Für einen Veranstalter gibt es keine 100-prozentige Sicherheit
Nach dem Terroranschlag in Manchester machen sich auch regionale Konzertveranstalter Gedanken um die Sicherheit von Künstlern und Besuchern. Wir haben nachgefragt.
Nach dem Terroranschlag in Manchester machen sich auch regionale Konzertveranstalter Gedanken um die Sicherheit von Künstlern und Besuchern. Wir haben nachgefragt.
Zwei Monate nach dem Anschlag vor dem Londoner Parlament hat ein Bombenanschlag auf ein Popkonzert in Manchester Grossbritannien erschüttert. Mindestens 22 Menschen kamen am Montagabend in Manchester bei einem Konzert von Ariana Grande ums Leben. Zum Täter und seinem Motiv bleiben am Tag danach viele Fragen offen.
Norbert Cavegn, OK-Präsident des Open Airs Val Lumnezia, stimmt der Anschlag in Manchester traurig. «Für unser Open Air denken wir aber nicht gerade an Terroranschläge. Wir sind ja auch draussen und in Manchester wurde der Anschlag in einer Halle verübt», so Cavegn auf Anfrage.
Im gesamten Sicherheitsdispositiv berücksichtige man das aber mit einer erhöhten Eingangskontrolle, so Cavegn weiter. «Denn wo mehr Menschen sind, kann auch mehr passieren.» Und man sei im Austausch mit anderen Open Airs in der Schweiz.
Die Sicherheitskosten am Open Air Val Lumnezia sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Und sie werden weiter steigen, ist Cavegn überzeugt. Gut zehn Prozent des Gesamtbudgets fallen auf den Posten Sicherheit.
Quellrock mit neuem Sicherheitskonzept
Auch beim OK des Quellrock Open Airs in Bad Ragaz war der Terroranschlag am Dienstagmorgen ein Thema. OK-Präsident Andres Hartmann macht sich mehr Gedanken als zuvor. «Die 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Daher gibt es eine Ohnmacht.» Hartmann will aber bestmöglich vorbereitet sein, wenn das Open Air beginnt.
«Als Veranstalter ist man in der Pflicht, für die Sicherheit der Musiker und der Gäste zu sorgen», so Hartmann. Er und sein OK arbeiten seit einem Jahr an einem neuen Sicherheitskonzept – Fluchtweg, Kennzeichnungen sowie die Absprache mit den Blaulichtorganisationen.
Good News überdenkt Sicherheit
Auch Stefan Matthey, Geschäftsführer Good News, machte sich bezüglich Terroranschlägen an Konzerten Gedanken. «Es ist perfid, wenn Attentate inzwischen an Konzerten mit einem jungen Zielpublikum ausgeübt werden», so Matthey auf Anfrage. Dadurch müsse bei der Sicherheitsvorkehrung der bevorstehenden Sommeranlässen noch einmal weiter gedacht werden als bisher.
Für die Planung von Good News ist der Terror an Konzerten schon länger relevant. Auch an Stadtfesten, Sportveranstaltungen und so weiter müsse die Sicherheit überdacht werden. Vielleicht dürften künftig keine Rucksäcke mehr an Konzerte mitgebacht werden oder die Sicherheitsmassnahmen ähnle jenen auf Flughäfen, so Matthey.
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Philipp Wyss ist Wirtschaftsredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Mehr Infos

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