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57 Schafe werden seit letztem Sommer vermisst

Eine Gruppe Grossräte rund um CVP-Politiker Beat Deplazes sorgt sich um die Tiere auf der Stutzalp und hat deshalb in der Februarsession entsprechende Fragen an die Regierung eingereicht. Diese hat nun ihre Antworten präsentiert – zumindest jene, welche sie liefern kann.

Südostschweiz
Montag, 06. Mai 2019, 13:37 Uhr Sind alle dem Wolf zum Opfer gefallen?
Wolf Schafrisse Schesaplana
ARCHIVBILD VILAN24.CH

Im vergangenen Sommer weideten 774 Schafe auf der Stutzalp bei Splügen. Beim Alpabzug im Herbst wurden allerdings 80 Tiere vermisst. Ein Grossteil dieser Tiere soll dem Wolf und der Lippengrind-Krankheit* zum Opfer gefallen sein, wie die Parlamentarier in ihrer Anfrage schreiben.

Der Kanton Graubünden bestätigte am Montag in einem Schreiben, dass 80 Tiere zunächst vermisst wurden. Bei einer Nachsuche konnten 23 Schafe jedoch gefunden werden. Insgesamt seien damit 57 Tiere nicht zurückgekehrt – mindestens 48 davon seien tatsächlich dem Wolf zum Opfer gefallen. Gemäss Jagdinspektor Adrian Arquint handelte es sich gar um insgesamt 60 Tiere. Zu Krankheiten oder Unfällen würden der Regierung hingegen keine Daten vorliegen, da diese Informationen nicht gemeldet werden müssten.

Im ganzen Kanton haben im vergangenen Jahr Risse zugenommen. Insgesamt 115 Schafe wurden Opfer von Wölfen. Im Vorjahr waren es noch 93 Schafe. 

Weitere Massnahmen werden geprüft

Nach den ersten Rissen auf der Stutzalp wurden Herdenschutzmassnahmen umgesetzt. So wurden die Schafe auf tiefer gelegene Weiden getrieben und nachts eingepfercht, wie die Zeitung «Südostschweiz» im Frühling berichtete. Die verantwortlichen Ämter würden derzeit den Bewirtschafter unterstützen, um allfällige neue Schutzmassnahmen für den kommenden Alpsommer zu planen. Die Regierung betont aber auch, dass Herdenschutzmassnahmen nicht Bedingung für Direktzahlungen sind. Eine Entschädigung für Tierverluste werde aber nur dann getätigt, wenn entsprechende Massnahmen getroffen wurden.

Die Kosten für den Sömmerungsbetrieb seien zudem nicht zu unterschätzten, wie der Kanton weiter betont. Die entsprechenden Beiträge von Kanton und Bund würden die anfallenden Betriebskosten nicht decken.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass der Kanton künftig mehr Antworten liefern kann. Zumindest wenn es um den Verbleib der Schafe geht. Ab Januar 2020 müssen alle Schafe in der Tierverkehrsdatenbank registriert und der Aufenthaltsort aller Tiere laufend gemeldet werden, wie der Kanton erklärt. (koa)

*Bei Lippengrind treten Ekzeme der Lippen und der Mundwinkel auf. Die Ursache ist bisher nicht vollständig geklärt. Die Krankheit wird teils von Tier zu Tier übertragen.

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