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Baumeister: «Fassade und Vordach gerieten rasch in Brand»

In der Nacht auf Donnerstag entzündete sich am Plessurquai die Fassade eines Konvikt-Provisoriums, weil ein Auto ausbrannte.

Ursina
Straub
25.01.19 - 04:30 Uhr
Ereignisse

Gestern Mittag baumelte am Eingang zum Aufenthaltsraum des Churer Konvikts rot-weisses Absperrband. Die Fassade des Provisoriums am Plessurquai war russschwarz, die Holzverkleidung fehlte teilweise. In der Nacht auf Donnerstag hatte sich die Gebäudefassade entzündet, weil in unmittelbarer Nähe ein Fahrzeug gebrannt hatte. Rund 90 Schülerinnen und Schüler wurden mitten in der Nacht vorsorglich und unverletzt evakuiert. Sie wohnen in den provisorischen Holzmodulen am Plessurquai. Gestern Morgen konnten sie ihre Einer- und Zweierzimmer wieder beziehen.

Entstanden ist der Sachschaden am provisorischen Aufenthaltsraum, weil das Auto einer Zeitungsverträgerin ausbrannte. Die 46-Jährige verteilte laut Kantonspolizei Graubünden in der Nacht auf Donnerstag Zeitungen. Kurz vor 3.20 Uhr stellte sie ihr Auto beim Aufenthaltsraum des Konviktprovisoriums ab und entfernte sich kurz. Als die Frau zurückkam, stand das Fahrzeug bereits in Flammen. Diese griffen auf die Gebäudefassade des Aufenthaltsraumes über. An der Fassade entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Franken.

Leichter Schaden im Innern

«Die Fassade und das Vordach des Aufenthaltsraumes gerieten rasch in Brand», erklärt Markus Dünner, Leiter des kantonalen Hochbauamtes gegenüber dieser Zeitung. Im Inneren ist gemäss Dünner durch die Löscharbeiten ein leichter Schaden entstanden.

In zwei Wochen wieder nutzbar

Gestern Morgen wurde das Gebäude laut Kantonsbaumeister Dünner von der Feuerwehr wieder freigegeben. Nun müsse der Aufenthaltsraum gereinigt und wieder instandgesetzt werden. Er rechnet damit, dass die Kanti-Schülerinnen und -Schüler den Raum in ein bis zwei Wochen wieder benutzen können. Er bietet Platz für rund 60 Studierende und wird hauptsächlich genutzt, um Hausaufgaben zu machen.

Bis der Aufenthaltsraum wieder offen ist, könnten die Studierenden im Gemeinschaftsraum der Unterkünfte lernen oder in entsprechenden Räumen im Haus Cleric, so Dünner.

Um den Brand zu löschen, waren in der Nacht auf Donnerstag vierzehn Einsatzkräfte der Feuerwehr Chur ausgerückt. Sie bekamen das Feuer rasch unter Kontrolle. Neben der Feuerwehr standen auch sechs Personen der Stadtpolizei Chur im Einsatz. Die Kantonspolizei Graubünden hat die Brandermittlung aufgenommen.

«Keine abgespeckte Version»

Die provisorischen Unterkünfte der Kanti-Studierenden wurden beim nächtlichen Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt 102 stapelbare Holzmodule stehen am Plessurquai. Sie bieten bis im Herbst des nächsten Jahres den Kantischülerinnen und -Schülern ein Zuhause; nämlich so lange, bis das Konvikt der Kantonsschule umgebaut ist. Obschon die standardisierten Holzmodule nur zeitlich begrenzt genutzt werden, gelten für sie dieselben Brandschutzvorschriften wie für konventionelle Bauten. «Für die temporären Module gilt keine abgespeckte Version», sagt Enrico Uffer von der Uffer AG in Savognin, welche die vorproduzierten Wohneinheiten schlüsselfertig geliefert und aufgebaut hat. So seien die Holzwürfel im Bereich der Korridore brandschutzverkleidet, um die nötigen Fluchtwege sicherzustellen.

Ursina Straub schreibt als Redaktorin der «Südostschweiz» für den Regionalteil der Zeitung und für Online. Ihre Themenschwerpunkte sind Landwirtschaft, Alp, Jagd, Grossraubtiere, Natur; zudem berichtet sie regelmässig aus dem Grossen Rat. Die gelernte Journalistin, diplomierte Landwirtin und Korrektorin EFA ist auch Leiterin Qualität. Mehr Infos

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