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Jagdinspektor Arquint: «30 Tiere sind aussergewöhnlich viele»

Auf der Alp Stutz bei Splügen sind innerhalb von einem Monat 30 Schafe gerissen worden. Jagdinspektor Adrian Arquint hofft auf ein Instrument, um bei solchen Konflikten frühzeitig eingreifen zu können.

Philipp
Wyss
Donnerstag, 23. August 2018, 16:10 Uhr Wolfriss
M75 tappte 2017 in eine Fotofalle.
AMT FÜR JAGD UND FISCHEREI

30 Schafrisse innerhalb von einem Monat seien aussergewöhnlich viele Risse innert kurzer Zeit, sagte der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint auf Anfrage. Publik machte die Tierrisse ein Leserbrief auf «suedostschweiz.ch». Darin fragt Hermann Camastral: «Wann ist endlich genug Leid an den Schafen angerichtet?»

In dieser Dimension handle es sich um einen aussergewöhnlichen Vorfall in Graubünden. Und dies, obschon man überall im Kanton mit dem Auftauchen des Wolfes und damit verbunden auch mit Tierrissen rechnen müsse.

Wie Arquint weiter sagte, haben der zuständige Wildhüter und der Herdenschutzbeauftragte des Landwirtschaftlichen Zentrums Plantahof die Situation am Mittwoch vor Ort begutachtet. Bis am Donnerstag lag Arquint der offizielle Bericht noch nicht vor. «Es gab eine Behirtung der Tiere. Herdenschutzmassnahmen, wie sie der Bund vorgibt, mit Zäunung oder Nachtpferchung gab es aber nicht», so Arquint. Solche wurden aber am Mittwoch umgehend umgesetzt. Seither gab es keine Vorfälle mehr.

Um das Bild zu sehen den Slider verschieben. Um das Bild zu sehen den Slider verschieben. Typischer Riss von einem einzelnen Wolf. AMT FÜR JAGD UND FISCHEREI Typischer Riss von einem einzelnen Wolf. AMT FÜR JAGD UND FISCHEREI
  Um das Bild zu sehen den Slider verschieben. Um das Bild zu sehen den Slider verschieben. Typischer Riss durch ein Wolfsrudel. AMT FÜR JAGD UND FISCHEREI Typischer Riss durch ein Wolfsrudel. AMT FÜR JAGD UND FISCHEREI

2017 hatte der Kanton Graubünden eine Abschussverfügung für den Wolfsrüden M75 erlassen, nachdem dieser trotz vorliegender Herdenschutzmassnahmen innert weniger Wochen mehr als 30 Schafe gerissen hatte und in Trun in einen Stall eingedrungen war. Nach dem Erlass der Verfügung blieb das Tier aber verschwunden.

In Graubünden gibt es am Calanda, im Oberland, in der Val Medel und wahrscheinlich auch in Mittelbünden Wölfe. Wo genau sich die Tiere aufhalten, ist dem Amt für Jagd und Fischerei allerdings nicht bekannt.

Im Vergleich zu anderen Jahren war es im Winter bezüglich Wolf eher ruhig in Graubünden, sagte Arquint. Im Sommer haben sich die Risse aber gehäuft. «Die Population vermehrt sich. Und damit auch die Konflikte», so Arquint. «Der Kanton braucht ein Instrument, um eingreifen zu können, das im Moment noch nicht zur Verfügung steht.»

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Wölfe, Bären und ähnliche Raubtiere "auf der freien Wildbahn" haben in Europa kein Anwesenheitsrecht. Durch die intensive - und notwendige - landwirtschaftliche Nutzung ist kein Platz für wildlebende Raubtiere. Wenn man diese vor etwa 100 Jahren ausgerottet hat, dann hatte das seinerzeit sicher Gründe, welche auch noch heute ihre Berechtigung haben. Die Wiederansiedlung dieser Raubtiere war daher fahrlässig und hat keinerlei Berechtigung im Hinblick auf die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, der Landschaftspflege, der Sicherheit der Bewohner und dem Ermöglichen eines Einkommens eines Teiles der Bevölkerung um vorgannnte Voraussetzungen zu erfüllen. Die Provinz Venetien ist aus dem internationalen "Raubtierschutz" ausgetreten, um die Negativauswirkungen der "Raubtierhaltung" zu minimieren.

Herdenschutzmassnahmen, wie sie der Bund vorgibt, waren NICHT vorhanden. Und das in einem Gebiet wo Wölfe vorkommen. Warum? Falls es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist die Tiere auf dieser Weide korrekt zu schützen, müssen sie woanders hin,, was dann, leider zu spät, auch passiert ist. Es braucht kein "Instrument" um Wölfe zu töten, es braucht HERDENSCHUTZ!

Einmal mehr unglaublich, was alles geschehen muss, damit endlich gehandelt wird und alle Wölfe in der Schweiz erlegt werden. Weshalb lassen wir uns von den selbsternannten "Tierschützern" diese Grossraubtiere aufzwingen, die nur Schaden anrichten und auch Menschen gefährden? Grossraubtiere in der Schweiz zu fördern oder zu dulden zeigt asoziales - die Gesellschaft schädigendes - Verhalten. Muss wirklich zuerst ein Kind oder Erwachsener von Wölfen grausam zerfleischt werden, bis gehandelt wird? in Israel wurden im 2017 innert vier Monaten zehn Kinder von Wölfen angegriffen.

Pius Wihler Zizers
Menschenschutz Schweiz

https://www.jawina.de/israel-woelfe-attackieren-kinder/

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