage mithilfe einer Partnerfirma durchgeführt, indem Prototypen der Kundeninformation zum Einsatz kamen, welche im Anschluss optimiert wurden. Die entsprechende Kundeninformation in beispielsweise Landquart versuchen wir wiefolgt sicherzustellen: In der Online-App ist ein entsprechender Hinweis; in den SBB-Zügen wird mittels Durchsage darauf hingewiesen werden; in der Unterführung in Landquart versuchen wir eine erste Triage zu machen: rechts hoch nach Davos, links hoch nach St. Moritz; auf dem Perron werden bis Ende September die neuen Überkopfanzeiger montiert, welche die unterschiedlichen Destinationen anzeigen können. Und auf den Seitenanzeigern am Zug steht die Destination des entsprechenden Zuges.» In einer Startphase werde auch zusätzliches Personal eingesetzt auf dem Perron in Landquart und im Zug selbst. «Und falls dann ab Landquart trotzdem noch jemand im falschen Zug sitzt, besteht in Klosters noch eine letzte Chance, in den richtigen Zug einzusteigen. Trotzdem wird es natürlich eine Herausforderung werden, dies sicherzustellen.»

Kein Anschluss für Prättigauer Richtung Filisur

Was sich nicht ändern wird, ist, dass die Kurse, die in Landquart jeweils ab ’20 fahren, Davos Platz um ’33 erreichen und Fahrgäste aus diesen Zügen nicht auf die Kurse Richtung Filisur umsteigen können, die Davos jeweils um ‘33 verlassen. «Dieser Anschluss kann nicht gewährleistet werden», präzisiert der RhB-Mediensprecher. Grund dafür sei, dass der Zug nach Filisur in Filisur den Albulazug nicht erreichen würde. Die Verbindung Filisur-Albula werde derzeit höher gewichtet als die Verbindung Prättigau-Filisur. Der Vollständigkeit halber sei noch zu erwähnen, dass es mit dem Fahrplanwechsel bei einzelnen Zügen an Randzeiten zu Veränderungen kommt.

Zeitverschiebung für Wiesner

Im Zuge des Fahrplanwechsels kommt es auch bei der Buslinie 90.183 ab Chur/Lenzerheide bis Davos zu Änderungen. Aufgrund des neuen Buskonzepts Albula erfährt die Linie, die auch Wiesen bedient, eine Zeitverschiebung um eine halbe Stunde. Neu verkehren die Kurse Richtung Lenzerheide jeweils ‘55 ab Davos Platz Bahnhof (bisher in der Regel ‘25 ab). Umgekehrt fahren die Busse neu um ‘43 ab Wiesen, Kirche (bisher meist ‘13 ab). Ab Dezember wird zudem der Anschluss von und nach Wiesen bis 22 Uhr stündlich angeboten (abends teilweise mit Umstieg in Glaris Ortolfi). Auch die Nachtkurse, die je nach Saison oder Wochentag um 1 und 3 Uhr ab Davos Platz Bahnhof Richtung Wiesen verkehren, werden beibehalten.

Das erwähnte Buskonzept Albula bringt neue Linien, dichteren Takt und eine bessere Erschliessung für die Bevölkerung und den Tourismus mit sich, wovon auch Gäste aus Davos profitieren, die ins Albulatal reisen.

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